Lexikon-Eintrag

Totengräber-Kurzflügelkäfer Creophilus maxillosus

Totengräber-Kurzflügelkäfer (Creophilus maxillosus), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Käfer (Coleoptera)
Familie
Staphylinidae
Gattung
Creophilus

Überblick

Einleitung

Creophilus maxillosus ist ein Käfer aus der Familie der Kurzflügler (Staphylinidae).1 Die Art ist in der Holarktis weit verbreitet und besiedelt bevorzugt offene und bewaldete Habitate an Kadavern. Aufgrund seiner ökologischen Bindung an Aas und der gezielten Prädation von Fliegenlarven findet der Käfer Anwendung in der forensischen Entomologie zur Abschätzung von post-mortem-Intervallen.12

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Weltweit werden aktuell 16 Arten der Gattung Creophilus unterschieden, wobei Creophilus maxillosus die einzige in Europa vertretene Art dieser Gattung is.
  • Die in Nordamerika verbreitete Unterart wurde früher als eigenständige Art unter dem Namen Creophilus villosus geführt.
  • Der Gattungsname Creophilus leitet sich von den altgriechischen Wörtern kréas (Fleisch) und phílos (Freund) ab.
  • Historisch wurde die Art im deutschen Sprachraum im Werk Der Käfersammler zeitweise auch als „Weisshaar-Halbflügler“ bezeichnet.
  • Die Unterseite des Hinterleibs ist bei der europäischen Nominatform Creophilus maxillosus maxillosus dicht und überwiegend hell behaart, während die nordamerikanische Unterart Creophilus maxillosus villosus dort hinten dicht dunkel behaart ist.
  • Carl von Linné führte bereits 1746 eine frühere Beschreibung unter dem polynomialen Namen Staphylinus ater glaber, maxillis longitudine capitis durch.
  • Als Autor für die Abtrennung der Gattung Creophilus von Staphylinus werden in der Literatur wahlweise Leach, Samouelle oder Kirby aus dem Jahr 1819 genannt.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der adulte Creophilus maxillosus erreicht eine Körperlänge von 15 bis 25 mm und besitzt eine charakteristische, kontrastreiche Grundfärbung. Kopf und Halsschild sind glänzend schwarz gefärbt, wobei der Kopf an den Schläfen und der Halsschild am Seitenrand behaart sind. Die elfgliedrigen, schnurförmigen Fühler sind schwarz, wobei die letzten fünf Glieder eine gestreckte Keule bilden. Die großen, ovalen Augen sitzen weit voneinander entfernt auf der Kopfoberseite und sind fast flach gestellt. Ein leichter Sexualdimorphismus zeigt sich am Kopf, welcher bei Weibchen und schwächeren Männchen abgerundet ist und sich nach hinten verbreitert, während er bei starken Männchen vor den Augen ebenso breit oder etwas breiter als vor dem Hals ist. Die stark verkürzten Flügeldecken sind gemeinsam etwas breiter als der Halsschild und lassen die letzten sechs der acht Hinterleibstergite unbedeckt. Über die ansonsten schwarzen Flügeldecken verläuft eine unscharf begrenzte, breite, gezackte Querbinde aus grauen Haaren mit schwarzhaarigen Flecken. Die Unterseite des Hinterleibs ist je nach Unterart unterschiedlich dicht überwiegend hell behaart. Alle Schienen tragen auf der Unterseite zwei ungleich lange Enddornen, wobei der deutlich längere innen liegt. Die Tarsen sind fünfgliedrig, wobei die Vordertarsen rundlich erweitert sind und unterseits ein Kissen aus Hafthaaren tragen. Frisch geschlüpfte Larven erreichen eine Länge von 5,5 bis 6 mm bei einer Breite von 1,2 bis 1,5 mm, während das letzte Larvenstadium eine Länge von 25 bis 30 mm und eine Dicke von 5 bis 7 mm aufweist. Die Larven besitzen einen rundlichen, platten Kopf mit vier Ozellen je Seite sowie dreigliedrige Cerci am letzten Abdominalsegment. Die Puppe ist etwa 15 mm lang, an der breitesten Stelle 5 mm breit und wandelt sich farblich von anfangs durchscheinend hellbraun zu schwarz. Das Ei ist dünnschalig, opak, weiß bis cremefarben und weist eine Länge von 2 bis 3 mm bei einer Dicke von 1,5 bis 2 mm auf. Aufgrund der einzigartigen grauen Querbinde auf den Flügeldecken und der charakteristischen Körperbehaarung ist die Art kaum mit anderen Kurzflüglern zu verwechseln.1

Porträt

Beschreibung

Der Totengräber-Kurzflügelkäfer (Creophilus maxillosus) ist eine weltweit in der Holarktis verbreitete Art der Kurzflügler, die durch ihre spezialisierte Lebensweise an Aas und eine markante, kontrastreiche Behaarung gekennzeichnet ist. Im natürlichen Lebensraum fällt der 15 bis 25 mm lange Käfer vor allem durch seine rasche Mobilität an Kadavern verschiedenster Wirbeltiere auf.12 Makroskopisch lässt sich die Art im Feld leicht durch den glänzend schwarzen, hinten halsförmig abgeschnürten Kopf, den glänzenden Halsschild sowie eine breite, gezackte Querbinde aus grauen Haaren auf den stark verkürzten Flügeldecken ansprechen. Unter dem Mikroskop offenbaren sich detailreiche anatomische Strukturen wie die elfgliedrigen Fühler mit fünfgliedriger Keule sowie artspezifische Bezahnungen der Mandibeln, wobei der linke Oberkiefer zwei und der rechte drei kleine Innenzähne aufweist. Die Vordertarsen sind rundlich erweitert und tragen unterseits ein Kissen aus Hafthaaren. Die Entwicklung verläuft über ein 2,0 bis 3,0 mm langes, weiß bis cremefarbenes Ei sowie räuberische Larvenstadien, deren Endstadien eine Länge von 25,0 bis 30,0 mm erreichen und durch stark sklerotisierte Rückenschilder sowie dreigliedrige Cerci charakterisiert sind. Die Metamorphose führt zu einer etwa 15,0 mm langen Puppe mit charakteristischen, erhöhten Stigmen und einem vorderen Halsschildgrat. Geschlechtsunterschiede zeigen sich im Verlauf des Lebenszyklus unter anderem in der Kopfbreite und -form, wobei starke Männchen einen vor den Augen verbreiterten Kopf aufweisen, sowie in der Ausgestaltung der äußeren Sexualorgane. Als Besonderheit weist die Art eine ausgeprägte Präferenz für das Aasstadium und zoophag ernährende Fliegenlarven auf, während das Aas selbst nur bei extremer Nahrungsnot verzehrt wird.1 Im Vergleich zu anderen Vertretern der Familie Staphylinidae ist die Gattung Creophilus in Europa monotypisch, und Creophilus maxillosus unterscheidet sich von allen Schwesterarten durch die charakteristische grauweisse Flügeldeckenbinde sowie die spezifische dorsale Behaarung.12 Die Erstbeschreibung erfolgte im Jahr 1758 durch Carl von Linné in der zehnten Auflage von Systema Naturae unter dem Namen Staphylinus maxillosus, bevor die Art 1819 durch Leach in die eigenständige Gattung Creophilus überführt wurde.1

Systematik

Name & Einordnung

Creophilus maxillosus wurde im Jahr 1758 von Carl von Linné in der zehnten Auflage seines Werkes Systema Naturæ unter der wissenschaftlichen Erstbeschreibung als Staphylinus maxillosus publiziert. Der schwedische Naturforscher berücksichtigte dabei bereits vier ältere Quellen, darunter eine eigene Beschreibung aus dem Jahr 1746 als Staphylinus ater glaber, maxillis longitudine capitis. Der Artname leitet sich vom lateinischen Adjektiv maxillosus (großkiefrig) ab und bezieht sich auf die auffällig großen Mundwerkzeuge. Die Abtrennung der Gattung Creophilus von der übergeordneten Gattung Staphylinus geht auf William Kirby zurück, was erstmals 1819 durch William Elford Leach beziehungsweise durch John Samouelle publiziert wurde. Als Typusart der Gattung wurde Creophilus maxillosus festgelegt. Der Gattungsname Creophilus ist aus den altgriechischen Wörtern κρέας (kréas, Fleisch) und φίλος (phílos, Freund) zusammengesetzt und beschreibt die ökologische Bindung der Tiere an verrottendes Fleisch. Im deutschsprachigen Raum ist die Art primär unter den Trivialnamen Totengräber-Kurzflügelkäfer und Aas-Raubkäfer bekannt. Historisch existieren zudem regionale oder veraltete Bezeichnungen wie 'Weisshaar-Halbflügler'.1 Auf internationaler Ebene wird die Art im englischen Sprachraum unter anderem als large-jawed rove beetle geführt. Die Art tritt in Europa in der Nominatform Creophilus maxillosus maxillosus auf, während die überwiegend in Nordamerika verbreitete Population früher als eigene Art Creophilus villosus geführt und heute als Unterart Creophilus maxillosus villosus eingeordnet wird. In der historischen Literatur wurden zahlreiche weitere Varianten und Unterarten beschrieben, darunter Formen wie balteatus De Geer und arcticus Erichson.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die Biologie und der Lebenszyklus von Creophilus maxillosus sind eng an Aas als zentrales Nahrungs- und Entwicklungssubstrat geknüpft.1 Adulte Käfer fliegen Kadaver im offenen Gelände sowie in bewaldeten Gebieten früh während der Bläh- und Verwesungsphase an und verbleiben dort bis zu 13 Tage post-mortem.2 Die Hauptnahrung sowohl der Adulten als auch der Larven besteht aus Dipterenlarven, die auf dem Aas heranwachsen. Bei Nahrungsnot oder in Gefangenschaft erbeuten die Käfer zudem Regenwürmer, Ameisen, Termiten oder Artgenossen, während das Aas selbst nur bei äußerstem Mangel direkt als Nahrung dient. Das Aufspüren der Beute und des Substrats erfolgt primär über den Geruchssinn und durch aktive Flüge über beträchtliche Distanzen. Hinsichtlich der Freßpräferenzen zeigen die Tiere artspezifische Unterschiede bei der Annahme verschiedener Fliegenlarven. Die phänologische Aktivität erstreckt sich ganzjährig, wobei in gemäßigten Breiten zwei deutliche Häufigkeitsmaxima im Frühsommer und Frühherbst auftreten. Als physiologische Besonderheit ist die Art an kühlere bis gemäßigte Zonen der nördlichen Hemisphäre angepasst und im Kaukasus lückenlos von der Ebene bis in die Nivalzone nachgewiesen.1 Über spezifische physiologische Diapaisestadien oder genaue Entwicklungsdauern der Präimaginalstadien bei definierten Temperaturen liegen in den vorliegenden Daten keine quantitativen Messwerte vor. Das weiß bis cremefarbene Ei weist eine Länge von 2 bis 3 mm und eine Dicke von 1,5 bis 2 mm auf. Die frisch geschlüpfte Larve misst 5,5 bis 6 mm in der Länge und 1,2 bis 1,5 mm in der Breite, während das letzte Larvenstadium eine Länge von 25 bis 30 mm und eine Dicke von 5 bis 7 mm erreicht. Die Verpuppung erfolgt über eine etwa 15 mm lange und 5 mm breite Puppe, die anfangs durchscheinend hellbraun und später schwarz gefärbt ist.1 Als Mortalitätsfaktoren wirken innerartlicher Kannibalismus bei hoher Populationsdichte sowie direkte Kämpfe um Beute zwischen Artgenossen. Belastbare quantitative Daten zu Parasitoiden oder spezifischen natürlichen Feinden fehlen in der aktuellen Datenlage.1

Lebensweise

Verhalten

Der Totengräber-Kurzflügelkäfer Creophilus maxillosus überwindet zur Nahrungs- und Aassuche beträchtliche Distanzen, wobei die Lokalisierung primär im Flug erfolgt. Zusätzlich werden Geruchssignale genutzt, um Aas in der Nähe direkt aus unterirdischen Verstecken anzulocken, woraufhin sich die Tiere mittels ihrer Beine nähern. Die Art ist nachtaktiv und zeigt besonders während dieser Zeit eine gesteigerte Aktivität. Als Hauptnahrung dienen Fliegenlarven auf Kadavern, die aktiv gejagt und mit den Oberkiefern ergriffen werden. Bei der Beutejagd fixieren die Käfer die Larven zusätzlich mit den Vorderbeinen, während sie auf dem mittleren und hinteren Beinpaar stehen. Nach Hungerphasen reagieren die Tiere visuell und olfaktorisch stark auf neue Beute und können in kurzer Folge mehrere Larven verzehren. Neben Fliegenlarven greifen hungrige Individuen bei Nahrungsmangel auch andere wirbellose Tiere wie Ameisen, Termiten, Regenwürmer oder Artgenossen an. Im Streit um Beute kommt es zu aggressiven Interaktionen zwischen adulten Tieren, die zu erheblichen Beschädigungen oder bei Platzmangel in Gefangenschaft zum Kannibalismus führen können. Kadaver selbst werden von den adulten Käfern nur bei größter Nahrungsnot als Substrat genutzt, da die Anwesenheit von Fliegenlarven die Nahrungsaufnahme sofort auf dieses bevorzugte proteinreiche Futter lenkt.1 Adulte Käfer erscheinen im Zuge der Sukzession früh an Kadavern und verbleiben dort bis zu 13 Tage post-mortem.2

Lebensweise

Ökologie

Creophilus maxillosus besetzt als nekrophager Raubkäfer eine zentrale ökologische Nische an Aas in offenen und bewaldeten Habitaten.12 Die Art besiedelt Kadaver verschiedenster Wirbeltiere, wobei feuchte Standorte und größere Kadaver bevorzugt werden.1 Adulte Käfer überwinden beträchtliche Distanzen im Flug, um Nahrungsquellen primär während der Fäulnisstadien frühzeitig zu lokalisieren. Im Nahrungsnetz agieren sowohl die Imago als auch die Larven als Prädatoren, die sich überwiegend von Fliegenlarven ernähren.12 Bei Nahrungsmangel oder in Gefangenschaft erbeuten die Tiere zudem Ameisen, Termiten, Regenwürmer sowie Artgenossen. Das Aas selbst dient den adulten Käfern nur bei akuter Nahrungsnot als direkte Substratquelle. Aktivitätsmaxima der ganzjährig auftretenden Art liegen im Frühsommer und Frühherbst, wobei die Tiere vor allem nachtaktiv sind. Im Kaukasus wurde die Art von der Ebene bis in die Nivalzone in allen Höhenstufen nachgewiesen. Intra- und interspezifische Konkurrenz prägt das Verhalten an der Nahrungsquelle, wobei Käfer bei Beutestreitigkeiten Artgenossen erheblich beschädigen können. Natürliche Feinde und Parasitoide sind in den vorliegenden Daten nicht detailliert quantifiziert, jedoch belegen Kannibalismus und Kämpfe um Ressourcen einen starken intraspezifischen Druck.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Creophilus maxillosus ist holarktisch verbreitet und besiedelt weite Teile der nördlichen Hemisphäre. Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst Europa, von wo aus sich die Art oder Unterarten global ausgebreitet haben. In südlicheren Regionen wie Südostasien und den ostindischen Inseln fehlt die Art offenbar.2 In Europa tritt die Nominatform Creophilus maxillosus maxillosus auf. Die Art ist in Mitteleuropa und im DACH-Raum flächendeckend verbreitet und ganzjährig anzutreffen. Ihre Aktivität zeigt dabei zwei ausgeprägte Häufigkeitsmaxima im Frühsommer und im Frühherbst. Der Totengräber-Kurzflügelkäfer besiedelt sowohl offen zugängliches Gelände als auch bewaldete Gebiete. Dabei werden an feuchten Standorten liegende Kadaver gegenüber trockenen sowie große Kadaver gegenüber kleinen bevorzugt. Neben natürlichen Habitaten besiedelt die Art auch synanthrope Lebensräume und ist regelmäßig an Misthaufen zu finden. Bei Untersuchungen im Kaukasus wurde Creophilus maxillosus durchgehend in allen Höhenstufen von der Ebene bis zur Nivalzone nachgewiesen. Zum Auffinden von Nahrungsquellen überwinden die imaginalen Käfer beträchtliche Distanzen im Flug. Der Geruch von Aas lockt die Tiere zudem direkt aus ihren unterirdischen Verstecken an.1 Die adulten Käfer treffen meist früh während der Verwesungsstadien an Kadavern ein und verbleiben dort bis zu 13 Tage post-mortem. Belastbare historische Daten zur genauen Einschleppungshistorie außerhalb der Holarktis sind in der Fachliteratur nur fragmentarisch belegt.2

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Neugattersleben, Nienburg (Saale), Deutschland

    23.09.2026

  • Deutschland

    16.09.2026

  • Sedanstr, 45699 Herten, Deutschland

    25.07.2026

  • Helipad, 60596 Frankfurt am Main-Frankfurt-Süd, Deutschland

    15.07.2026

  • Leipzig, Blüthnerstr., 04179 Leipzig, Deutschland

    04.07.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

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1
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Zuletzt am 08.10.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Creophilus maxillosus ist im Jahresverlauf durchgehend anzutreffen. Die Aktivität der imaginalen Käfer weist dabei zwei ausgeprägte Häufigkeitsmaxima auf, die sich auf den Frühsommer sowie den Frühherbst verteilen. Adulte Tiere erscheinen früh an Kadavern und besiedeln diese während der Frische- und Verwesungsphase. Bezüglich der Tagesperiodik zeigt sich eine gesteigerte Aktivität vor allem während der Nachtstunden. Für die Lokalisation von Nahrungsquellen und Aas legen die Tiere beträchtliche Distanzen im Flug zurück.1 Ergänzende Auswertungen zum öffentlichen Informationsinteresse verzeichnen jährliche Peaks im September, was mit der herbstlichen Aktivitätsphase korreliert.3

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Creophilus maxillosus ist ein Raubkäfer, der aufgrund seiner Ernährungsweise als nützlicher Antagonist in der Natur und als wertvoller Indikator in der forensischen Entomologie einzustufen ist. Ein Schadpotenzial an Vorräten, lebenden Pflanzen oder durch Materialschäden existiert nicht, da sich die Art weder phytophag noch schädlich im Sinne eines Materialschädlings verhält. Als Lästling oder Gesundheitsschädling tritt der Käfer ebenfalls nicht in Erscheinung; medizinische Relevanzen wie Vektoreigenschaften oder Allergieauslösungen sind für den Menschen nicht dokumentiert. Die ökologische Bedeutung liegt primär in der Regulation von Fliegenlarven an Aas, wo sowohl Adulte als auch Larven als Prädatoren agieren. Befallsanzeichen im Sinne eines Haus- oder Vorratsschädlings gibt es nicht, weshalb weder bauliche noch chemische Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich oder üblich sind. In der forensischen Praxis wird die Art zur Abschätzung des postmortalen Intervalls und der Bestimmung des prä-Apperations-Intervalls herangezogen. Präventions- oder Monitoringmaßnahmen im Rahmen des Haushalts- oder Vorratsschutzes sind obsolet, da der Käfer synanthrop an Aas oder organischen Substraten wie Kompost, jedoch niemals in Wohnräumen als Schädling auftritt. Belastbare Daten zu wirtschaftlichen Schäden durch Creophilus maxillosus fehlen, da die Art in keinem Kontext als Schädling wirtschaftliche Relevanz erlangt.1

Praxiswissen

Wirtschaftliche Bedeutung

Belastbare Daten zu wirtschaftlichen Schäden durch Creophilus maxillosus fehlen, da die Art weder als Material- noch als Forst- oder Vorratsschädling auftritt. Wirtschaftliche Relevanz besitzt der Totengräber-Kurzflügelkäfer stattdessen im Bereich der angewandten Entomologie als nützlicher Antagonist. Als Prädator von Fliegenlarven an Kadavern reduziert er Populationen synanthroper Fliegenarten. Zudem findet die Art in der forensischen Entomologie Anwendung zur Schätzung des post-mortem-Intervalls bei Todesursachenermittlungen.12

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Creophilus_maxillosus
  2. gbif.org/species/1039254