Lexikon-Eintrag

Gemeine Waffenfliege Chloromyia formosa

Gemeine Waffenfliege (Chloromyia formosa), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Zweiflügler (Diptera)
Familie
Stratiomyidae
Gattung
Chloromyia

Überblick

Einleitung

Die Gemeine Waffenfliege (Chloromyia formosa) ist eine Fliege aus der Familie der Waffenfliegen (Stratiomyidae). Die Art ist in Europa weit verbreitet und besiedelt bevorzugt feuchte Wälder sowie bewaldete Habitate. Ihr langgestreckter Körper erreicht eine Länge von 7,3 bis 10 Millimetern und zeichnet sich durch eine metallisch grüne Färbung aus.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Antennen sind kurz, wobei das erste Fühlerglied länger als das zweite ist, während das dritte Segment längsoval geformt, vierringelig und an der Basis der vorderen Endborste bewimpert ist.
  • Das Schildchen (Scutellum) weist im Gegensatz zu einigen anderen Fliegenarten keine Dornen auf.
  • Die Beine sind überwiegend schwarz gefärbt, wobei lediglich die Knie eine gelbliche Färbung zeigen.
  • Zwischen den Geschlechtern zeigt sich ein deutlicher Dimorphismus bezüglich des Abdomens, welches bei Weibchen blau-grün mit purpurnem Schimmer und bei Männchen kupfer-grün glänzt.
  • Nach Erreichen des finalen Entwicklungsstadiums überwintern die Larven im Boden.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Chloromyia formosa ist eine mittelgroße Waffenfliege mit einer Körperlänge von 7,3 bis 10 Millimetern und einem gestreckten, abgeflachten Habitus. Der halbkugelige Kopf zeigt deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede in der Augenanordnung. Während die Facettenaugen der Männchen dorsal aneinanderstoßen, sind sie bei den Weibchen durch eine breite Stirn getrennt. Zusätzlich besitzen die Weibchen auf der Stirn oberhalb der Fühler eine charakteristische Querfurche. Der Kopf ist bräunlich behaart, während die Facettenaugen selbst ebenfalls behaart sind. Die kurzen Antennen bestehen aus einem ersten Fühlerglied, das länger als das zweite ist, sowie einem längsovalen, vierringeligen dritten Glied mit einer bewimperten Endborste an der Basis. Der Thorax ist metallisch grün glänzend gefärbt und weist am Schildchen (Scutellum) keine Dornen auf. Die transparenten Flügel sind auffällig rauchig gelbbraun getönt und erreichen eine Länge von 6 bis 7 Millimetern. Das Abdomen ist breit und abgeflacht geformt. Bei den Männchen zeigt das Abdomen einen kupfer-grünen Schimmer, während es bei den Weibchen je nach Lichteinfall blau-grün bis purpurn schimmert. Die Beine sind überwiegend schwarz gefärbt, weisen jedoch artspezifisch gelbe Knie auf. Belastbare morphologische Beschreibungen zu den Eiern, Larvenstadien und Puppen fehlen in den vorliegenden Daten, außer dass sich die Larven in humusreichen Böden entwickeln. Eine Verwechslung ist primär mit anderen metallisch gefärbten Stratiomyidae möglich, wobei Chloromyia formosa durch die Kombination aus metallisch grünem Thorax, gelben Knien und rauchig gelbbraunen Flügeln abgegrenzt wird.1

Porträt

Beschreibung

Chloromyia formosa ist eine auffällige Fliege aus der Familie der Waffenfliegen, die im deutschen Sprachraum als Gemeine Waffenfliege oder international als Broad centurion bezeichnet wird. Die Art ist in weiten Teilen Europas, im Nahen Osten, in der Nearktis sowie in Nordafrika verbreitet. Ihr natürlicher Lebensraum umfasst primär bewaldete Gebiete, feuchte Mischwälder, Heckenreihen, feuchte Wiesen sowie Parks und Gärten. Adulte Tiere erreichen eine Körperlänge von 7,3 bis 10 mm und eine Flügellänge von 6 bis 7 mm. Der langgestreckte Körper zeichnet sich durch einen metallisch grün oder kupfergrün glänzenden Thorax und einen abgeflachten, breiten Abdomen aus. Ein markantes anatomisches Merkmal des halbkugelförmigen Kopfes ist, dass er unbehaart ist, während die Facettenaugen dicht behaart sind. Das erste Fühlerglied ist länger als das nachfolgende, während das dritte Fühlerglied längsoval geformt, vierringelig und an der Vorderseite dorsal mit einer bewimperten Endborste versehen ist. Das Schildchen weist im Gegensatz zu manchen anderen Fliegenarten keine Dornen auf. Zwischen den Geschlechtern besteht ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus bezüglich Augenstellung und Farbton. Bei den Männchen stoßen die Augen aneinander, und das Abdomen zeigt einen kupfergrünen Schimmer. Im Gegensatz dazu sind die Augen der Weibchen durch eine Stirn getrennt, die oberhalb der Fühler eine Querfurche aufweist, und das Abdomen glänzt je nach Lichteinfall blaugrün bis purpurn. Zusätzlich ist der Kopf der Weibchen bräunlich behaart. Die transparenten Flügel sind charakteristisch rauchig gelbbraun getönt. Die Beine präsentieren sich grundsätzlich schwarz, wobei lediglich die Knie eine gelbe Färbung aufweisen. Im Freiland sind die Imagines vorwiegend von April bis August anzutreffen. In dieser Zeit ernähren sie sich von Nektar, insbesondere an Doldenblütlern, sowie von Pollen des Echten Mädesüß. Die Fortpflanzung findet zwischen April und August statt, wobei im Laufe der Saison mehrfache Paarungen erfolgen. Die Larvenentwicklung findet in humusreichen Böden statt, wo sich die Tiere von totem Laub und anderem zersetzenden pflanzlichen Material ernähren. Nach dem Erreichen des finalen Larvalstadiums überwintern die Tiere im Boden.1

Systematik

Name & Einordnung

Chloromyia formosa ist eine Fliege aus der Familie der Waffenfliegen (Stratiomyidae). Der wissenschaftliche Artname ist im deutschen Sprachraum als Gemeine Waffenfliege bekannt. Im englischen Sprachraum wird die Art als Broad centurion bezeichnet. Belastbare Daten zu historischen Erstbeschreibungen, Autorennamen, Synonymen oder Etymologien fehlen in den vorliegenden Primärquellen der Datenbank.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die Biologie von Chloromyia formosa ist durch eine mehrstufige Entwicklung geprägt, deren Adulte von April bis August aktiv sind. Adulte Tiere ernähren sich überwiegend von Nektar verschiedener Blüten, insbesondere von Doldenblütlern (Apiaceae), sowie von Pollen des Echten Mädesüß (Filipendula ulmaria). Während dieser Flugzeit paaren sich die Insekten mehrfach.1 Die Eiablage findet im Habitat der Larven statt, wobei konkrete Fertilitätsdaten und exakte Eizahlen in der Literatur nicht näher beziffert sind. Die Larven von Chloromyia formosa entwickeln sich in humusreichen Böden von feuchten Mischwäldern, lichten Wäldern, Hecken sowie Parks und Gärten. Dort ernähren sie sich saprophag von totem Laub und anderen zersetzenden pflanzlichen Substanzen.1 Über die Anzahl der Larvalstadien liegen keine detaillierten quantitativen Angaben vor. Nach Erreichen des finalen Entwicklungsstadiums überwintern die Larven im Boden.1 Bezüglich spezifischer Physiologien wie exakter Temperaturminima, Kältetoleranzen oder physiologischer Diapausenmechanismen abseits der Überwinterung fehlen belastbare, quantifizierte Daten in der aktuellen Literatur. Mortalitätsfaktoren und natürliche Feinde wie Parasitoide oder spezifische Prädatoren sind für Chloromyia formosa ebenfalls nicht systematisch untersucht worden. Die Dauer der Puppenruhe sowie die exakte Generationsdauer sind bisher nicht im Detail dokumentiert. Die Imagines erreichen eine Körperlänge von 7,3 bis 10,0 mm sowie eine Flügellänge von 6,0 bis 7,0 mm.1 Detaillierte physiologische Nährwertanforderungen an das Substrat der Larven wurden in bisherigen Studien nicht ermittelt.

Lebensweise

Verhalten

Chloromyia formosa zeigt eine Reihe charakteristischer Verhaltensweisen im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung. Im Zeitraum von April bis August sind die adulten Fliegen aktiv und ernähren sich von Nektar sowie Blütenstaub. Dabei besuchen sie vor allem Doldenblütler (Apiaceae) sowie den Blütenstaub des Echten Mädesüß (Filipendula ulmaria). Während dieser Aktivitätsphase von April bis August findet mehrfach die Paarung statt. Hinsichtlich der Larvalentwicklung, die in humusreichem Boden stattfindet, ernähren sich die Larven saprophag von totem Laub sowie anderem verwertenden pflanzlichen Material. Nach Erreichen des finalen Larvalstadiums überwintern die Tiere im Boden. Belastbare Daten zu weiteren Verhaltensaspekten wie spezifischen Abwehrmechanismen oder der genauen Orientierung fehlen.1

Lebensweise

Ökologie

Chloromyia formosa besiedelt als im matschigen oder humusreichen Boden lebende Art vorwiegend feuchte Mischwälder, lichte Gehölzstrukturen, feuchte Wiesen sowie Parkanlagen und Gärten. Die Imagines fliegen von April bis August und sind häufig an Doldenblütlern (Apiaceae) sowie an den Blüten von Filipendula ulmaria anzutreffen, wo sie Nektar und Pollen aufnehmen und dadurch als Blütenbesucher fungieren. Die Larvenentwicklung findet im humusreichen Boden statt, wo sich die Tiere saprophag von totem Laub und anderer zersetzender pflanzlicher Substanz ernähren, womit sie eine wichtige Funktion als Destruenten im Ökosystem einnehmen. Nach Erreichen des finalen Larvalstadiums überwintern die Tiere im Substrat. Die geografische Verbreitung der Art erstreckt sich über den Großteil Europas, den Nahen Osten, Nordafrika sowie die Nearktis.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Gemeine Waffenfliege (Chloromyia formosa) ist in ihrer natürlichen Verbreitung paläarktisch sowie in angrenzenden Regionen verortet und besiedelt weite Teile Europas. Ihr natürliches Areal erstreckt sich im Westen bis nach Großbritannien und Irland sowie nach Norden über Skandinavien bis nach Norwegen, Schweden und Finnland. Auch in Mitteleuropa inklusive Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Art flächendeckend nachgewiesen. Nach Süden reicht das Verbreitungsgebiet über Südeuropa bis nach Nordafrika. Darüber hinaus umfasst das bekannte Vorkommen den Nahen Osten sowie die Nearktis. Der Schwerpunkt der Habitate liegt in bewaldeten Regionen, wobei die Art besonders feuchte Mischwälder und feuchte Wälder bevorzugt. Ergänzend dazu besiedelt sie struktureffiziente Lebensräume wie Heckenstrukturen, feuchte Wiesen sowie anthropogen geprägte Bereiche wie Parks und Gärten. Innerhalb dieser Biotope halten sich die Imagines bevorzugt an Doldenblütlern (Apiaceae) auf.1 Belastbare Daten zur genauen Vertikalverbreitung in Höhenstufen fehlen in der wissenschaftlichen Literatur bisher. Beobachtungsdaten belegen ein flächendeckendes Vorkommen der Imagines von April bis August, wobei sie ab Ende Mai besonders häufig angetroffen werden.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Lahntal-Goßfelden Grundschule, 35094 Lahntal, Deutschland

    23.07.2026

  • Lenzen, Markt, 19309 Lenzen (Elbe), Deutschland

    21.07.2026

  • Brandenburg, Deutschland

    21.07.2026

  • Ostprignitz-Ruppin, DE-BR, Deutschland

    20.07.2026

  • Schipkau, F.-Engels-Str., 01993 Schipkau, Deutschland

    20.07.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
2
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Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 30.09.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Adulte Tiere der Gemeinen Waffenfliege (Chloromyia formosa) lassen sich im Jahresverlauf hauptsächlich von April bis August antreffen. Während dieser Flugperiode besuchen die Fliegen Blüten, um Nektar und Pollen aufzunehmen, wobei sie vor allem an Doldenblütlern sowie ab Ende Mai vermehrt in feuchten Lebensräumen zu beobachten sind. In diesem Zeitraum zwischen April und August findet auch die mehrfache Paarung der Insekten statt. Die Entwicklung der Larven erfolgt im humusreichen Boden, wo sie sich von totem Laub und anderen zersetzenden pflanzlichen Substanzen ernähren. Nach dem Erreichen des finalen Entwicklungsstadiums überwintern die Larven.1 Das öffentliche Suchinteresse in Deutschland zeigt in den Sommermonaten, insbesondere im Juli, wiederkehrende Peaks, was mit der Hauptaktivitätsphase der Imagines korreliert.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Chloromyia formosa ist als Nützling beziehungsweise ökologisch unbedenklicher Bewohner von feuchten Mischwäldern und Gärten einzustufen, da weder ein Schadpotenzial an Pflanzen noch eine Funktion als Vektor für Krankheitserreger bekannt ist. Belastbare Daten zu medizinischen oder ökonomischen Schäden durch diese Art fehlen vollständig, weshalb keine spezifischen Präventions- oder Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich sind. Die Larven entwickeln sich im humusreichen Boden und ernähren sich dort saprophag von totem Laub sowie anderer zersetzender pflanzlicher Substanz, womit sie zum Nährstoffkreislauf beitragen. Adulte Fliegen treten von April bis August auf und ernähren sich von Nektar sowie Pollen, wodurch sie als Blütenbesucher an Doldenblütlern und weiteren Pflanzen in Erscheinung treten. Aufgrund ihrer ökologischen Rolle als Zersetzer und Pollenkonsument besteht keine Notwendigkeit für ein Monitoring oder integrierte Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen gegen diese Art. Rechtliche Aspekte wie Meldepflichten oder Quarantänebestimmungen sind für Chloromyia formosa nicht relevant.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Chloromyia_formosa