- Wissenschaftlicher Name: Chenopodium album L. (Linné 1753)
- Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
- Wuchsform: einjährige Pflanze, meist etwa 10 bis 150 cm
- Blütezeit: etwa Juli bis Oktober in Mitteleuropa
- Samen: schwarz, glänzend, 1 bis 1,5 mm; sehr zahlreich, lange keimfähig
- Standort: nährstoffreiche, offene Böden
- Verbreitung: nahezu weltweit, in Europa Archäophyt
- Ökologie: Raupenfutterpflanze, Vogelnahrung
Weißer Gänsefuß Chenopodium album
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Pflanzen (Plantae)
- Stamm
- Tracheophyta
- Klasse
- Magnoliopsida
- Ordnung
- Caryophyllales
- Familie
- Amaranthaceae
- Gattung
- Chenopodium
Überblick
Einleitung
Der Weiße Gänsefuß (Chenopodium album) ist eine einjährige krautige Pflanze aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Er wächst auf Äckern, in Gärten, an Wegrändern und auf Brachflächen und ist eine der häufigsten Pflanzen nährstoffreicher, offener Böden. Typisch ist der mehlig-weißliche Überzug auf jungen Blättern und Blütenständen, dem die Art ihren Namen verdankt 12.
Die Pflanze ist weltweit verbreitet, äußerst formenreich und gilt in der Landwirtschaft häufig als Unkraut. Gleichzeitig ist sie ein wichtiger Teil der Wildflora: Ihre Samen dienen Vögeln als Nahrung, und viele Schmetterlingsraupen fressen an ihr 1.
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Weißer Gänsefuß Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Der Weiße Gänsefuß ist eine einjährige Pflanze, die je nach Standort etwa 10 bis 150 cm hoch wird, in Ausnahmefällen deutlich höher 12. Der Stängel ist gelblich-grün und gestreift, im Herbst oft rötlich überlaufen, und besonders im Blütenstand mehlig bestäubt. Die Wurzel kann etwa einen Meter tief reichen 1.
Die wechselständigen Blätter sind sehr unterschiedlich geformt und haben oft einen unregelmäßig gezähnten Rand. Je nach Stellung sind sie etwa 1 bis 7 cm lang und tragen einen mehligen Überzug 12. Die unscheinbaren grünlichen Blüten sitzen in dichten, verzweigten Knäueln. Sie sind zwittrig und haben fünf mehlig bestäubte Blütenhüllblätter und fünf Staubblätter 12. Die Samen sind nur etwa 1 bis 1,5 mm groß, schwarz und glänzend 1.
Systematik
Namen & Einordnung (kurz)
Der wissenschaftliche Name lautet Chenopodium album L. und geht auf die Beschreibung durch Carl von Linné im Jahr 1753 zurück 13. Als Synonyme nennt die Literatur unter anderem Atriplex alba und Chenopodium viride 1. Im Deutschen sind neben Weißer Gänsefuß auch Bezeichnungen wie Ackermelde, Melde, Falsche Melde oder Weiß-Gänsefuß gebräuchlich 1. Im Englischen heißt die Art „lamb's quarters“ oder „fat-hen“ 2.
Die Art ist sehr variabel, für sie wurden Hunderte untergeordnete Sippen beschrieben 1. Verwandte Arten im Lexikon sind Guter Heinrich, Vielsamiger Gänsefuß und Nesselblättriger Gänsefuß.
Aus der Community
Kurze Videos
Aus der silbarkrift.community, aufgenommen mit OpenInsect
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Der Weiße Gänsefuß gilt als Wärmekeimer 1 und wächst als einjährige Art zügig 2. Die Blüten werden überwiegend durch den Wind bestäubt 1. Eine große Pflanze kann nach Literaturangaben bis zu 1,5 Millionen Samen hervorbringen 1. Die Samen verbreiten sich durch Wind, Selbstausstreuung und Vögel, und sie können im Boden sehr lange keimfähig bleiben; genannt werden Zeiträume von mehreren Jahrzehnten bis hin zu extrem langen Spannen 12. Diese Samenbank erklärt, warum die Art nach Bodenbearbeitung rasch wieder auftreten kann.
Ökologisch ist die Pflanze bedeutsam: Eine Wirtspflanzen-Datenbank führt 69 Schmetterlingsarten, deren Raupen an ihr fressen. Die Samen sind im Herbst und Winter eine wichtige Nahrung für Vögel, besonders Sperlinge, und die Blätter werden von Weidetieren und Rehwild gefressen 1. Als Pilzkrankheiten treten unter anderem Ascochyta chenopodii, Cercospora chenopodii und der Falsche Mehltau Peronospora farinosa auf 1.
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Die Art kommt nahezu weltweit vor, vor allem in gemäßigten bis subtropischen Zonen. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet ist wegen der langen Nutzung durch den Menschen nicht sicher bestimmbar; vermutet wird eine Herkunft aus dem Himalaya-Raum 12. In Europa gilt der Weiße Gänsefuß als Archäophyt, also als schon in früher Zeit durch den Menschen eingebürgerte Art, 1.
Besiedelt werden Äcker, Gärten, Schuttplätze, Ufer und andere Ruderalstellen auf ausreichend nährstoffreichen, besonders stickstoffreichen Böden 12. In Mitteleuropa steigt die Art bis in Höhen von etwa 1.100 bis 1.200 m 1.
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
In Mitteleuropa blüht der Weiße Gänsefuß etwa von Juli bis Oktober 1. Nach der Blüte reifen die Samen, und die Pflanzen legen sich häufig nieder, sofern sie nicht von anderen Pflanzen gestützt werden 2. Als einjährige Art überdauert sie ungünstige Zeiten als Samen im Boden 1.
In der OpenInsect-Community wurden bisher 71 Scans dieser Art erfasst, der letzte am 16.10.2026.
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
In Äckern und Gärten tritt der Weiße Gänsefuß als konkurrenzstarker Besiedler offener Böden auf und wird häufig als Unkraut eingestuft, besonders in Hackfruchtkulturen wie Kartoffeln 2. Eine dauerhafte Bodenbedeckung lässt weniger offene Stellen für die Keimung übrig. Auf Brachflächen und an Wegrändern hat die Pflanze dagegen einen ökologischen Wert als Nahrungsquelle für Vögel und Raupen 1.
Kulturgeschichtlich wurde die Art in verschiedenen Regionen als Gemüse- und Getreidepflanze genutzt. In Teilen Indiens und des Himalaya werden Blätter, Triebe und Samen gekocht verwendet; die Literatur weist darauf hin, dass Samen vor der Verwendung eingeweicht werden, um Saponine zu entfernen, und dass größere Mengen abführend wirken können 12. Aus der Nutzung in anderen Ländern ist keine Empfehlung zum Sammeln und Verzehr wild wachsender Pflanzen abzuleiten, zumal Verwechslungen mit anderen Pflanzen möglich sind. Traditionelle medizinische Anwendungen sind klinisch nicht belegt 2. Der Pollen kann zu heuschnupfenartigen Beschwerden beitragen 2; bei starken Beschwerden ist ärztlicher Rat einzuholen.
Nachweise
Quellen & Referenzen
- Wikipedia: Weißer Gänsefuß. de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fer_G%C3%A4nsefu%C3%9F (abgerufen 30.10.2026)
- Wikipedia: Chenopodium album. en.wikipedia.org/wiki/Chenopodium_album (abgerufen 30.10.2026)
- GBIF Backbone Taxonomy: Chenopodium album L. gbif.org/species/3083838