Lexikon-Eintrag

Gelbe Kammschnake Ctenophora flaveolata

Gelbe Kammschnake (Ctenophora flaveolata), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Zweiflügler (Diptera)
Familie
Tipulidae
Gattung
Ctenophora

Überblick

Einleitung

Ctenophora flaveolata, im Deutschen als Gelbe Kammschnake bekannt, ist ein Zweiflügler aus der Familie der Schnaken (Tipulidae). Die Art ist in großen Teilen Europas weit verbreitet, wird jedoch meist nur vereinzelt angetroffen. Mit einer Flügellänge von 14 bis 16 Millimetern gehört sie zu den großen Mückenarten, deren Larven sich obligatorisch in Totholz entwickeln.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Männchen tragen an jedem Fühlersegment vier lange Anhänge, wodurch die Fühler kammförmig erscheinen, während sie beim Weibchen dreieckig erweitert und gesägt sind.
  • Bei allen anderen Arten der Gattung Ctenophora ist mindestens ein durchgehendes dunkles Band in der Mittellinie der Tergite ausgebildet, was bei Ctenophora flaveolata durch sechs gelbe, fast durchgehende Ringe auf dem Hinterleib fehlt.
  • Die Coxen (Hüften) der Beine sind schwarz gefärbt, während die übrigen Abschnitte braun bis gelb sind und die Tibien (Schienen) dunkle Spitzen aufweisen.
  • Am hinteren Beinpaar sind neben den Schienen auch die Femora (Schenkel) dunkel gefärbt.
  • Die Fühler sind bei beiden Geschlechtern überwiegend hell, wobei die kammförmigen Anhänge der Männchen schwarz sind.
  • Die glasklaren und leicht gelblich getönten Flügel besitzen einen abgesetzten dunklen Fleck auf Höhe des Pterostigmas sowie eine meist verdunkelte Flügelspitze.
  • Männchen lassen sich anhand der artspezifischen Form des Hypopygiums am Hinterleibsende sicher bestimmen.
  • In Sachsen-Anhalt gilt die Art im Gegensatz zu vielen anderen Regionen als mäßig häufig.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Ctenophora flaveolata ist mit einer Flügellänge von 14-16 mm eine große Mückenart mit der typischen Körpergestalt der Schnaken. Sie besitzt sehr lange, dünne Beine und lanzettliche, in Ruhe abgespreizte Flügel. Der Rumpf ist schwarz gefärbt und weist drei gelbe Flecken auf. Der Hinterleib zeigt eine schwarz-gelbe Bänderung mit meist sechs gelben, fast durchgehenden Ringen am Hinterrand der Tergite und Sternite des dritten bis siebten oder achten Hinterleibssegments, die lediglich an den Seiten schmal unterbrochen sind. Das zweite Hinterleibssegment ist hingegen durchgehend schwarz. Die Coxen der Beine sind schwarz, während die übrigen Beinabschnitte braun bis gelb gefärbt sind. Die Tibien tragen eine dunkle Spitze, und am hinteren Beinpaar weisen zusätzlich auch die Femora eine dunkle Färbung auf. Ein ausgeprägter Sexualdimorphismus zeigt sich vor allem am Bau der Fühler und dem Hinterleibsende. Die Fühler sind bei beiden Geschlechtern meist hell gefärbt, tragen beim Männchen jedoch vier lange, schwarze Anhänge an jedem Segment, wodurch sie kammförmig erscheinen. Beim Weibchen sind die Glieder der Fühlergeißel hingegen dreieckig erweitert und wirken dadurch gesägt. Das Männchen ist zudem anhand der artspezifischen Form des Hypopygium am Hinterleibsende sicher bestimmbar. Die glasklaren und leicht gelblich getönten Flügel besitzen einen abgesetzten dunklen Fleck auf Höhe des Pterostigmas sowie eine meist verdunkelte Flügelspitze. Beim Weibchen ist zusätzlich der Zwischenraum zwischen diesen Bereichen verdunkelt. Aufgrund dieser spezifischen Färbung ist die Art von anderen Vertretern der Gattung Ctenophora unterscheidbar, bei denen stets ein durchgehendes dunkles Band in der Mittellinie der Tergite ausgebildet ist. Belastbare morphologische Daten zu Eiern, Puppen und Larven fehlen in der aktuellen Literatur weitgehend, da die Larvenentwicklung im Totholz stattfindet und die exakten Entwicklungsstadien bisher nicht umfassend beschrieben sind.1

Porträt

Beschreibung

Ctenophora flaveolata ist eine auffallend gefärbte Großmücke aus der Familie der Tipulidae und gehört innerhalb der Zweiflügler zur Gattung der Kammschnaken. Mit einer Flügellänge von 14-16 mm repräsentiert die Art eine stattliche Größe innerhalb der Schnaken. Die charakteristische Körpergestalt zeigt sich in sehr langen, dünnen Beinen sowie lanzettlichen, in der Ruheposition abgespreizten Flügeln. Ihre wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte im Jahr 1794 durch Johann Christian Fabricius als Tipula flaveolata, bevor sie im Jahr 1804 von Johann Wilhelm Meigen in die Gattung Ctenophora transferiert wurde.1 Innerhalb der Systematik wird sie der Untergattung Ctenophora s. str. zugeordnet. Im natürlichen Lebensraum fällt die Art durch ihre kontrastreiche Färbung auf, die sie von anderen Vertretern der Gattung unterscheidet. Der Rumpf präsentiert sich schwarz mit drei gelben Flecken, während das zweite Hinterleibssegment ebenfalls schwarz gefärbt ist. Auffällig sind meist sechs gelbe, fast durchgehende Ringe an den Hinterrändern der Tergite und Sternite des dritten bis achten Hinterleibssegments, die lediglich an den Seiten schmal unterbrochen sind. Im Gegensatz dazu weisen alle anderen Arten der Gattung Ctenophora mindestens ein durchgehendes dunkles Band in der Mittellinie der Tergite auf. Bezüglich der Beinanatomie sind die Coxen schwarz, während die übrigen Abschnitte braun bis gelb gefärbt sind; die Tibien tragen dunkle Spitzen und beim hinteren Beinpaar weisen auch die Femora dunkle Spitzen auf. Die hyalinen und leicht gelblich getönten Flügel besitzen einen abgesetzten dunklen Fleck auf Höhe des Pterostigmas sowie meist eine verdunkelte Flügelspitze. Die Fühlergeißel zeigt einen ausgeprägten Sexualdimorphismus. Männliche Exemplare tragen an jedem Segment vier lange Anhänge und besitzen dadurch kammförmige Fühler, während die Fühlerglieder beim Weibchen dreieckig erweitert und somit gesägt sind. Die kammförmigen Anhänge der Männchen sind überwiegend schwarz gefärbt, wohingegen die Fühler in beiden Geschlechtern meist hell erscheinen. Eine absolute Sicherheit bei der Artbestimmung des Männchens bietet die artspezifische Form des Hypopygium am Hinterleibsende. Belastbare morphologische oder Verhaltensdaten zu den Larvenstadien fehlen im Freiland weitgehend, da die Larve bisher unbekannt ist. Aufgrund der Biologie verwandter Arten und der Fundorte der Imagines gilt jedoch als gesichert, dass die Entwicklung in teilweise zersetztem Totholz stattfindet. In England gilt Ctenophora flaveolata als typisch für alte Wälder, wobei über einen Lebensraum in stärker zersetztem, weichem Totholz und eine mögliche Bindung an die Buche spekuliert wird. Die Flugzeit der Imagines beschränkt sich im Jahresverlauf auf das Frühjahr, wobei Beobachtungen meist von April und Mai bis in den Juni hineinreichen. Die europäische Verbreitung erstreckt sich über den größten Teil des Kontinents, wobei nördliche Regionen wie das nördliche Skandinavien und der Norden Großbritanniens gemieden werden. Die Ostgrenze des Verbreitungsgebietes verläuft in der Ukraine, ergänzt durch neuere Einzelnachweise aus dem russischen Tschuwaschien an der oberen Wolga sowie aus dem Kaukasus. In Mitteleuropa ist die Art zwar weit verbreitet, wird jedoch meist nur vereinzelt und in geringen Individuenzahlen angetroffen 1, wobei regionale Ausnahmen wie in Sachsen-Anhalt eine mäßige Häufigkeit vermuten lassen.1

Systematik

Name & Einordnung

Ctenophora flaveolata wurde im Jahr 1794 von dem Entomologen Johann Christian Fabricius unter dem basionymen Namen Tipula flaveolata erstbeschrieben. Im Jahr 1804 transferierte Johann Wilhelm Meigen die Art in die Gattung Ctenophora.1 Innerhalb dieser Gattung gehört die Art zur Nominatuntergattung Ctenophora s. str..1 Der Gattungsname leitet sich von den altgriechischen Wörtern kteis (Genitiv ktenos, bedeutet Kamm) und phorein (tragen) ab, was sich auf den kammförmigen Bau der Fühler bei den Männchen bezieht. Im deutschen Sprachraum ist die Art als Gelbe Kammschnake bekannt. Die Familie der Schnaken wird systematisch in der Ordnung der Zweiflügler (Diptera) geführt.1 Belastbare historische Synonyme jenseits der ursprünglichen Kombination als Tipula flaveolata sind in der aktuellen Datenlage nicht dokumentiert.

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Ctenophora flaveolata durchläuft als Zweiflügler einen vollständigen Lebenszyklus, dessen exakte Details im Freiland bisher nur in Teilen dokumentiert sind. Die Imagines fliegen im Jahresverlauf während der Frühjahrsmonate von April und Mai bis in den Juni hinein. Aufgrund des Feidenspektrums verwandter Arten sowie der Fundorte geschlechtsreifer Tiere ist die Entwicklung an Totholz gekoppelt. Belastbare Nachweise zur genauen Anzahl der Larvenstadien oder spezifischen physiologischen Diapause-Mechanismen fehlen für Ctenophora flaveolata bisher. Die Larven besiedeln nach aktuellem Kenntnisstand teilweise zersetztes Totholz. In Regionen wie England gilt die Art als typisch für alte Wälder, wobei über eine spezifische Bindung an Buchenholz spekuliert wird. Genauere quantitative Daten zu Nahrungssubstraten, Nährwertanforderungen oder physiologischen Toleranzen liegen derzeit nicht vor. Auch zu den Entwicklungsdauern der einzelnen Stadien, temperaturabhängigen Raten oder der exakten Fertilität existieren in der wissenschaftlichen Literatur keine quantifizierten Messwerte. Mortalitätsfaktoren, natürliche Feinde wie Parasitoide oder Prädatoren sowie mögliche Symbiosen sind für diese Art bisher nicht systematisch untersucht worden. Die morphologische Differenzierung der geschlechtsreifen Tiere gelingt anhand der Fühlerstrukturen, die bei Männchen kammförmig und bei Weibchen gesägt ausgebildet sind, sowie durch die artspezifische Form des Hypopygiums der Männchen.1

Lebensweise

Verhalten

Belastbare Verhaltensdaten zur Gelben Kammschnake (Ctenophora flaveolata) liegen in der wissenschaftlichen Literatur kaum vor. Die Imagines fliegen im Frühjahr von April bis Mai sowie vereinzelt bis in den Juni. Weitere spezifische Verhaltensweisen wie Fortbewegung, Orientierung, Kommunikation oder Abwehrreaktionen wurden bisher nicht systematisch untersucht.1

Lebensweise

Ökologie

Ctenophora flaveolata besiedelt als xylobionte Art primär alte Wälder mit einem entsprechenden Angebot an Totholz. Die Larvenentwicklung findet in teilweise zersetztem Totholz statt, wobei aufgrund von Fundzusammenhängen eine Präferenz für weicheres Holz sowie eine mögliche Bindung an Buchen diskutiert wird. Belastbare Daten zur genauen Dauer der Entwicklung, zur Mikroklimatologie der Brtsubstrate oder zu spezifischen Parasitoiden und natürlichen Feinden fehlen bisher. Die Imagines fliegen im Frühjahr von April bis Mai sowie vereinzelt bis in den Juni. Aufgrund der Lebensweise der Larven im Holz ist von einer Funktion als Destruent im Ökosystem auszugehen, während die adulten Mücken keine nennenswerte Nahrungsaufnahme zur Phytophagie oder Prädation zeigen.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Ctenophora flaveolata ist über den größten Teil Europas verbreitet, tritt dort jedoch meist nur vereinzelt und selten auf. Im Norden des Kontinents fehlt die Art im nördlichen Skandinavien sowie im Norden Großbritanniens, wobei historische Nachweise aus Schottland möglicherweise auf Verschleppungen durch den Menschen zurückgehen. Die östliche Verbreitungsgrenze verläuft in der Ukraine, während in jüngerer Zeit auch Einzelnachweise aus dem russischen Raum an der oberen Wolga sowie aus dem Kaukasus vorliegen. In Regionen ohne entsprechende Habitatsansprüche wie in den küstennahen Niederlanden ist die Art nicht vertreten, wohingegen sie in Deutschland unter anderem in Bremen nachgewiesen wurde. Innerhalb Mitteleuropas gilt Ctenophora flaveolata als weit verbreitete, aber selten registrierte Art. Lokal wie in Sachsen-Anhalt wird sie gebietsweise als mäßig häufig eingestuft. Als typischer Lebensraum fungieren alte Wälder, in denen die Art an spezifische Habitate gebunden ist. Die Larvenentwicklung findet in teilweise zersetztem Totholz statt, wobei eine Bindung an weicheres Totholz sowie an Buchen diskutiert wird. Die Flugzeit der Imagines erstreckt sich vom Frühjahr im April und Mai bis in den Juni hinein.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Halstenbek, Heidkampstwiete, 25469 Halstenbek, Deutschland

    19.05.2026

  • Deutschland

    12.05.2026

  • Hamburg, Hamburg, Deutschland

    10.05.2026

  • Aachen, Brand Markt, 52078 Aachen, Germany

    09.05.2026

  • Bochum, North Rhine-Westphalia, Deutschland

    08.05.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
8
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 16.07.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die Flugzeit der adulten Ctenophora flaveolata erstreckt sich im Jahresverlauf hauptsächlich über das Frühjahr und den Frühsommer. Imagines treten überwiegend in den Monaten April und Mai auf, wobei Sichtungen vereinzelt bis in den Juni hineinreichen. Über die genaue Generationenfolge pro Jahr sowie das exakte Überwinterungsstadium liegen in der wissenschaftlichen Literatur derzeit keine belastbaren Daten vor. Auch zu Tages- und Nachtaktivitätsmustern sowie spezifischen Temperaturabhängigkeiten existieren keine systematischen Untersuchungen. Die Entwicklung der Larven findet mutmaßlich in teilweise zersetztem Totholz statt, wobei exakte zeitliche Parameter der Larvalphase unbekannt sind. Belastbare quantitative Daten zur Phänologie außerhalb der adulten Flugzeit fehlen vollständig. Aggregierte Suchanfragen weisen punktuelle Ausschläge im Februar auf, die jedoch aufgrund geringer Fallzahlen keine Rückschlüsse auf die biologische Aktivität zulassen.1

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Ctenophora flaveolata stellt keinen Schädling oder Lästling dar und besitzt keinerlei medizinische oder veterinärmedizinische Relevanz. Die Art ist weder als Vektorenergiedträger für Krankheitserreger noch als Auslöser von Allergien bekannt. Das Schadpotenzial an lebenden Pflanzen, verbauten Holzstrukturen oder gelagerten Gütern ist gleich null, da sich die Larven obligatorisch in Totholz entwickeln. Da es sich um eine in Europa weit verbreitete, aber meist selten und vereinzelt gefundene Art handelt, sind keine spezifischen Schadbilder an Wirtschaftsgütern dokumentiert. Belastbare Daten zu wirtschaftlichen Schäden oder spezifischen Befallsanzeichen an Bauholz fehlen, da die Larvenentwicklung an alte, teilweise zersetzte Totholzstrukturen in naturnahen Wäldern gebunden ist. Präventionsmaßnahmen im Sinne einer Schädlingsbekämpfung sind für Ctenophora flaveolata nicht erforderlich. Es existieren weder chemische, physikalische noch biologische Bekämpfungsmaßnahmen oder integrierte Schädlingsbekämpfungsstrategien (IPM) gegen diese Art, da sie als ökologisch unbedenklich eingestuft wird. Rechtliche Aspekte wie Quarantänevorschriften oder Meldepflichten existieren für diesen Zweiflügler nicht. Spezifische Monitoring-Methoden oder Fallen zur Überwachung der Art im Rahmen des Haus- oder Vorratsschutzes sind nicht etabliert, weshalb die Art in der Praxis keine Rolle im Schädlingsmanagement spielt.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Ctenophora_flaveolata