Lexikon-Eintrag

Pappelblattkäfer Chrysomela populi

Pappelblattkäfer (Chrysomela populi), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Käfer (Coleoptera)
Familie
Chrysomelidae
Gattung
Chrysomela

Überblick

Einleitung

Der Pappelblattkäfer (Chrysomela populi), auch als Weidenblattkäfer bekannt, ist eine Art aus der Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae) und in Eurasien an Wald- und Wegrändern anzutreffen. Die Art besiedelt bevorzugt Pappeln, insbesondere Espen, sowie Weiden als Futterpflanzen. Im Gegensatz zu den in Mitteleuropa ebenfalls vorkommenden und ähnlich gefärbten Arten Chrysomela saliceti und Chrysomela tremulae weist Chrysomela populi eine kleinflächige schwarze Färbung im Nahtwinkel der Flügeldeckenenden sowie eine einfache Punktreihe an den Seitenrändern auf.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Zu den Parasitoiden der Käferlarven gehören mehrere Arten aus den Familien der Raupenfliegen (Tachinidae) und der Schlupfwespen (Ichneumonidae).
  • Die Larven besitzen reihig angeordnete, dreckig weiße Fleischzapfen, die sie aktiv ein- und ausfahren können.
  • Die zweite Generation wird erst im September adult, weshalb eine dritte Generation im Jahresverlauf nur unter günstigen Bedingungen heranwachsen kann.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der Pappelblattkäfer (Chrysomela populi) erreicht eine Körperlänge von 10 bis 12 mm. Der Körper ist oval geformt, gedrungen gebaut und nach oben stark gewölbt. Der Halsschild zeigt eine bronzegrüne oder schwarze Färbung. Die Flügeldecken sind orange bis rot gefärbt und weisen an den Spitzen auffällige dunkle Flecken auf. Sowohl die Beine als auch die Fühler sind schwarz gefärbt. Die Larven besitzen eine Grundfarbe, die zwischen weiß, graugrün und hellgrün variiert. Durch ein schwarzes Halsschild, schwarze Abdominalränder und zahlreiche schwarze, punktartige Auswüchse erscheinen die Larven auf den ersten Blick schwarz. Zusätzlich tragen sie reihig angeordnete, dreckig weiße Fleischzapfen, die sie ein- und ausfahren können. In Mitteleuropa existieren mit Chrysomela saliceti und Chrysomela tremulae zwei nah verwandte und ähnlich gefärbte Arten. Diese unterscheiden sich jedoch durch das Fehlen der kleinflächigen schwarzen Färbung im Nahtwinkel der Flügeldeckenenden. Zudem verläuft an den Seitenrändern ihrer Flügeldecken eine verdoppelte statt nur einfache Punktreihe. Mit einer Körperlänge von 8 bis 10 mm sind diese beiden ähnlichen Arten zudem meist kleiner als Chrysomela populi.1

Porträt

Beschreibung

Der Pappelblattkäfer (Chrysomela populi) ist ein in Eurasien an Wald- und Wegrändern beheimateter Vertreter der Blattkäfer (Chrysomelidae). Seine Habitate liegen primär in waldartigen Biotopen2, wo er an seinen Futterpflanzen wie Pappeln und Weiden lebt. Die Art bildet pro Jahr zwei bis drei Generationen aus, wobei die Käfer im Jahresverlauf von Mai bis August anzutreffen sind. Bei Massenvermehrungen können die Tiere erhebliche Schäden an Weiden anrichten, während der Schaden an Pappeln und insbesondere Espen meist gering bleibt. Das befruchtete Weibchen legt seine Eier an der Blattunterseite der Wirtspflanzen ab, was in der ersten Generation im Frühjahr direkt nach dem Blattaustrieb geschieht. Nach ungefähr 12 Tagen schlüpfen die Larven, die sich zunächst an der Blattunterseite entlangfressen und das Blatt anschließend skelettieren. Nach einer dreiwöchigen Fraßzeit verpuppen sich die Larven kopfüber an den Blättern ihrer Futterpflanze, wo sie 10 Tage als Puppe verbringen. Die zweite Generation wird erst im September adult, weshalb eine dritte Generation nur unter günstigen Bedingungen heranwachsen kann. Als Schutzmechanismus bei Gefahr geben die Käfer ein streng nach Phenol riechendes Sekret ab, um Feinde zu vertreiben. Dieses Sekret synthetisieren die Tiere aus Salicylsäure, die sie zuvor aus ihren Nahrungspflanzen aufgenommen haben. Zu den Parasitoiden der Larven zählen verschiedene Arten der Raupenfliegen (Tachinidae) und Schlupfwespen (Ichneumonidae). Zudem tritt die Milbe Linobia coccinellae aus der Familie Hemisarcoptidae als Parasit auf, welche unter den Elytren des Wirtes lebt und sich von dessen Hämolymphen ernährt, ohne dabei die Lebensdauer oder das Fortpflanzungsvermögen des Wirtes nennenswert zu beeinflussen. In Mitteleuropa existieren mit Chrysomela saliceti und Chrysomela tremulae zwei nah verwandte Arten, die eine ähnliche Färbung aufweisen. Im Gegensatz zu Chrysomela populi fehlt diesen beiden Arten jedoch die kleinflächige schwarze Färbung im Nahtwinkel der Flügeldeckenenden. Zudem verlaufen an den Seitenrändern ihrer Flügeldecken verdoppelte statt einfache Punktreihe, und mit einer Körperlänge von 8 bis 10 mm sind diese Exemplare meist kleiner. Beide ähnlichen Arten sind in ihrem Vorkommen deutlich seltener als Chrysomela populi und zeigen gewöhnlich eine abweichende Färbung.1

Systematik

Name & Einordnung

Der Pappelblattkäfer wurde wissenschaftlich durch Carl von Linné als Chrysomela populi erstbeschrieben. Als historisches Synonym ist zudem die Kombination Melasoma populi (Linnaeus, 1758) bekannt. Die Art gehört zur Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae) innerhalb der Ordnung der Käfer (Coleoptera). Im deutschen Sprachraum ist neben dem Hauptnamen Pappelblattkäfer auch die Bezeichnung Weidenblattkäfer gebräuchlich. Weitere Belege zu früheren Gattungszuordnungen oder detaillierten etymologischen Herleitungen der wissenschaftlichen Namen liegen aus den vorliegenden Primärdaten nicht vor. Belastbare Daten zu internationalen Trivialnamen wie englischen oder französischen Bezeichnungen fehlen in den Quellen ebenfalls.1

Aus der Community

Kurze Videos

Aus der silbarkrift.community, aufgenommen mit OpenInsect

1 Video

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Chrysomela populi ist eine oligophage Pflanzenart, die sich primär von Pappeln, insbesondere Espen, sowie Weiden ernährt. Das befruchtete Weibchen legt seine Eier in der ersten Generation im Frühjahr direkt nach dem Blattaustrieb an der Blattunterseite der Wirtspflanzen ab. Nach ungefähr 12 Tagen schlüpfen die Larven aus den Eiern. Die Larven fressen sich erst an der Blattunterseite entlang und skelettieren anschließend das Blatt. Nach einer Entwicklungsdauer von drei Wochen verpuppen sich die Larven. Die Verpuppung findet kopfüber an den Blättern der Futterpflanze statt, wobei das Puppenstadium 10 Tage dauert. Nach dem Schlupf setzen die Jungkäfer den Fraß zunächst fort. Die Art bildet pro Jahr zwei bis drei Generationen aus, wodurch die Adulten von Mai bis August anzutreffen sind. Da die zweite Generation erst im September adult wird, kann sich eine dritte Generation nur unter günstigen Bedingungen entwickeln. Bei Gefahr scheiden Adulte von Chrysomela populi ein streng nach Phenol riechendes Sekret zur Feindabwehr aus. Dieses Wehrsekret synthetisieren die Käfer aus Salicylsäure, die sie zuvor mit der Nahrung aufgenommen haben. Zu den natürlichen Feinden zählen Parasitoide wie Raupenfliegen (Tachinidae) und Schlupfwespen (Ichneumonidae), die die Larven parasitieren. Zusätzlich tritt die Milbe Linobia coccinellae als Ektoparasit unter den Flügeldecken der Käfer auf, ernährt sich von deren Hämolymphe und zeigt dabei keinen nachweisbaren Einfluss auf die Lebensdauer des Wirts. Bei Massenvermehrungen können die Tiere erhebliche Schäden an Weiden verursachen, während Schäden an Pappeln und Espen meist gering bleiben.1

Lebensweise

Verhalten

Bei Gefahr schützt sich Chrysomela populi durch die Abgabe eines streng nach Phenol riechenden Sekrets, das feindliche Angreifer vertreiben soll. Dieses Schutzsekret synthetisieren die Käfer aus Salicylsäure, die sie zuvor aus ihren Nahrungspflanzen aufgenommen haben. Als Ektoparasit nutzt die Milbe Linobia coccinellae den Pappelblattkäfer, indem sie unter den Elytren lebt und sich von der Hämolymphe des Wirtes ernährt. Erste Untersuchungen zeigten dabei keinen negativen Einfluss dieser Parasiten auf die Lebensdauer oder das Fortpflanzungsvermögen der Wirte.1 Weitergehendes spezifisches Verhalten wie Orientierung, Kommunikation oder detaillierte Fortbewegungsmuster sind in der aktuellen Datenlage nicht systematisch belegt.

Lebensweise

Ökologie

Chrysomela populi besiedelt als oligophager Herbivor bevorzugt Wald- und Wegränder in Eurasien, an denen Pappeln — insbesondere Espen — sowie Weiden wachsen. Die Art bildet in der Regel zwei bis drei Generationen pro Jahr aus, wobei die Imagines von Mai bis August anzutreffen sind. Als Wirtspflanzen dienen primär verschiedene Pappel- und Weidenarten. Bei starken Massenvermehrungen können die Tiere erhebliche Fraßschäden an Weiden verursachen, während der Schaden an Pappeln und insbesondere Espen meist gering bleibt. Die Entwicklung der Eier erfolgt an der Blattunterseite der Wirtspflanzen, wo die Larven nach etwa 12 Tagen schlüpfen und zunächst die Blätter skelettieren. Nach einer dreiwöchigen Entwicklungsdauer verpuppen sich die Larven kopfüber an den Blättern der Futterpflanze für einen Zeitraum von 10 Tagen. Zum Schutz vor Fressfeinden nutzen die Käfer ein phenolartig riechendes Sekret, welches sie aus der Salicylsäure ihrer Nahrungspflanzen synthetisieren. Zu den Parasitoiden der Larven gehören verschiedene Arten von Raupenfliegen und Schlupfwespen. Zudem tritt die Milbe Linobia coccinellae als Parasit auf, die unter den Flügeldecken des Wirtes lebt und sich von dessen Hämolymphe ernährt, ohne dabei die Lebensdauer oder das Fortpflanzungsvermögen nennenswert zu beeinträchtigen.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Der Pappelblattkäfer (Chrysomela populi) ist in der gesamten eurasischen Region beheimatet. Sein natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich über verschiedene Klimazonen des Kontinents, wo er an geeigneten Standorten vorkommt. In Europa und im DACH-Raum ist die Art weit verbreitet und flächendeckend anzutreffen. Das Vorkommen des Käfers ist eng an das Vorhandensein seiner spezifischen Futterpflanzen geknüpft. Als typische Habitate besiedelt Chrysomela populi bevorzugt Wald- und Wegränder. Dort findet die Art in Gehölzbeständen optimale Lebensbedingungen vor. Das Spektrum der Wirtspflanzen umfasst primär verschiedene Baumarten wie Pappeln und Weiden. Innerhalb der Pappeln werden insbesondere Espen als Nahrung und Lebensraum bevorzugt.1 Beobachtungsdaten belegen, dass die Art überwiegend in waldartigen Biotopen vorkommt. In rein urbanen Bereichen, Dünen oder landwirtschaftlichen Nutzflächen wird die Art hingegen nicht oder kaum nachgewiesen.2 Das Vorkommen beschränkt sich somit auf Offenland- und Waldrandstrukturen mit ausreichendem Wirtspflanzenangebot. Belastbare Daten zur genauen Vertikalverbreitung in höheren Gebirgsstufen liegen in der Literatur kaum vor.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Michelstadt, Hessen, Deutschland

    30.04.2026

  • Botanischer Garten, 24118 Kiel, Germany

    30.04.2026

  • Deutschland

    30.04.2026

  • Weimar, Thüringen, Deutschland

    30.04.2026

  • Bahnstadt, Gadamerplatz Bstg A, 69115 Heidelberg, Deutschland

    29.04.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
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Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 19.09.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Der Pappelblattkäfer (Chrysomela populi) zeigt eine klare jahreszeitliche Aktivitätsdynamik, die eng mit der Entwicklung seiner Wirtspflanzen verknüpft ist. Adulte Käfer und ihre Nachkommen können von Mai bis August im Freiland angetroffen werden. Die Eiablage der ersten Generation erfolgt im Frühjahr unmittelbar nach dem Blattaustrieb an den Blattunterseiten der Futterpflanzen. Daraus schlüpfen nach ungefähr 12 Tagen die Larven, die sich nach einer dreiwöchigen Fraßperiode für etwa 10 Tage als Puppen kopfüber an den Blättern fixieren. Die Art bildet im Jahresverlauf zwei bis drei Generationen aus. Da die Individuen der zweiten Generation erst im September den adulten Zustand erreichen, ist die Ausbildung einer dritten Generation an günstige Witterungsbedingungen gebunden.1 Das öffentliche Suchinteresse spiegelt diese saisonale Aktivität wider und verzeichnet deutliche Höhepunkte in den Monaten Mai und Juni.3 Belastbare Daten zur genauen tageszeitlichen Aktivität oder dem spezifischen Überwinterungsstadium fehlen in der aktuellen Literaturlage.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Der Pappelblattkäfer (Chrysomela populi) gilt bei Massenvermehrungen als bedeutender Schädling in der Forstwirtschaft, da er vor allem an Weiden erhebliche Schäden anrichten kann. Das Schadpotenzial äußert sich durch den Fraß der adulten Käfer und insbesondere der Larven, welche die Blätter ihrer Wirtspflanzen zunächst auf der Unterseite befressen und anschließend skelettieren. An Pappeln, insbesondere Espen, bleibt der wirtschaftliche Schaden nach Datenlage hingegen meist gering. Als typisches Befallsanzeichen dienen skelettierte Blätter sowie der Nachweis der Larven an den Blattunterseiten. Bei Gefahr nutzen die Käfer ein Schutzverhalten, bei dem sie ein streng nach Phenol riechendes Sekret abgeben, welches sie aus der Salicylsäure der Nahrungspflanzen synthetisieren. Zu den natürlichen Fressfeinden und Parasitoiden, die eine Populationsregulierung unterstützen können, gehören mehrere Arten der Raupenfliegen (Tachinidae) und Schlupfwespen (Ichneumonidae). Darüber hinaus parasitiert die Milbe Linobia coccinellae unter den Flügeldecken der Käfer, zeigt jedoch nach bisherigen Untersuchungen keinen messbaren Einfluss auf die Lebensdauer oder das Fortpflanzungsvermögen des Wirts. Belastbare Daten zu spezifischen chemischen oder physikalischen Bekämpfungsmaßnahmen, Fallen oder integrierten Systemen fehlen in der aktuellen Literaturlage für diese Art.1

Praxiswissen

Wirtschaftliche Bedeutung

Der Pappelblattkäfer (Chrysomela populi) kann bei Massenvermehrungen erhebliche Schäden an Weiden anrichten. Betroffen sind vor allem Forstwirtschaften und Bestände mit den Futterpflanzen der Art, zu denen neben Weiden auch Pappeln und insbesondere Espen gehören. An Pappeln und Espen bleibt der wirtschaftliche Schaden nach Datenlage jedoch gering. Die Larven schädigen die Pflanzen durch Blattfraß, indem sie sich zunächst an der Blattunterseite entlangfressen und die Blätter anschließend skelettieren. Nach dem Schlupf setzen die Jungkäfer diese Fraßtätigkeit fort. Durch die Ausbildung von zwei bis drei Generationen pro Jahr kann der Befall über die Sommermonate von Mai bis August anhalten. Belastbare quantitative Daten zu Bekämpfungskosten, Totalverlusten oder historischen Schadensausmaßen fehlen in den vorliegenden Quellen weitgehend. Positive wirtschaftliche Aspekte oder eine Nutzung der Art als Nützling sind nicht belegt.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Pappelblattk%C3%A4fer
  2. gbif.org/species/4459737
  3. Suchinteresse-Zeitreihe (aggregiert)
  4. Literaturzusammenfassung: Chrysomela populi