Lexikon-Eintrag

Minierfliegen-Schlupfwespe Diglyphus isaea

Minierfliegen-Schlupfwespe (Diglyphus isaea), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Akzeptierter Name
Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Hautflügler (Hymenoptera)
Familie
Eulophidae
Gattung
Diglyphus
Art
Diglyphus isaea

Wissenschaftlicher Name Diglyphus isaea (Walker, 1838)

Überblick

Einleitung

Diglyphus isaea ist eine kosmopolitisch verbreitete Schlupfwespe aus der Familie Eulophidae und gilt als einer der bekanntesten Parasitoide minierender Minierfliegen (Agromyzidae). Die Art ist holarktisch verbreitet und wurde zudem in Regionen wie Brasilien, Neuseeland und Südafrika nachgewiesen.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Exemplare von Diglyphus isaea wurden in Texas (USA) in einem Acacia-Mesquite-Scrub bei einer Höhenlage von 62 m nachgewiesen.
  • Bei Männchen sind die Tibien häufig im mittleren Bereich blass gefärbt, wobei jedoch auch Männchen mit überwiegend dunklen Tibien ähnlich den Weibchen vorkommen.
  • Genetische Analysen des nuklearen Gens ITS 1 an chinesischem Material legten nahe, dass es sich bei Diglyphus isaea möglicherweise um einen Komplex aus mindestens vier morphologisch sehr ähnlichen Arten handeln könnte.
  • Nachweise von Diglyphus isaea an Phyllocnistis citrella auf Citrus limon in Süditalien gelten als weniger fragwürdig, da auf Zitruspflanzen in Europa und dem Mittelmeerraum keine agromyziden Minierer bekannt sind.2

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Minierfliegen-Schlupfwespe Diglyphus isaea ist ein kleiner parasitischer Hautflügler mit charakteristischen morphologischen Merkmalen zur Artbestimmung. Der Scapus ist vollständig dunkel gefärbt. Das Pronotum und das Mesoscutum tragen auffällige weiße Setaen. Das Scutellum zeigt eine grüne bis goldene Färbung, tritt gelegentlich auch in rötlichen Tönen auf. Bezüglich der Beiffärbung sind die Femora dunkel und metallisch mit einer weißen apikalen Zone im Bereich von ¼ bis ½ der Länge. Die Vorder-Tibia besitzt eine weiße Vorderseite sowie eine dunkle, metallisch glänzende oder dunkelbraune Rückseite. Bei den Mittel- und Hintertibien ist die Grundfärbung ebenfalls dunkel und metallisch mit einem weißen apikalen Bereich von ¼ bis ¼. Männchen weisen häufig einen hellen Mittelteil der Tibien auf, wobei jedoch auch Männchen mit überwiegend dunklen Tibien wie beim Weibchen vorkommen. Das Vorderflügel-Speculum ist durch eine dichte Behaarung gekennzeichnet. Das Abdomen beziehungsweise Gaster der Männchen ist vollständig dunkel gefärbt. Belastbare morphologische Daten zu Eiern, Larven, Puppen sowie spezifischen Sexualdimorphismen jenseits der beschriebenen Färbungsunterschiede an den Tibien fehlen in der aktuellen Datenlage weitgehend.1

Porträt

Beschreibung

Diglyphus isaea gilt als eine der weltweit bekanntesten und am besten untersuchten Arten unter den zielgerichteten Parasitoiden minierender Agromyziden im holarktischen Raum. Neben der Holarktis ist die Art auch aus Regionen wie Brasilien, Indien, Neuseeland, Pakistan und Südafrika dokumentiert. Ihr breites Wirtsspektrum umfasst primär Minierfliegen der Familie Agromyzidae, wobei sie gelegentlich auch bei minierenden Schmetterlingen aus den Familien Gracillariidae und Nepticulidae nachgewiesen wurde. Unter Laborbedingungen zeigen Weibchen zudem räuberisches Verhalten gegenüber Larven von Tuta absoluta aus der Familie Gelechiidae. Die breite geographische Verbreitung und das umfangreiche Wirtsspektrum werfen die wissenschaftliche Frage auf, ob Diglyphus isaea möglicherweise einen Komplex morphologisch sehr ähnlicher Arten darstellt. Molekularbiologische Untersuchungen an chinesischen Exemplaren mittels des nuklearen Gens ITS1 identifizierten mindestens vier verschiedene genetische Linien, allerdings wiesen diese Tiere ein abweichendes, glänzend violettes Scutellum auf. Dieses Merkmal stimmt weder mit dem Typusmaterial noch mit europäischem Vergleichsmaterial überein, weshalb der taxonomische Status weiterer Klärung bedarf. Morphologisch zeigt die Art ein charakteristisches Erscheinungsbild mit einem vollständig dunklen Scapus. Die Beine weisen dunkle, metallische Femora auf, deren apikales Viertel bis die Hälfte weiß gefärbt ist. Bei den Vorderbeinen ist die anteriore Oberfäche weiß, während die posteriore Oberfläche dunkel metallisch oder dunkelbraun gefärbt ist. Die mittleren und hinteren Tibien sind ebenfalls dunkel metallisch mit einem weiß gefärbten apikalen Viertel bis Drittel. Männchen besitzen gelegentlich einen hell gefärbten Mittelabschnitt der Tibien, wobei jedoch auch Männchen mit überwiegend dunklen Tibien wie bei den Weibchen vorkommen. Auf dem Pronotum und dem Mesoscutum befinden sich weiße Setae, während das Scutellum von grüner bis goldenen oder gelegentlich rötlicher Färbung ist. Das Gaster der Männchen ist vollständig dunkel gefärbt.1 Bezüglich der Larvalstadien und anatomischen Feinadaptionen fehlen im vorliegenden Datenmaterial belastbare, artspezifische Detailbeschreibungen, weshalb hierzu keine weiterführenden Aussagen getroffen werden können.

Systematik

Name & Einordnung

Die Minierfliegen-Schlupfwespe trägt den wissenschaftlichen Namen Diglyphus isaea (Walker, 1838).1 Der deutsche Trivialname leitet sich von der spezialisierten parasitoiden Lebensweise der Art gegenüber minierenden Fliegenlarven ab. Im englischsprachigen Raum wird die Art als leafminer parasitoid bezeichnet. Die Art gehört zur Familie der Eulophidae innerhalb der Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera). Frühere oder alternative taxonomische Kombinationen und Synonyme sind in den zugrundeliegenden aggregierten taxonomischen Datenbanken verzeichnet. Diglyphus isaea ist holarktisch verbreitet und wurde zudem in Regionen wie Brasilien, Neuseeland und Südafrika nachgewiesen. Aufgrund morphologischer Ähnlichkeiten und genetischer Untersuchungen wird diskutiert, ob es sich bei Diglyphus isaea möglicherweise um einen Komplex mehrerer morphologisch sehr ähnlicher Arten handelt.1 Belastbare historische Details zur exakten Erstbeschreibung durch Walker im Jahr 1838 jenseits der taxonomischen Basisdaten fehlen in den vorliegenden Primärquellen.

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die ektoparasitäre Schlupfwespe Diglyphus isaea ist ein bekannter und weltweit verbreiteter Antagonist minierender Insekten, insbesondere aus der Familie der Agromyziden. Als wichtiger natürlicher Feind wird die Art zur biologischen Bekämpfung von Minierfliegen der Gattung Liriomyza eingesetzt.1 Neben den Hauptwirten wie Liriomyza cicerina, L. bryoniae und L. trifolii umfasst das Wirtsspektrum unter bestimmten Bedingungen auch minierende Schmetterlingslarven aus Familien wie der Gracillariidae und Nepticulidae. Darüber hinaus zeigen Weibchen unter Laborbedingungen räuberisches Verhalten gegenüber Larven von Tuta absoluta. Die globale Verbreitung erstreckt sich über die gesamte Holarktis sowie Nachweise in Brasilien, Indien, Neuseeland, Pakistan und Südafrika. Morphologische und genetische Untersuchungen deuten darauf hin, dass es sich bei dem unter dem Namen Diglyphus isaea geführten Taxon möglicherweise um einen Komplex morphologisch sehr ähnlicher Arten handeln könnte. Belastbare und detaillierte Daten zur exakten Dauer einzelner Entwicklungsstadien, zu physiologischen Besonderheiten wie Diapause oder spezifischen Mortalitätsfaktoren liegen in den ausgewerteten Quellen für diese Sektion nicht vor.1

Lebensweise

Verhalten

Bislang liegen in den ausgewerteten Quellen keine belastbaren und systematischen Daten zum spezifischen Verhalten von Diglyphus isaea vor. Obwohl die Art als Parasitoid von minierenden Fliegen bekannt ist, fehlen detaillierte Beschreibungen zu Fortbewegung, Orientierung, Kommunikation oder innerartlichen Interaktionen in der aktuellen Datenlage vollständig. Daher kann diese Sektion aufgrund der strengen Evidenzbasierung derzeit nicht befüllt werden.

Lebensweise

Ökologie

Diglyphus isaea agiert im Ökosystem als bedeutender Parasitoid und natürlicher Feind von minierenden Insekten, insbesondere von Minierfliegen der Familie Agromyzidae. Das Wirtsspektrum umfasst primär Gattungen wie Liriomyza, wobei die Art kosmopolitisch in der Holarktis sowie in weiteren Regionen wie Brasilien, Indien, Neuseeland, Pakistan und Südafrika verbreitet ist. Neben den Hauptwirten aus der Ordnung Diptera wird die Art gelegentlich auch bei minierenden Schmetterlingslarven aus den Familien Gracillariidae und Nepticulidae nachgewiesen, wobei einige dieser Funde möglicherweise auf das gleichzeitige Vorkommen von Agromyziden zurückzuführen sind. Darüber hinaus zeigen Weibchen unter Laborbedingungen räuberisches Verhalten gegenüber Larven von Tuta absoluta.1 Belastbare Daten zu spezifischen Mikroklima-Anforderungen oder Konkurrenzbeziehungen mit anderen Parasitoiden fehlen in den vorliegenden Quellen weitgehend.

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Diglyphus isaea weist eine fast weltweite und kosmopolitische Verbreitung auf und ist in der gesamten Holarktis beheimatet. Darüber hinaus existieren Nachweise aus verschiedenen Regionen außerhalb der Holarktis, darunter Brasilien, Indien, Neuseeland, Pakistan und Südafrika. In Europa und der mediterranen Region ist die Art weit verbreitet und wird regelmäßig als natürlicher Gegenspieler minierender Insekten dokumentiert. Wirtschaftliche Bedeutung erlangte die Art unter anderem durch gezielte Einfuhren und Freisetzungen zur biologischen Schädlingsbekämpfung, wie etwa in Ägypten, wo Diglyphus isaea aus den Niederlanden eingeführt wurde und sich dauerhaft etablierte. Auch in Nordamerika ist die Art nachgewiesen, was durch Funde in Regionen wie Texas belegt wird. Als typische Habitate fungieren offene Kulturlandschaften, Agrarökosysteme und vegetationreiche Bereiche, in denen Wirtspflanzen minierender Fliegen vorkommen. Zu den dort besuchten Pflanzen zählt beispielsweise die Luzerne (Medicago sativa), an der Exemplare nachgewiesen wurden. Das natürliche Habitat speist sich primär aus dem Vorkommen verschiedener Minierfliegen-Arten der Familie Agromyzidae. Gelegentlich wird die Art zudem in Verbindung mit Minierinsekten aus anderen Ordnungen wie Schmetterlingen (Lepidoptera) gefunden, wobei diese Wirte oft in unmittelbarer Nachbarschaft zu den primären Fliegenlarven auftreten. Die breite geographische Streuung und das weite Wirtsspektrum werfen in der Forschung die Frage auf, ob es sich bei Diglyphus isaea möglicherweise um einen Artkomplex morphologisch sehr ähnlicher kryptischer Arten handelt. Genetische Analysen an Material aus unterschiedlichen Regionen wie China unterstützen diese Hypothese und deuten auf eine mögliche Unterteilung in mehrere eigenständige Arten hin.1

Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Belastbare primäre Daten zur genauen Saisonalität, Aktivitätszeiten im Jahresverlauf sowie zur Generationenfolge von Diglyphus isaea sind in der vorliegenden Literatur nicht systematisch aufgeführt. Die Art ist als wichtiger Parasitoid minierender Agromyziden weltweit verbreitet, wobei spezifische phänologische Kenndaten wie Flugperioden oder Überwinterungsstadien in den verfügbaren Quellen fehlen. Das öffentliche Suchinteresse zeigt vereinzelte, geringfügige Ausschläge im März sowie im Dezember, was jedoch keine verlässlichen Rückschlüsse auf die natürliche Aktivität im Freiland zulässt. Aufgrund der unzureichenden Datenlage bezüglich Temperaturabhängigkeiten, Tagesaktivitäten oder konkreten Generationsfolgen können hierzu keine wissenschaftlich abgesicherten Aussagen getätigt werden.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Diglyphus isaea ist ein bedeutender Nützling und gilt als eine der bekanntesten Schlupfwespenarten zur biologischen Bekämpfung von minierenden Schadinsekten aus der Familie der Agromyzidae. Die Art agiert als ektophag parasitierende Schlupfwespe, deren Weibchen gezielt Larven von Minierfliegen der Gattung Liriomyza attackieren. Neben der parasitischen Entwicklung zeigen Weibchen unter Laborbedingungen zudem räuberisches Verhalten gegenüber anderen Schadorganismen wie Tuta absoluta. Das Artenspektrum umfasst primär agromyzide Minierer, wobei gelegentlich auch Vertreter der Familien Gracillariidae und Nepticulidae als Wirte dienen. In Regionen wie Ägypten und Europa wird die Art erfolgreich als natürlicher Gegenspieler in Kulturen wie Medicago sativa oder Zitruspflanzen etabliert. Die weltweite Verbreitung erstreckt sich über die Holarktis sowie Nachweise in Brasilien, Indien, Neuseeland, Pakistan und Südafrika. Schadpotenzial oder medizinische Relevanz für den Menschen gehen von Diglyphus isaea nicht aus, da es sich ausschließlich um einen Beneficial-Organismus im Pflanzenschutz handelt. Bekämpfungsmaßnahmen im klassischen Sinne entfallen, vielmehr erfolgt ein gezielter Einsatz als Nützling gegen phytophage Minierfliegen. Belastbare Daten zu spezifischen physikalischen oder chemischen Managementstrategien gegen die Schlupfwespe selbst fehlen, da sie als nützlich eingestuft wird. Integrierte Pflanzenschutzprogramme nutzen ihre Effizienz zur Kontrolle von Schadorganismen im Gartenbau und Feldbau.1

Praxiswissen

Wirtschaftliche Bedeutung

Diglyphus isaea besitzt erhebliche wirtschaftliche Bedeutung als einer der bekanntesten und effektivsten Nützlinge zur biologischen Bekämpfung von minierenden Schadorganismen aus der Familie der Agromyziden.1 Die Art wird weltweit in verschiedenen Agrar- und Gartenbausystemen eingesetzt, um Populationen schädlicher Minierfliegen wie Liriomyza spp. zu kontrollieren. Durch parasitoides und prädatorenähnliches Verhalten trägt die Schlupfwespe maßgeblich zur Reduktion von Schäden an Nutzpflanzen bei. Quantitative Schadenszahlen oder spezifische Bekämpfungskosten sind in den vorliegenden Primärdaten jedoch nicht beziffert. Belastbare Angaben zu genauen wirtschaftlichen Einsparungen oder Verlustminderungen fehlen in der aktuellen Datenlage weitgehend. Dennoch gilt Diglyphus isaea aufgrund seiner breiten geographischen Verbreitung in der Holarktis sowie Nachweisen in Regionen wie Brasilien, Indien und Neuseeland als etablierter Nützling in der agrarwirtschaftlichen Praxis.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. gbif.org/species/5046454
  2. Literaturzusammenfassung: Diglyphus isaea