Lexikon-Eintrag

Grüne Flechteneule Cryphia algae

Grüne Flechteneule (Cryphia algae), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie
Noctuidae
Gattung
Cryphia

Überblick

Einleitung

Die Grüne Flechteneule (Cryphia algae), auch Dunkelgrüne Flechteneule genannt, ist ein Schmetterling aus der Familie der Eulenfalter (Noctuidae). Die Art ist von Südeuropa über Mitteleuropa bis nach Skandinavien verbreitet und besiedelt bevorzugt Laub- und Mischwälder sowie reichlich mit Flechten bewachse Lebensräume.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Verpuppung der Art findet im Juni des auf das Schlüpfen folgenden Jahres statt.
  • Zu den historischen Synonymen der Art zählen unter anderem Euthales algae, Noctua degener und Noctua spoliatricula.
  • Als taxonomisch ähnliche Arten werden im Artumfeld Cryphia pallida, Cryphia ochsi, Cryphia rungsi sowie Cryphia receptricula aufgeführt.
  • Historische deutschsprachige Trivialnamen der Art umfassen neben der Aepfeleule auch Bezeichnungen wie Plündrerin, Moosgrün-Bindchen und Algen-Eulchen.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Grüne Flechteneule (Cryphia algae) ist ein kleiner Nachtfalter aus der Familie der Eulenfalter (Noctuidae). Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 22 bis 26 Millimetern. Ihre Vorderflügel zeigen eine Mischung aus grauen oder schwarzgrauen sowie moosgrünen Farbtönen. Das Wurzelfeld ist deutlich heller als das Mittelfeld ausgeprägt. Zusätzlich ist das Saumfeld der Vorderflügel oftmals grünlich gefärbt. Die Hinterflügel weisen eine graubraune Färbung auf und sind im Wurzelbereich etwas heller. Aufgrund dieser kryptischen Färbung sind die Falter an mit Flechten bewachsenen Baumstämmen hervorragend getarnt. Die Raupen der Art ernähren sich von Flechten an Laub- und Obstbäumen und sind besonders an alten Eichen zu finden. Nach dem Überwintern verpuppen sich die Larven im Juni des folgenden Jahres. Belastbare morphologische Beschreibungen zu Eiern, Puppen, Kopfstrukturen oder feineren Thorax- und Abdomenmerkmalen liegen in den verfügbaren Daten nicht vor. Auch ein möglicher Sexualdimorphismus ist in der Literatur nicht dokumentiert. Eine genaue Artbestimmung kann durch ähnliche Arten aus dem Verwandtschaftskreis erschwert werden.1

Porträt

Beschreibung

Cryphia algae ist ein nachtaktiver Schmetterling aus der Familie der Eulenfalter, der in den vergangenen 250 Jahren unter zahlreichen verschiedenen Trivialnamen geführt wurde. Zu den historischen Bezeichnungen gehören unter anderem Aepfeleule, Die teutsche Steinflechteneule sowie die Dunkelgrüne Algeneule, wobei sich keine dieser historischen Benennungen im allgemeinen Sprachgebrauch durchsetzten. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 22 bis 26 Millimetern. Ihre Vorderflügel zeigen eine graue bis schwarzgraue Grundfärbung, die mit moosgrünen Tönen gemischt ist. Das Wurzelfeld ist bei dieser Art heller ausgebildet als das Mittelfeld, während das Saumfeld häufig eine grünliche Färbung aufweist. Die Hinterflügel präsentieren sich in einem Graubraun, das im Wurzelbereich etwas aufgehellt ist. In ihrem natürlichen Lebensraum sind die Falter extrem versteckt und ruhen tagsüber an flechtenbewachsenen Baumstämmen. Aufgrund ihrer krypschen Färbung verschmelzen sie optisch mit dem Substrat, wodurch sie für Fressfeinde hervorragend getarnt sind. Die Art besiedelt bevorzugt Laub- und Mischwälder, Streuobstwiesen sowie Siedlungsgebiete mit einem ausreichenden Bestand an laubabwerfenden Bäumen und reichem Flechtenbewuchs. Als Nahrungshabitate dienen vor allem Areale mit alten Laubbäumen, wobei die Raupen insbesondere an alten Eichen anzutreffen sind. Die Larven ernähren sich spezialisiert von Flechten, die an Laub- und Obstbäumen wachsen. Nach dem Erscheinen der Raupen ab September erfolgt die Überwinterung dieses Entwicklungsstadiums. Im darauffolgenden Jahr verpuppen sich die Larven im Juni. Die Flugzeit der adulten Falter beschränkt sich auf die Monate Juli und August. Als univoltine Art bringt Cryphia algae somit eine Generation pro Jahr hervor. In ihrem Verbreitungsgebiet reicht das Vorkommen von Südeuropa über Mitteleuropa bis hin zur Nord- und Ostsee. Zuwanderungsbeobachtungen liegen aus Ländern wie Großbritannien, Dänemark, Finnland und den baltischen Staaten vor. Außerhalb Europas wird die Art für Regionen wie Kleinasien, den Kaukasus, Turkmenistan und den Irak gemeldet, wobei für diese außereuropäischen Vorkommen Verwechslungen mit ähnlichen Arten nicht ausgeschlossen werden können und deshalb eine Überprüfung erforderlich ist. Zu den nah verwandten Arten im taxonomischen Umfeld zählen Cryphia pallida, Cryphia ochsi, Cryphia rungsi sowie Cryphia receptricula. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung geht auf Fabricius aus dem Jahr 1775 zurück.1

Systematik

Name & Einordnung

Die Dunkelgrüne Flechteneule (Cryphia algae) wird systematisch innerhalb der Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera) in die Familie der Eulenfalter (Noctuidae) eingeordnet. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung der Art erfolgte im Jahr 1775 durch den Entomologen Fabricius unter der basionymen Kombination Noctua algae. Im Laufe der Forschungsgeschichte wurde die Art aufgrund taxonomischer Überarbeitungen verschiedenen Gattungen zugeordnet, weshalb zahlreiche Synonyme wie Phalaena algae (Fabricius, 1775), Bryophila algae (Fabricius, 1775), Metachrostis algae (Fabricius, 1775) und Euthales algae (Fabricius, 1775) existieren. Zu den heterotypischen beziehungsweise historischen Synonymen zählen zudem Taxa wie Noctua degener (Denis & Schiffermüller, 1775), Noctua spoliatricula (Denis & Schiffermüller, 1775), Phalaena Noctua calligrapha (Borkhausen, 1792), Phalaena Noctua chloris (Borkhausen, 1792) und Noctua mendacula (Hübner, 1813). Im deutschen Sprachraum wurden in den vergangenen Jahrhunderten diverse Trivialnamen wie Aepfeleule, Algeneule, Moosgrün-Bindchen, Baumflechteneule oder Dunkelgrüne Algeneule publiziert, von denen sich jedoch keine Bezeichnung im allgemeinen Sprachgebrauch dauerhaft durchsetzen konnte.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die Biologie von Cryphia algae ist eng an das Vorkommen von Baumflechten als primäre Nahrungsquelle gekoppelt. Die Falter sind nachtaktiv und verbringen den Tag gut getarnt an mit Flechten bewachsenen Baumstämmen. Sie fliegen in einer Generation pro Jahr von Juli bis August.1 Nach der Paarung erfolgt die Ablage der Eier, wobei genaue Fertilitätsraten und Eizahlen in der aktuellen Datenlage nicht systematisch beziffert sind. Aus den Eiern schlüpfen ab September die Raupen. Diese ernähren sich oligophag von Flechten, die an verschiedenen Laubhölzern, Obstbäumen und bevorzugt an alten Eichen wachsen. Zur Physiologie der Art gehört eine obligatorische Überwinterung als Larve. Die Raupen überwintern geschützt in ihrem Habitat und setzen ihre Entwicklung im folgenden Frühjahr fort. Im Juni des darauffolgenden Jahres verpuppen sich die Larven schließlich.1 Belastbare quantitative Daten zu genauen Entwicklungsdauern bei bestimmten Temperaturen, spezifischen larvalen Stadienanzahlen oder Parasitoiden fehlen in der Literatur bisher. Ebenso liegen keine detaillierten Studien zu physiologischen Kältetoleranzen oder spezifischen Mortalitätsfaktoren außerhalb der allgemeinen Prädation vor.

Lebensweise

Verhalten

Die Falter von Cryphia algae sind streng nachtaktiv und führen eine sehr versteckte Lebensweise. Tagsüber verweilen sie an mit Flechten bewachsenen Baumstämmen. Aufgrund ihrer tarnenden Färbung, die grau- bis schwarzgraue sowie moosgrüne Elemente der Vorderflügel umfasst, sind sie dort für Fressfeinde optisch kaum auszumachen. Die Flugzeit der imaginalen Falter erstreckt sich auf die Monate Juli bis August. Spezifische quantitative Daten zu weiterem artspezifischen Verhalten wie komplexer Orientierung, Stridulation oder Territorialität liegen für Cryphia algae in der Literaturgrundlage nicht vor.1

Lebensweise

Ökologie

Cryphia algae besiedelt bevorzugt Laub- und Mischwälder, Siedlungsgebiete sowie Streuobstwiesen, sofern dort Laubhölzer mit reichlichem Flechtenbewuchs vorhanden sind. Die ökologische Nische der Art ist eng mit baumbewohnenden Flechten verknüpft, die als essentielle Nahrungsbasis dienen. Die nachtaktiven Falter verbringen den Tag versteckt an flechtenbewachsenen Baumstämmen. Aufgrund ihrer moosgrünen und grau gemischten Tarnfärbung sind sie dort optimal vor Fressfeinden geschützt. Die Raupen ernähren sich oligophag von Flechten an Laub- und Obstbäumen und sind dabei besonders an alten Eichen anzutreffen. Die Entwicklung umfasst eine Überwinterung als Larve ab September, gefolgt von der Verpuppung im Juni des Folgejahres.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Dunkelgrüne Flechteneule (Cryphia algae) ist von Südeuropa über Mitteleuropa bis hin zur Nord- und Ostsee verbreitet. Das natürliche Areal umfasst zudem Regionen in Asien wie Kleinasien, den Kaukasus, Turkmenistan und den Irak, wobei diese außereuropäischen Vorkommen teilweise einer Bestätigung bedürfen. In nördlicheren Regionen wie Großbritannien, Dänemark, Finnland und den Baltischen Staaten treten gelegentlich Einzelbeobachtungen auf, die als Zuwanderer interpretiert werden. Die Art besiedelt in ihrem Verbreitungsgebiet bevorzugt Laub- und Mischwälder sowie Streuobstwiesen. Ein charakteristisches Habitatmerkmal ist das Vorhandensein von Laubhölzern mit reichlichem Flechtenbewuchs. Deshalb ist die Art neben naturnahen Wäldern auch in entsprechenden Siedlungsgebieten anzutreffen. Die Raupen ernähren sich spezialisiert von Flechten an Laub- und Obstbäumen, wobei sie besonders häufig an alten Eichen zu finden sind. Tagsüber sitzen die nachtaktiven Falter sehr versteckt an mit Flechten bewachsenen Baumstämmen. Aufgrund ihrer tarnenden Flügelzeichnung sind sie dort für Fressfeinde kaum zu erkennen. Belastbare quantitative Daten zur vertikalen Verbreitung und zu genauen Höhenstufen liegen in der wissenschaftlichen Literatur nicht vor.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Berlin, Berlin, Deutschland

    25.06.2026

  • Berlin, DE-BE-BR, Deutschland

    25.06.2026

  • Deutschland

    04.05.2026

  • Deutschland

    25.04.2026

  • Röttgen, 53 Bonn, Deutschland

    24.04.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

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2
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 13.10.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die saisonale Aktivität von Cryphia algae ist an den Lebenszyklus als univoltine Art angepasst. Die imaginalen Falter fliegen in einer Generation von Juli bis August. Diese adulte Phase ist streng nachtaktiv; tagsüber ruhen die Falter versteckt und durch ihre kryptische Färbung hervorragend getarnt an mit Flechten bewachsenen Baumstämmen. Nach der Fortpflanzung schlüpfen die Raupen ab September. Diese Larven ernähren sich von Flechten an Laub- und Obstbäumen wie alten Eichen. Als Überwinterungsstadium dient ausschließlich die Larve, welche die kalte Jahreszeit überdauert. Nach Abschluss der Diapause im Frühjahr verpuppen sich die Raupen im Juni des folgenden Jahres, woraufhin der Zyklus mit dem Schlupf der neuen Faltergeneration im Sommer neu beginnt.1 Das öffentliche Suchinteresse weist im Jahresverlauf geringe, durch vereinzelte Zugriffe geprägte Phasen auf, wobei in den Wintermonaten gelegentliche Ausschläge registriert werden.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Dunkelgrüne Flechteneule (Cryphia algae) wird ökologisch als Phytophage eingestuft, besitzt jedoch keine wirtschaftliche Bedeutung als Forstschädling. Das Schadpotenzial der Art ist minimal, da sich die oligophagen Raupen spezialisiert von Flechten an Laub- und Obstbäumen sowie alten Eichen ernähren. Ein direkter Schadbild an lebendem Pflanzengewebe durch die Larven wird in der Fachliteratur nicht beschrieben.1 Medizinische oder gesundheitliche Relevanzen wie Allergien oder die Funktion als Vektor sind für Cryphia algae nicht bekannt. Befallsanzeichen beschränken sich auf das Auftreten der nachtaktiven und versteckt lebenden Falter, die von Juli bis August fliegen und durch ihre moosgrüne Tarnfärbung an Baumstämmen auffallen.1 Spezifische Präventions-, Monitoring- oder Bekämpfungsmaßnahmen sind für diese Art nicht etabliert, da sie keine Schäden an Kulturpflanzen oder baulichen Anlagen verursacht. Belastbare Daten zu wirtschaftlichen Schäden oder integrierten Bekämpfungsstrategien fehlen vollständig. Rechtliche Aspekte wie Quarantänevorschriften oder Meldepflichten existieren für diesen Schmetterling nicht.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Dunkelgr%C3%BCne_Flechteneule