- Die Tiere können eine Lebensdauer von mehreren Jahren erreichen.
- Entgegen ihrer Bezeichnung als Flöhe gehören die Tiere biologisch zur Ordnung der Springschwänze (Collembola).
- Der wissenschaftliche Gattungsname Desoria geht auf den Naturforscher Nicolet zurück, der damit den Entdecker der Art, den Schweizer Édouard Désor, ehrte.
- Die systematische Zuordnung der Art verortet sie in der Familie der Isotomidae sowie der Ordnung Entomobryomorpha.1
Gletscherfloh Desoria saltans
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Collembola
- Ordnung
- Entomobryomorpha
- Familie
- Isotomidae
- Gattung
- Desoria
Überblick
Einleitung
Der Gletscherfloh (Desoria saltans, zeitweise auch Isotoma saltans) ist ein 1,5–2,5 mm großer Sechsfüßer aus der Ordnung der Springschwänze und gehört zur Familie der Isotomidae. Die Art besiedelt als charakteristischer Bewohner Gletscher und Schneeflächen der Alpen, wo sie sich von Schneealgen und organischen Substanzen wie Pollen ernährt. Auf hellem Untergrund ist das tiefschwarz gefärbte Tier durch seine namensgebende Sprungfähigkeit und das gelegentlich massenhafte Auftreten während der Schmelzperiode gut erkennbar. Mehrere weitere Collembolenarten wie Desoria nivalis oder Vertagopus alpinus zeigen ähnliche Anpassungen und werden ebenfalls als Gletscherflöhe bezeichnet.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Der Gletscherfloh (Desoria saltans, syn. Isotoma saltans) ist ein kleiner Sechsfüßer aus der Ordnung der Springschwänze mit einer Körperlänge von 1,5 bis 2,5 mm. Das Tier zeichnet sich durch eine auffällige, tiefschwarze Grundfärbung aus, die einen starken Kontrast zum hellen eisigen oder schneebedeckten Untergrund bildet. Aufgrund dieser dunklen Pigmentierung ist das Insekt auf Schneeflächen besonders leicht auszumachen. Morphologisch verfügt die Art über eine charakteristische Sprunggabel, die für eine weithin sichtbare Fluchtreaktion und eine hüpfende Fortbewegungsweise genutzt wird. Dieser Sprungapparat war namensgebend für den Trivialnamen, wenngleich das Tier zoologisch nicht zu den Flöhen gehört. Ähnliche Arten wie Desoria nivalis (früher Isotoma pseudomaritima) oder Vertagopus alpinus zeigen ebenfalls eine dunkle Körperfärbung auf Schneeoberflächen und können optisch ähnlich wirken. Belastbare morphologische Details zu Kopfstrukturen, Thoraxbehaarung, Abdominalanhängen oder Sexualdimorphismen liegen in der zusammenfassenden Literatur für Desoria saltans nicht vor. Auch spezifische Beschreibungen zu Larvalstadien, Puppen oder Eiern fehlen in den aktuellen Quellen vollständig. Die Art ist an ein Leben bei Temperaturen um 0 °C angepasst und nutzt physiologische Mechanismen mit verschiedenen Zuckern als Frostschutz.1
Porträt
Beschreibung
Der Gletscherfloh (Desoria saltans, syn. Isotoma saltans) ist ein hochspezialisierter Sechsfüßer aus der Ordnung der Springschwänze, der als klassischer Bewohner von Gletschern und Schneeflächern gilt. Neben dieser Art werden gelegentlich auch andere Collembolen wie Desoria nivalis (früher Isotoma pseudomaritima) oder Vertagopus alpinus als Gletscherflöhe bezeichnet, da sie ähnliche Lebensräume besiedeln. Im natürlichen Lebensraum fällt das Tier vor allem durch seine tiefschwarze Körperfärbung auf, die einen starken Kontrast zum hellen Schnee bildet. Durch diese Pigmentierung sind die Tiere auf der Schneeoberfläche leicht auszumachen, besonders wenn sie während der Schmelzperiode in großer Zahl auftreten. Die Körpergröße der adulten Tiere bewegt sich in einem Bereich von 1,5 bis 2,5 mm. Ein charakteristisches Verhaltensmerkmal im Feld ist die auffällige Fluchtreaktion, bei der die Tiere ihre namensgebende Sprunggabel einsetzen. Trotz des Trivialnamens gehören die Tiere biologisch nicht zu den Flöhen, sondern zu den Collembolen. Anatomisch ist die Art perfekt an extreme Kältebedingungen angepasst, da sie mithilfe verschiedener Zucker ein körpereigenes Frostschutzmittel produziert. Dieses physiologische System ermöglicht ein aktives Überleben in einem Temperaturbereich von −10 bis −15 °C. Im Gegensatz dazu wirken Temperaturen von über +12 °C tödlich auf die Organismen, während ihre bevorzugte Umgebungstemperatur exakt um 0 °C liegt. Belastbare Daten zu detaillierten Larvenstadien und geschlechtsspezifischen Unterschieden im Laufe des Lebenszyklus fehlen in der aktuellen Literaturlage weitgehend. Als Nahrung dienen den Tieren auf Gletschern Schneealgen der Gattung Chlamydomonas sowie eingewehte organische Substanzen wie Pollen und Pflanzenreste, die als Kryokonit bezeichnet werden. Die Tiere können mehrere Jahre alt werden und nutzen als Mikrohabitate neben der Schneeoberfläche auch Wasseransammlungen auf dem Eiskörper, das komplexe Spaltensystem des Eises sowie die kritische Grenzschicht zwischen dem Eis und der aufliegenden Schneedecke. Häufig sind sie zudem unter Steinen anzutreffen, die leicht in die Eisschicht eingeschmolzen sind. Historisch geht der Gattungsname auf eine Ehrung des Naturforschers Édouard Désor durch den Schweizer Entomologen Nicolet zurück.1
Systematik
Name & Einordnung
Der Gletscherfloh (Desoria saltans, zeitweise auch Isotoma saltans) ist der bekannteste Vertreter einer Gruppe von Springschwänzen, die auf Schnee- und Gletscherflächen vorkommen. Der wissenschaftliche Gattungsname Desoria wurde von dem Naturforscher Nicolet zu Ehren des Entdeckers der Art, des Schweizer Naturforschers Édouard Désor, gewählt. Aufgrund ihrer dunklen Färbung, der hüpfenden Fortbewegungsweise und des gelegentlich massenhaften Auftretens werden neben Desoria saltans auch andere Arten wie Desoria nivalis (früher Isotoma pseudomaritima) oder Vertagopus alpinus als Gletscherflöhe bezeichnet. Die Bezeichnung als Gletscherfloh leitet sich von der auffälligen Fluchtreaktion mittels einer Sprunggabel ab, obwohl die Tiere zoologisch nicht zu den Flöhen, sondern zu den Collembolen gehören. Historisch wurde die Art zeitweise in der Gattung Isotoma geführt, bevor sie der Gattung Desoria zugeordnet wurde. Belastbare publizierte Daten zur genauen Autorenschaft und dem Jahr der Erstbeschreibung fehlen in der aktuellen Datenlage.1
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Desoria saltans verbringt seinen Lebenszyklus auf Gletschern und Schneeflächen der Alpen, wo die Tiere bevorzugt in der Umgebungstemperatur von 0 °C leben. Die Art besiedelt Wasseransammlungen auf dem Gletschereis, das Spaltensystem des Eises sowie die Grenzschicht zwischen Eis und aufliegender Schneedecke. Häufig sind die Sechsfüßer zudem unter Steinen anzutreffen, die leicht im Eis eingeschmolzen sind. Adulttiere erreichen eine Körpergröße von 1,5 bis 2,5 mm. Die tiefschwarze Körperfärbung dient unter anderem der Absorption von Restwärme auf dem hellen Untergrund. Physiologisch ist Desoria saltans extrem an subrezente Bedingungen angepasst und überlebt mithilfe spezifischer Zucker als Frostschutzmittel Temperaturen zwischen -10 °C und -15 °C. Im Gegensatz dazu wirken Umgebungstemperaturen von über +12 °C letal auf die Tiere. Belastbare Daten zur genauen Anzahl der Larvenstadien oder Details zur spezifischen Eiablage fehlen in der aktuellen Quellenlage. Die Ernährung der Tiere basiert primär auf dem Abweiden von Schneealgen der Gattung Chlamydomonas. Zusätzlich verwertet Desoria saltans Kryokonit, wobei insbesondere organische Substanzen wie angewehte Pollen und pflanzliche Reste als Nahrungssubstrate dienen. Bei Gefahr zeigt die Art eine auffällige Fluchtreaktion, bei welcher sie eine spezialisierte Sprunggabel einsetzt. Die adulte Lebensdauer kann mehrere Jahre umfassen. Weitere spezifische Details zu Mortalitätsfaktoren, Parasitoiden oder natürlichen Feinden sind in der Primärliteratur bisher nicht systematisch quantifiziert.1
Lebensweise
Verhalten
Das Verhalten von Desoria saltans ist eng an die extremen Bedingungen seines alpinen Lebensraumes angepasst. Die Fortbewegung erfolgt primär durch eine auffällige Fluchtreaktion, bei welcher die Tiere ihre namensgebende Sprunggabel einsetzen, um sich bei Gefahr sprunghaft fortzubewegen. Neben dieser spunghaften Fortbewegung machen sie durch ihre dunkle Körperfärbung und eine hüpfende Fortbewegungsweise auf Schneeoberflächen aufmerksam. Während der Schmelzperiode treten die Tiere oberflächlich oft in großer Zahl auf, wobei sie auf Gletschereis, Wasseransammlungen und im Spaltensystem des Eises leben. Häufig sind sie zudem in der Grenzschicht zwischen Eis und aufliegender Schneedecke sowie unter leicht im Eis eingeschmolzenen Steinen anzutreffen. Als Nahrung nutzen sie abgeweidete Schneealgen der Gattung Chlamydomonas sowie organische Substanzen des Kryokonits wie Pollen und Pflanzenreste. Zur thermischen Regulation und zum Überleben in diesem Habitat tolerieren sie Temperaturen von −10 bis −15 °C, während Temperaturen über +12 °C für die Art tödlich wirken und die bevorzugte Umgebungstemperatur um 0 °C liegt.1
Lebensweise
Ökologie
Desoria saltans besetzt als spezialisierter Detritivor und Algenweider eine einzigartige ökologische Nische auf Gletschern und Schneeflächen der Alpen. Die Art ernährt sich primär von Schneealgen der Gattung Chlamydomonas sowie von organischen Partikeln des Kryokonits wie Pollen und eingewehten Pflanzenresten. Durch diese Ernährungsweise trägt der Gletscherfloh zum Abbau organischer Einträge in den Hochgebirgsökosystemen bei. Sein Habitat umfasst vor allem die Grenzschicht zwischen Eis und aufliegender Schneedecke, Wasseransammlungen auf dem Gletschereis, das Spaltensystem sowie leicht in das Eis eingeschmolzene Steine.1 Das Mikroklima dieses Lebensraumes ist durch eine bevorzugte Umgebungstemperatur von ca. 0 °C geprägt. Zur Bewältigung subnullgradiger Bedingungen produziert die Art mithilfe spezifischer Zucker ein physiologisches Frostschutzmittel, das ein Überleben bei Temperaturen von -10 bis -15 °C erlaubt. Im Gegensatz dazu wirken Temperaturen von über +12 °C letal auf Desoria saltans. Während der Schmelzperiode tritt die Art oberflächlich oft in massenhafter Zahl auf, wobei ihre tiefschwarze Körperfärbung einen starken Kontrast zum hellen Untergrund bildet. Bei Gefahr entkommt das Tier durch eine auffällige Fluchtreaktion mithilfe seiner Sprunggabel. Belastbare Daten zu spezifischen Parasitoiden, Konkurrenten oder direkten Fressfeinden im Nahrungsnetz fehlen in der aktuellen Datenlage, wobei Desoria saltans selbst mehrjährige Lebenszyklen aufweist.1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Desoria saltans ist primär in den europäischen Alpen als typischer Bewohner von Gletschern und dauerhaften Schneeflächen verbreitet. Die vertikale Verbreitung der Art ist an alpine und nivale Höhenstufen gebunden, wo sie auf Schneefeldern und Gletschereis vorkommt. Als natürlicher Lebensraum dienen den Tieren die Grenzschichten zwischen Gletschereis und aufliegender Schneedecke sowie Wasseransammlungen auf dem Eis. Zusätzlich besiedeln die Springschwänze das Spaltensystem des Eises sowie oberflächlich leicht eingeschmolzene Steine. Die thermischen Ansprüche der Art beschränken ihre Aktivität strikt auf den Gefrierpunktbereich, weshalb sie bevorzugt bei Temperaturen um 0 °C an der Oberfläche anzutreffen ist. Ihre physiologische Toleranzgrenze reicht durch die Produktion zuckerbasierter Frostschutzmittel bis −15 °C, wohingegen Temperaturen über +12 °C für die Tiere letal wirken. Während der Schmelzperiode tritt Desoria saltans auf Schneeflächen oft in massenhafter und auffälliger Zahl auf. Auf dem hellen Untergrund ist die tiefschwarz gefärbte Art dadurch leicht auszumachen. Belastbare Daten zu Vorkommen außerhalb des alpinen Raumes oder historischen Einschleppungen liegen nicht vor.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Der Gletscherfloh Desoria saltans zeigt eine strenge Bindung seiner Aktivität an alpine Frost- und Schmelzperioden. Die Tiere treten während der Schmelzperiode oberflächlich oft in großer Zahl auf. Ihre bevorzugte Umgebungstemperatur liegt konstant um 0 °C. Mit Hilfe spezieller Zucker produzieren die Tiere ein Frostschutzmittel, das ein Überleben bei Temperaturen von −10 bis −15 °C ermöglicht. Im Gegensatz dazu wirken Temperaturen von über +12 °C tödlich auf Desoria saltans. Die Aktivität und das Auftreten an der Oberfläche sind daher direkt an diese engen thermischen Grenzen gekoppelt. Außerhalb der Schmelzzeiten oder bei zu hohen Temperaturen ziehen sich die Tiere in tiefere Bereiche wie das Spaltensystem des Eises, in die Grenzschicht zwischen Eis und Schneedecke oder unter Steine zurück. Belastbare Daten zur genauen Generationenfolge pro Jahr oder zu spezifischen Larven- und adulten Aktivitätsmonaten fehlen in der wissenschaftlichen Literatur bisher. Das öffentliche Interesse an der Art zeigt in Auswertung von Suchanfragen jährliche Peaks im Monat Mai, was mit der einsetzenden Schmelzperiode korreliert.1
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Desoria saltans ist weder als Schädling noch als Krankheitsüberträger von medizinischer oder ökonomischer Relevanz, sondern ein ökologisch angepasster Bewohner alpiner Gletscherregionen. Das Schadpotenzial der Art ist gleich null, da sie weder Gebäude noch Vorräte befällt oder landwirtschaftliche Kulturen schädigt. Als typischer Bewohner von Schneeflächen ernährt sich das Tier ausschließlich von Schneealgen der Gattung Chlamydomonas sowie von organischen Partikeln und Pollen, die als Kryokonit auf das Eis geweht werden. Präventions- oder Bekämpfungsmaßnahmen sind somit obsolet, da das Insekt keinerlei Schäden verursacht und in seinem natürlichen Habitat keine Störung darstellt. Eine chemische, physikalische oder biologische Bekämpfung existiert für diese Art nicht, da sie keinen Schadorganismus darstellt. Das Auftreten der Tiere ist an extreme Umweltbedingungen gekoppelt, wobei Temperaturen von über +12 °C für Desoria saltans tödlich sind. Umgekehrt überleben die Tiere dank artspezifischer Zuckerverbindungen als Frostschutzmittel Temperaturen zwischen -10 und -15 °C. Aufgrund dieser physiologischen Spezialisierung auf den engen Temperaturbereich um 0 °C ist ein Eindringen in menschliche Siedlungen oder Innenräume ausgeschlossen. Gesetzliche Regelungen, Quarantänebestimmungen oder Meldepflichten existieren für den Gletscherfloh nicht. Belastbare Monitoring-Methoden im Sinne einer Schadorganismus-Überwachung fehlen, weshalb das massenhafte Auftreten während der Schmelzperiode lediglich als natürliches Phänomen auf Schneeflächen wahrgenommen wird.1
Nachweise