- Die Lederwanze verströmt bei Gefahr einen Geruch, der an Äpfel erinnert.
- Zur Verteidigung kann das Insekt ein Wehrsekret verspritzen, das die menschliche Haut braun färbt.
- Die Überwinterung erfolgt als adultes Tier an geschützten Orten im Bodenstreu.1
- Die Art weist eine univoltine Entwicklung auf, bildet pro Jahr also genau eine Generation aus.2
Lederwanze Coreus marginatus
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Schnabelkerfe (Hemiptera)
- Familie
- Coreidae
- Gattung
- Coreus
Überblick
Einleitung
Die Lederwanze (Coreus marginatus), auch als Große Randwanze, Saumwanze oder Gewöhnliche Randwanze bekannt, gehört zur Familie der Randwanzen (Coreidae) und ist in Europa und Sibirien verbreitet. Sie zeichnet sich durch ein 10,5 bis 16 Millimeter 1 langes, ledriges und raues, mittel- bis dunkelbraunes Aussehen aus, wobei ihre Hinterleibsränder seitwärts unter den Flügeln hervorragen. Die Art kann morphologisch mit Enoplops scapha oder der Rhombenwanze (Syromastus rhombeus) verwechselt werden.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Lederwanze Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Lederwanze (Coreus marginatus) erreicht eine Körperlänge von 10,5 bis 16 Millimetern. Ihr Körper besitzt eine charakteristische, rau skulpturierte Oberfläche und ein mittel- bis dunkelbraunes Aussehen, das im Herbst in ein Schwarzbraun übergeht. Namensgebend ist die ledrige Struktur des Integuments. Seitlich ragen die Hinterleibsränder deutlich unter den Deckflügeln hervor. Im Flug wird ein leuchtend roter Hinterleibsrücken sichtbar. Bei den Nymphen und Entwicklungsstadien kommt es durch die Saugakte an großblättrigen Ampferarten zu auffälligen kreisrunden roten Flecken auf den Blättern. Die Art kann morphologisch mit Enoplops scapha oder der Rhombenwanze (Syromastus rhombeus) verwechselt werden. Weitere feinstrukturelle Details zu Kopf, Extremitäten oder Sexualdimorphismus liegen nach aktueller Datenlage nicht vor.1
Porträt
Beschreibung
Coreus marginatus, im deutschen Sprachraum als Lederwanze, Große Randwanze, Saumwanze oder Gewöhnliche Randwanze bekannt, gehört systematisch zur Familie der Randwanzen innerhalb der Ordnung der Hemiptera. Die Art repräsentiert einen typischen Vertreter terrikoler Insekten, die in Europa und Sibirien weitverbreitet sind. Im natürlichen Lebensraum fällt die Imago durch ihre Tarnfärbung auf, die optimal an die Struktur von Gehölzen und krautigen Pflanzen angepasst ist. Der Körper erreicht eine Länge von 10,5 bis 16 mm. Namensgebend ist die ledrige, raue und mittel- bis dunkelbraune Oberfläche, die sich im Herbst zu einem dunkleren Schwarzbraun wandelt. Ein auffälliges morphologisches Merkmal im Feld sind die seitlich unter den Flügeln hervortragenden Hinterleibsränder. Bei Bedrohung oder im Flug offenbart sich ein leuchtend roter Hinterleibsrücken. Als artspezifische Besonderheit gibt die Art bei Störung ein charakteristisches, nach Äpfeln duftendes Abwehrsekret aus Wehrdrüsen ab. Dieses Sekret besitzt die Eigenschaft, die menschliche Haut bei Kontakt braun zu färben. In Bezug auf das Nahrungsspektrum agieren sowohl die adulten Tiere als auch die Larven als polyphage Herbivoren. Im Freiland besiedelt die Art ein breites Spektrum an Habitaten, darunter Offenland, landwirtschaftlich genutzte Flächen, Wälder und urbane Bereiche. Die Entwicklung umfasst eine univoltine Generationenfolge, wobei die Überwinterung ausschließlich im adulten Stadium an geschützten Stellen in der Bodenstreu stattfindet. Im Frühjahr ab etwa April besiedeln die Tiere Bäume und Sträucher, bevor im Mai bis Juni die Eiablage an verschiedenen Ampfer- und Knöterich-Arten erfolgt. Nach einer Entwicklungsdauer von drei bis fünf Wochen schlüpfen die Nymphen, die insgesamt fünf Larvenstadien durchlaufen. Die Nymphen saugen zunächst an Blättern und später an den Früchten der Wirtspflanzen. An großblättrigen Ampferarten hinterlassen diese Saugakte auffällige, kreisrunde rote Flecken. Ab Juli tritt die neue Imago auf, die neben den Saugpflanzen der Jugendstadien auch auf Heckensträuchern wie Brombeeren, verschiedenen Stauden wie Rainfarn, Disteln und Weidenröschen anzutreffen ist. Morphologische Ähnlichkeiten bestehen zu nahe verwandten Arten wie Enoplops scapha oder der Rhombenwanze (Syromastus rhombeus), von denen sich Coreus marginatus durch artspezifische Saumstrukturen abgrenzt. Belastbare historische Erstbeschreibungen sind im Detail stark quellenabhängig, wobei die taxonomische Zuordnung innerhalb der Coreidae stabil ist.1
Systematik
Name & Einordnung
Die Lederwanze (Coreus marginatus) wird systematisch der Familie der Randwanzen (Coreidae) innerhalb der Ordnung der Schnabelkerfe (Hemiptera) zugeordnet.12 Der wissenschaftliche Artname leitet sich von dem lateinischen Wort für Rand oder Saum ab und bezieht sich auf die auffällig verbreiterten Hinterleibsränder. Im deutschen Sprachraum ist die Art neben dem Hauptnamen Lederwanze auch unter den Trivialnamen Große Randwanze, Saumwanze oder Gewöhnliche Randwanze bekannt. Weitere historische oder taxonomische Details wie genaue Synonyme, die Erstbeschreibung oder internationale Trivialnamen sind in den vorliegenden Primärquellen nicht dokumentiert. Bisher fehlen in der Datenbasis weiterführende Belege zur etymologischen Herkunft des Gattungsnamens Coreus sowie zu früheren, abweichenden Familienzuordnungen. Belastbare historische Angaben zur Publikation der Erstbeschreibung sind ebenfalls nicht hinterlegt.1
Videos
Aus der Community
Beobachtungen und Einreichungen unserer Nature-Community
Aus der Community
Kurze Videos
Aus der silbarkrift.community, aufgenommen mit OpenInsect
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Coreus marginatus beginnt seine aktive Lebensphase im Frühjahr ab April auf Bäumen und Sträuchern. Die Fortpflanzungsbiologie umfasst die Eiablage, die im Mai bis Juni stattfindet. Als Substrate für die Ablage dienen verschiedene Ampfer- und Knöterich-Arten. Aus den Eiern schlüpfen nach einer Dauer von drei bis fünf Wochen die Nymphen. Die Larvenentwicklung erfolgt über fünf Stadien. In den ersten Stadien saugen die Nymphen an den Blättern der Wirtspflanzen, während sie später zu den Früchten wechseln. Saugakte auf großblättrigen Ampferarten hinterlassen auffällige kreisrunde rote Flecken. Ab Juli tritt die neue Imago der Sommergeneration auf. Adulte und Nymphen ernähren sich herbivor als Polyphagen und nutzen neben den Saugpflanzen der Jugendstadien auch Heckensträucher wie Brombeeren, verschiedene Stauden wie Rainfarn, Disteln sowie Weidenröschen.1 Die Art zeigt eine univoltine Lebensweise mit einer Generation pro Jahr.2 Als Anpassung an die kalte Jahreszeit überwintert Coreus marginatus als Imago an geschützten Stellen im Bodenstreu. Zur Abwehr von Feinden kann die Art ein Duftsekret verspritzen, das nach Äpfeln riecht und die menschliche Haut braun färbt.1 Das artspezifische Nahrungsspektrum umfasst polyphage Pflanzengemeinschaften, insbesondere Polygonaceae wie Rumex, Polygonum, Persicaria und Rheum.2 Belastbare Daten zu spezifischen Parasitoiden oder physiologischen Optimumswerten bei exakten Temperaturen fehlen.1
Lebensweise
Verhalten
Die Lederwanze (Coreus marginatus) verbringt den Frühling ab etwa April auf Bäumen und Sträuchern. Im Mai bis Juni erfolgt die Eiablage an verschiedene Ampfer- und Knöterich-Arten. Die nach drei bis fünf Wochen schlüpften Nymphen saugen zunächst an den Blättern und wechseln später zu den Früchten. Nach einer vollständigen Entwicklung über fünf Stadien findet man die neuen Imagines ab Juli sowohl auf den Saugpflanzen als auch auf Heckensträuchern wie Brombeeren, verschiedenen Stauden darunter Rainfarn, Disteln sowie Weidenröschen. Die Saugakte auf großblättrigen Ampferarten hinterlassen auffällige kreisrunde rote Flecken. Bei Bedrohung kann die Art ein Abwehrsekret verspritzen, das die menschliche Haut braun färbt. Zur Überwinterung zieht sich die Lederwanze an geschützte Stellen im Bodenstreu zurück. Im Flug zeigt sich der für die Art charakteristische leuchtend rote Hinterleibsrücken.1
Lebensweise
Ökologie
Die Lederwanze (Coreus marginatus) besetzt als polyphager Herbivor eine terrestrial geprägte ökologische Nische in verschiedenen Lebensräumen wie Wäldern, Offenland, Agrarlandschaften und urbanen Arealen.12 Im Jahresverlauf nutzt die Art ein breites Spektrum an Wirtspflanzen, wobei im Frühjahr ab April Bäume und Sträucher als Habitate dienen.1 Die Eiablage erfolgt im Mai bis Juni spezialisiert an verschiedene Knöterich- und Ampfer-Arten (Rumex, Polygonum, Persicaria) sowie Rhabarber (Rheum).12 Nach einer Entwicklungszeit von drei bis fünf Wochen schlüpfen die Nymphen, die zunächst an den Blättern und später an den Früchten dieser Nahrungspflanzen saugen. Saugakte auf großblättrigen Ampferarten hinterlassen dabei auffällige kreisrote Flecken. Ab Juli wandert die neue Imago ab und besiedelt neben den Saugpflanzen der Entwicklungsstadien auch Heckensträucher wie Brombeeren, verschiedene Stauden wie Rainfarn, Disteln sowie Weidenröschen. Als Schutz vor Fßfeinden setzt die Art ein artspezifisches Wehrsekret frei, das nach Äpfeln duftet und menschliche Haut braun färbt. Die Überwinterung erfolgt als Adulte an geschützten Stellen im Bodenstreu.1 Die Art tritt univoltin auf und zeigt eine enge trophische Bindung an polygonales Gewächs.2
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Die Lederwanze (Coreus marginatus) ist in den paläarktischen Regionen Europas und Sibiriens beheimatet.1 Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über verschiedene terrestrische Habitate, wobei sie flächendeckend in gemäßigten Klimazonen nachgewiesen wird. Als anpassungsfähige Art besiedelt sie ein breites Spektrum an Offenland- und Waldstrukturen. Aggregierte Beobachtungsdaten belegen ein regelmäßiges Vorkommen in Agrarlandschaften, Wäldern, Grasländern sowie im urbanen Raum. Spezifische Habitate wie Dünen, Salzmarschen oder Heiden werden hingegen gemieden.2 Im Frühjahr, ab etwa April, ist die Art primär auf Bäumen und Sträuchern anzutreffen. Im Laufe ihrer Entwicklung wechselt sie ab Juli auf verschiedene Saugpflanzen wie Heckensträucher, darunter Brombeeren, sowie Stauden und Disteln.1 Zu den wichtigsten Wirtspflanzen für die Eiablage und Entwicklung gehören diverse Ampfer- und Knöterich-Arten (Polygonaceae) sowie Rhabarberarten (Rheum).12 Zur Überwinterung sucht die Imago geschützte Plätze im Bodenstreu auf.1 Belastbare quantitative Daten zur genauen Vertikalverbreitung in Gebirgsstufen fehlen in der aktuellen Literatur. Die Art überwintert ausschließlich im adulten Stadium als Imago.2
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Die Aktivität von Coreus marginatus beginnt im Jahresverlauf ab etwa April, wenn die überwinterten adulten Tiere auf Bäumen und Sträuchern erscheinen. Die Eiablage findet in den Monaten Mai bis Juni an verschiedenen Ampfer- und Knöterich-Arten statt. Daraus folgt, dass die nach drei bis fünf Wochen schlüpfenden Nymphen ab dem Frühsommer an diesen Pflanzen saugen. Nach einer Entwicklung über fünf Stadien tritt ab Juli die neue Generation adulter Insekten auf. Diese neuen Imagines sind im Spätsommer sowohl auf den Wirtspflanzen der Nymphen als auch auf Heckensträuchern und verschiedenen Stauden zu finden. Im weiteren Verlauf des Jahres verfärbt sich das ledig-braune Integument im Herbst zu einem dunkleren Schwarzbraun.1 Die Art ist univoltin und bildet eine Generation pro Jahr aus.2 Zur Überwinterung zieht sich das adulte Tier an geschützte Stellen in der Bodenstreu zurück.1 In den Wintermonaten Februar und März ruht die Aktivität vollständig, was sich auch in einem stark rückläufigen Suchinteresse in diesem Zeitraum spiegelt. Das öffentliche und wissenschaftliche Interesse an der Art erreicht im Frühsommer in den Monaten Mai und Juni seine jährlichen Höhepunkte, konform mit dem Wiederauftreten der aktiven Imagines und der Eiablage.
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Die Lederwanze (Coreus marginatus) wird aufgrund ihrer Ernährungsweise als phytophager Herbivor eingestuft, besitzt in Mitteleuropa jedoch keine wirtschaftliche Bedeutung als ernsthafter Forst- oder Agrarschädling. Das Schadpotenzial beschränkt sich auf Saugakte an Wirtspflanzen wie Ampfer- (Rumex), Knöterich- (Polygonum, Persicaria) und Rhabarberarten (Rheum). Typische Befallsanzeichen und Früherkennung stützen sich auf auffällige kreisrunde rote Flecken, die durch die Saugtätigkeit auf den großblättrigen Ampferarten hinterlassen werden. Im Verlauf ihrer Entwicklung saugen sowohl die Nymphen ab der dritten bis fünften Woche nach dem Schlupf als auch die ab Juli auftretenden Imagines an Blättern und Früchten. Medizinische oder gesundheitliche Relevanz im Sinne von Vektoreigenschaften ist für die Art nicht belegt; allerdings kann sie bei Störung ein Abwehrsekret verspritzen, das die menschliche Haut temporär braun färbt.1 Eine chemische Bekämpfung oder spezifische Monitoring-Methoden sind für Coreus marginatus im Regelfall nicht erforderlich, da keine Massenvermehrungen mit gravierenden Ertragsverlusten dokumentiert sind. Belastbare Daten zu baulichen Präventionsmaßnahmen oder integrierten Schädlingsbekämpfungsstrategien für diesen spezifischen Herbivoren fehlen in der wissenschaftlichen Literatur weitgehend. Aufgrund des Status als harmloser Gartengast sind keine rechtlichen Aspekte, Quarantänebestimmungen oder Meldepflichten relevant.1
Praxiswissen
Wirtschaftliche Bedeutung
Belastbare Daten zur wirtschaftlichen Relevanz von Coreus marginatus als Schädling oder Nützling fehlen in der aktuellen Fachliteratur. Die Art wird zwar als polyphager Herbivor an verschiedenen Pflanzen wie Ampfer- und Knöterich-Arten beschrieben, spezifische Schäden in der Land- oder Forstwirtschaft sind jedoch nicht systematisch dokumentiert. Auf großblättrigen Ampferarten hinterlassen die Saugakte zwar auffällige kreisrunde rote Flecken, ein wirtschaftlicher Schaden an Nutzpflanzen lässt sich daraus nach Datenlage jedoch nicht ableiten. Da weder nennenswerte Qualitätsminderungen noch Totalverluste in relevanten Wirtschaftszweigen bekannt sind, wird die Lederwanze weder als Forst- noch als Agrarschädling geführt. Positive wirtschaftliche Aspekte als Bestäuber oder Nützling sind ebenfalls nicht belegt. Bekämpfungskosten oder historische Schadensberichte existieren für diese Art folglich nicht.1
Nachweise