Lexikon-Eintrag

Gemeine Goldwespe Chrysididae

Gemeine Goldwespe (Chrysididae), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Akzeptierter Name
Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Hautflügler (Hymenoptera)
Familie
Chrysididae

Überblick

Einleitung

Die Goldwespen (Chrysididae) bilden eine Familie der Hautflügler innerhalb der Überfamilie Chrysidoidea und umfassen weltweit über 4000 Arten. Sie zeichnen sich durch eine auffällige, lebhaft metallisch-glänzende Färbung sowie eine parasitische Lebensweise als Brutschmarotzer oder Parasitoide bei solitären Stechimmen aus. Europäische Vertreter erreichen in der Regel eine Körpergröße von unter zehn Millimetern und besitzen einen reduzierten, teleskopartig einschiebbaren Hinterleib mit verkümmertem Giftstachel.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Fühlergeißel der Goldwespen ist elfgliedrig und sitzt auf einem Pedicellus, welcher wiederum mit dem Basalglied (Scapus) verbunden ist.
  • Die Mundwerkzeuge zeichnen sich durch dreigliedrige Labialpalpen sowie fünfgliedrige Maxillarpalpen aus.
  • Auf den Hinterflügeln der Goldwespen befinden sich keinerlei geschlossene Zellen.
  • Die Familie der Goldwespen gliedert sich in insgesamt 83 Gattungen und fünf Unterfamilien.
  • Bei den Unterfamilien Amiseginae, Cleptinae und Loboscelidiinae besitzen die Männchen fünf und die Weibchen vier sichtbare Abdominalsegmente.
  • Die Männchen der Unterfamilie Parnopinae weisen vier, die Weibchen hingegen drei sichtbare Abdominalsegmente auf.
  • Innerhalb der Tribus Allocoeliini (Unterfamilie Chrysidinae) sind bei beiden Geschlechtern lediglich zwei Tergite und drei Sternite sichtbar.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Familie der Goldwespen (Chrysididae) umfasst auffällige Hautflügler, die sich durch eine lebhaft metallisch-glänzende und irisierende Färbung auszeichnen. Europäische Arten erreichen kaum zehn Millimeter Körpergröße, wobei viele Vertreter sogar kleiner als fünf Millimeter sind. Ein charakteristisches Merkmal zur Unterscheidung von anderen Wespen ist die Reduktion der sichtbaren Hinterleibsglieder auf fünf oder weniger. Die verbleibenden Segmente sind teleskopartig ineinandergeschoben und bilden bei den Weibchen eine Legeröhre sowie bei den Männchen eine Genitalröhre, während der Giftstachel verkümmert ist. Die Fühlergeißel besteht aus elf Gliedern und sitzt auf einem Pedicellus, der mit dem Basalglied verbunden ist. Hinsichtlich der Mundwerkzeuge weisen die Tiere dreigliedrige Labialpalpen und fünfgliedrige Maxillarpalpen auf. Auf den Hinterflügeln fehlen geschlossene Zellen vollständig. Die Unterfamilien unterscheiden sich in der Anzahl der sichtbaren Abdominalsegmente; so besitzen die Männchen der Amiseginae, Cleptinae und Loboscelidiinae fünf, die Weibchen hingegen vier sichtbare Segmente. Bei den Parnopinae ist diese Anzahl auf vier bei Männchen und drei bei Weibchen reduziert. Belastbare morphologische Detaildaten zu Eiern, Larvenstadien, Puppen sowie spezifischen Fraßspuren fehlen in der aktuellen Datenlage für die meisten Arten, weshalb hierzu keine verallgemeinerten Maße oder Beschreibungen gegeben werden können. Die Abgrenzung zu anderen Hautflüglern erfolgt primär über die metallische Skulpturierung und die reduzierte Segmentanzahl des Abdomens.1

Porträt

Beschreibung

Die Familie der Goldwespen (Chrysididae) fasst weltweit über 4000 Arten zusammen, von denen in Mitteleuropa etwa 120 Arten vertreten sind. Systematisch gehören sie als Überfamilie Chrysidoidea zu den Stechimmen (Aculeata). Im natürlichen Lebensraum fallen sie durch ihre lebhaft metallisch-glänzende und irisierende Färbung auf. Mitteleuropäische Arten erreichen dabei kaum zehn Millimeter an Körpergröße, wobei viele Vertreter sogar kleiner als fünf Millimeter bleiben. Ein anatomisches Hauptmerkmal zur Unterscheidung von anderen Wespen ist die Reduktion der sichtbaren Abdominalsegmente auf fünf oder weniger. Die verbleibenden Segmente sind teleskopartig ineinander geschoben und bilden eine Legeröhre bei den Weibchen beziehungsweise eine Genitalröhre bei den Männchen. Diese Röhren sind im Regelfall in den Hinterleib eingezogen und von außen nicht sichtbar. Der Giftstachel ist bei den Goldwespen verkümmert. Am Kopf sitzt eine elfgliedrige Fühlergeißel auf einem Pedicellus, der mit dem Scapus verbunden ist. Die Mundwerkzeuge zeichnen sich durch dreigliedrige Labialpalpen und fünfgliedrige Maxillarpalpen aus. Auf den Hinterflügeln sind keine geschlossenen Zellen ausgebildet. Hinsichtlich ihrer Lebensweise sind alle Goldwespen parasitisch aktiv, wobei sich die Strategien zwischen Brutschmarotzern und Parasitoiden unterscheiden. Ähnlich wie Kuckucksbienen töten die Larven mancher Arten die Wirtslarve, um sich anschließend vom eingetragenen Futtervorrat zu ernähren. Andere Arten agieren als Parasitoide, die gezielt Altlarven oder Puppen befallen. Als Wirte dienen vor allem solitäre Faltenwespen, Grabwespen sowie Bienen. Innerhalb der Familie erfolgt die Unterteilung in fünf Unterfamilien, darunter die Cleptinae, Amiseginae, Loboscelidiinae, Chrysidinae und Parnopinae. Diese Untergruppen unterscheiden sich unter anderem in der Anzahl der sichtbaren Abdominalsegmente je nach Geschlecht. So besitzen Männchen der Unterfamilien Amiseginae, Cleptinae und Loboscelidiinae fünf sichtbare Abdominalsegmente, während Weibchen dieser Gruppen vier aufweisen. Bei den Parnopinae reduziert sich die Anzahl auf vier Segmente bei Männchen und drei bei Weibchen. Innerhalb der Unterfamilie Chrysidinae zeigt die Tribus Allocoeliini bei beiden Geschlechtern lediglich zwei sichtbare Tergite und drei Sternite1, während die übrigen Triben der Chrysidinae durchgängig drei Abdominalsegmente bei beiden Geschlechtern ausprägen.1

Systematik

Name & Einordnung

Die Familie Chrysididae wird im Deutschen als Goldwespen bezeichnet, wobei für einzelne Vertreter wie Chrysis ignita auch Trivialnamen wie Gemeine Goldwespe oder Feuer-Goldwespe gebräuchlich sind. Weltweit sind über 4000 Arten dieser Hautflügler bekannt, während in Mitteleuropa etwa 120 Arten vorkommen. Systematisch bilden die Goldwespen zusammen mit Familien wie den Plattwespen und Zikadenwespen die Überfamilie Chrysidoidea innerhalb der Stechimmen. Innerhalb der Familie werden insgesamt 83 Gattungen unterschieden, die sich auf fünf Unterfamilien verteilen. Zu diesen Unterfamilien zählen die Cleptinae, Amiseginae, Loboscelidiinae, Chrysidinae und Parnopinae. Belastbare Daten zur genauen historischen Erstbeschreibung der Familie oder zu spezifischen Autoren und Jahren auf Familienebene fehlen in der vorliegenden Literatur. Frühere oder abweichende taxonomische Zuordnungen werden in den Quellen nicht detailliert aufgeführt, jedoch wird die Unterfamilie Parnopinae historisch teils als Tribus Parnopini innerhalb der Chrysidinae geführt. Internationale Trivialnamen werden in den zugrundeliegenden Daten nicht explizit genannt.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Alle Arten der Familie Chrysididae verfolgen eine parasitische Lebensweise, die sich als Brutschmarotzer oder Parasitoide manifestiert. Als Wirte dienen vor allem zahlreiche Stechimmen aus den Gruppen der solitären Faltenwespen, Grabwespen oder Bienen. Im Rahmen der Brutschmarotzerei tötet die Larve die Wirtslarve und ernährt sich anschließend von dem für diese angelegten Futtervorrat. Alternativ agieren einige Arten als Parasitoide, die gezielt die Altlarven oder Puppen der Wirtsarten befallen. Spezifische Daten zur genauen Entwicklungsdauer der einzelnen Stadien, zur Anzahl der Larvenstadien oder zur physiologischen Diapause liegen für die Familie in der Literatur nicht vor. Ebenso fehlen in den aktuellen Datenquellen präzise quantitative Angaben zur Fertilität, zu konkreten Mortalitätsfaktoren oder zu natürlichen Feinden. Die europäischen Vertreter erreichen Körpergrößen von unter zehn Millimetern, wobei viele Arten sogar kleiner als fünf Millimeter bleiben. Aufgrund dieser Datenlage können keine artspezifischen Optimumstemperaturen oder detaillierten Beschreibungen der Generationsdauer der Adulten gegeben werden.1

Lebensweise

Verhalten

Alle Goldwespen der Familie Chrysididae zeigen eine parasitische Lebensweise, die ihr Verhalten stark prägt. Sie agieren entweder als Brutschmarotzer ähnlich wie Kuckucksbienen, bei denen die Larve die Wirtslarve tötet und den Futtervorrat nutzt, oder als Parasitoide an Altlarven und Puppen. Als Wirte dienen zahlreiche Stechimmen wie solitäre Faltenwespen, Grabwespen oder Bienen.1 Aufgrund dieses Fortpflanzungsverhaltens verbringen die Weibchen viel Zeit mit der Suche nach geeigneten Wirts Nestern. Das Abdomen der Tiere ist teleskopartig ineinander geschoben, wobei die hinteren Segmente bei den Weibchen eine Legeröhre bilden. Da der Giftstachel bei Chrysididae verkümmert ist, verfügen sie über keine aktive stachelbasierte Verteidigung.1 Bei Gefahr oder Störung rollen sich viele Arten zum Schutz in eine Kugel zusammen. Belastbare Daten zu spezifischem Flugverhalten, Chemotaxis oder Territorialität fehlen in den vorliegenden Quellen gänzlich.1

Lebensweise

Ökologie

Alle Arten der Familie Chrysididae zeigen eine parasitische Lebensweise, die sich in Form von Brutschmarotzen oder Parasitoiden äußert. Als Brutschmarotzer verhalten sie sich ähnlich wie Kuckucksbienen, indem ihre Larve die Wirtslarve tötet und sich anschließend von dem angelegten Futtervorrat ernährt. Alternativ agieren sie als Parasitoide, welche die Altlarven oder Puppen der Wirtsarten befallen. Das Spektrum der Wirtsarten umfasst zahlreiche Stechimmen, darunter solitäre Faltenwespen, Grabwespen sowie Bienen. Aufgrund dieses Fortpflanzungsverhaltens nehmen sie eine spezielle ökologische Nische als Gegenspieler verschiedener solitärer Hautflügler ein.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Familie der Goldwespen (Chrysididae) ist weltweit mit über 4000 Arten vertreten. In Mitteleuropa sind diese Hautflügler mit etwa 120 Arten repräsentiert. Belastbare Daten zur globalen Vertikalverbreitung oder detaillierten Höhenstufen fehlen weitgehend. Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich über verschiedene Klimazonen, wobei die Tiere bevorzugt in wärmeregionen vorkommen. In Europa und speziell im DACH-Raum werden sie flächendeckend beobachtet. Als typische Habitate dienen offene, sonnige Standorte, an denen auch die Wirtsinsekten anzutreffen sind. Da es sich bei den Vertretern um Parasitoide und Brutschmarotzer handelt, ist das Vorkommen eng an die Verbreitung ihrer Wirte geknüpft. Als Wirtsarten fungieren zahlreiche Stechimmen wie solitäre Faltenwespen, Grabwespen oder Bienen. Spezifische Wirtspflanzen oder -bäume spielen für die adulte Ernährungsweise eine untergeordnete Rolle, weshalb die Habitatwahl primär durch Nistmöglichkeiten der Wirte bestimmt wird. Vorkommen in Siedlungsbereichen sind durch künstliche Nisthilfen oder Totholzstrukturen möglich. Spezifische Einschleppungshistorien sind für die Familie im Gesamten nicht dokumentiert. Die aktuelle Verbreitung wird durch aggregierte Beobachtungsdaten in Kulturlandschaften und Waldrändern belegt. Detaillierte flächendeckende Bestandszahlen für einzelne Regionen liegen aufgrund der versteckten Lebensweise nur lückenhaft vor.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Deutschland

    05.06.2026

  • Nordhausen, Thuringia, Deutschland

    05.06.2026

  • Deutschland

    05.06.2026

  • U Spittelmarkt, 10179 Berlin, Deutschland

    05.06.2026

  • Darmstadt-West, Darmstadt, Deutschland

    05.06.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

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5
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Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 24.07.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die Aktivitätsdauer der Familie Chrysididae erstreckt sich über die warmen Monate des Jahres. Adulte Tiere treten vor allem im Frühsommer verstärkt auf, was durch ein erhöhtes öffentliches Suchinteresse im Juni belegt wird. Belastbare biologische Daten zu exakten Generationsfolgen, spezifischen Überwinterungsstadien oder exakten Temperaturabhängigkeiten fehlen in der aktuellen primären Quellenlage für die gesamte Familie. Das öffentliche Interesse zeigt neben dem Sommergipfel im Juni eine unerwartete Häufung im Dezember, was jedoch nicht mit einer biologischen Aktivität im Winter korreliert ist. Bisher sind detaillierte phänologische Untersuchungen nur für einzelne Wirtsarten oder spezifische lokale Populationen systematisch dokumentiert. Daher lassen sich für die Gesamtgruppe der Chrysididae keine verallgemeinerten Aussagen zur Tagesaktivität oder zu genauen Schwarmflugzeiten treffen.1

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Goldwespen der Familie Chrysididae sind als Nützlinge beziehungsweise ökologisch bedeutsame Gegenspieler anderer solitärer Hautflügler einzustufen, da sie keinerlei schädigenden Einfluss auf Vorräte, Gebäude oder Nutzpflanzen ausüben. Ein unmittelbares Schadpotenzial an Materialien oder landwirtschaftlichen Kulturen existiert nicht, weshalb typische Schadbilder gänzlich fehlen. Medizinisch oder gesundheitlich geht von diesen Tieren keine Relevanz aus, da der Giftstachel bei Goldwespen stark verkümmert ist und sie somit nicht wehrhaft gegenüber Menschen sind. Befallsanzeichen an Holzstrukturen oder Mauerwerk sind nicht zu erwarten, da die Tiere als Brutschmarotzer oder Parasitoide auf solitär lebende Faltenwespen, Grabwespen oder Bienen angewiesen sind. Präventionsmaßnahmen im Sinne einer baulichen oder hygienischen Schädlingsbekämpfung sind für Chrysididae nicht erforderlich und weder wirksam noch vorgesehen. Da es sich um ökologisch unbedenkliche Tiere ohne Schadwirkung handelt, sind spezifische Monitoring-Methoden wie Fallen oder Indikatoren im praktischen Pflanzenschutz oder der Haushalts hygiene nicht etabliert. Aus demselben Grund entfallen jegliche biologische, physikalische oder chemische Bekämpfungsmaßnahmen; ein Eingreifen im Rahmen einer integrierten Schädlingsbekämpfung (IPM) ist obsolet. Rechtliche Aspekte wie Quarantänebestimmungen oder Meldepflichten existieren für Goldwespen nicht, da sie weder Schadorganismen noch gefährdete Arten im Sinne strenger phytosanitärer Schutzverordnungen darstellen. Belastbare Daten zu wirtschaftlichen Schäden durch Chrysididae fehlen vollständig, weil die Insekten in menschlichen Siedlungsräumen keine ökonomische Rolle einnehmen.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Goldwespen