Lexikon-Eintrag

Weidenjungfer Chalcolestes viridis

Weidenjungfer (Chalcolestes viridis), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Odonata
Familie
Lestidae
Gattung
Chalcolestes

Überblick

Einleitung

Die Weidenjungfer (Chalcolestes viridis), auch als Gemeine Weidenjungfer, Westliche Weidenjungfer oder Große Binsenjungfer bekannt, ist eine Kleinlibellenart aus der Familie der Binsenjungfern (Lestidae). Das Taxon wird von zahlreichen Autoren als Untergattung der Gattung Lestes geführt. Ihren Trivialnamen verdankt die Art dem charakteristischen Verhalten, die Eier bevorzugt in die Rinde von über Gewässer ragenden Weichholzbaumarten einzustechen.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Ernährung adulter Individuen der Weidenjungfer erfolgt überwiegend räuberisch von Kleinstinsekten.
  • Larven der Weidenjungfer ernähren sich polyphag als Carnivoren und stellen kleinen Wasserlebewesen wie anderen Insektenlarven oder Kleinkrebsen nach.
  • Nach dem Verlassen des Wassers an Pflanzenstängeln ab Anfang Juli und der letzten Häutung dauert es 12 Tage, bis die adulten Tiere geschlechtsreif sind.
  • Die Flugzeit von Chalcolestes viridis erstreckt sich bis in die Monate September und Oktober.
  • Landeten die etwa 2 mm großen Prolarven beim Schlupf versehentlich auf dem Erdboden, können sie sich hüpfend fortbewegen, um das Wasser zu erreichen.
  • Ausgewachsene Larven erreichen nach zwölf Häutungen innerhalb von zwei bis drei Monaten eine Körperlänge von 30 mm.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Weidenjungfer (Chalcolestes viridis) erreicht eine Körperlänge von 40 bis 50 mm sowie eine Flügelspannweite von 50 bis 60 mm. Jungtiere zeichnen sich durch eine grüne Metallfärbung des Körpers aus, die im Alter in Kupfer- oder Bronzetöne übergeht. Die von dunklen Adern umrandeten Flügelmale sind bei jungen Individuen weiß gefärbt und wandeln sich später zu einem einfarbigen hell-ocker bis hellbraunen Ton. Ein taxonomisch bedeutsames Bestimmungsmerkmal der Art ist ein nach vorn gerichteter Zipfel in der seitlichen Thoraxzeichnung. Weibchen verfügen über einen Legebohrer, mit dem sie Eier in die Rinde von Gehölzen einbringen. Die Eier weisen eine Länge von etwa 2 mm auf. Nach dem Überwintern schlüpfen im April Prolarven, die sich beim Kontakt mit Wasser zur Larve häuten. Ausgewachsene Larven erreichen im Wasser eine Länge von 30 mm. Belastbare morphologische Details zu Puppen fehlen in der aktuellen Datenlage. Zur Abgrenzung von verwechselbaren Arten liegen keine spezifischen Textquellen vor.1

Porträt

Beschreibung

Die Weidenjungfer (Chalcolestes viridis) ist eine mittelgroße Kleinlibellenart aus der Familie der Lestidae, deren deutsche Bezeichnung auf das charakteristische Verhalten bei der Eiablage an Gehölzen zurückgeht. Das Taxon wird von einigen Autoren auch als Untergattung innerhalb der Binsenjungfern (Lestes) geführt. Im natürlichen Lebensraum fällt die Art durch ihre grünmetallische Färbung auf, die sich im Laufe der Individualentwicklung bei älteren Individuen zu Kupfer- oder Bronzetönen wandelt. Ein diagnostisch wichtiger, nach vorn gerichteter Zipfel prägt die seitliche Thoraxzeichnung der Imagines. Die Körperlänge adulter Tiere liegt bei 40 bis 50 Millimetern bei einer Flügelspannweite von 50 bis 60 Millimetern. Die von dunklen Adern umrandeten Flügelmale sind bei jungen Exemplaren weiß gefärbt und wandeln sich später in ein einfarbig helles Ocker bis Hellbraun. Als Lebensraum bevorzugt die Art stehende und langsam fließende Gewässer, die von einer Ufervegetation aus Weichholzarten wie Weiden, Erlen, Pappeln oder dem Faulbaum gesäumt sind. Das geografische Verbreitungsgebiet umfasst West-, Südwest- und Mitteleuropa, während Nachweise in Großbritannien erst seit 2009 vorliegen; in Nord- und Osteuropa fehlt die Art hingegen. Als obligat karnivore Art ernährt sich die Imago räuberisch von Kleinstinsekten. Die Fortpflanzung ist eng mit über das Wasser ragenden Gehölzzweigen verknüpft, in deren Rinde das Weibchen mithilfe seines Legebohrers etwa 200 Eier einbringt. Die Eiablage erfolgt überwiegend in Tandemstellung, seltener auch durch einzeln agierende Weibchen bei abklingender Aktivität am Abend. Als Überwinterungsstadium fungiert ausschließlich das Ei in der Gehölzrinde. Im April des Folgejahres schlüpfen etwa zwei Millimeter große Prolarven, die sich beim Kontakt mit der Wasseroberfläche zur eigentlichen Larve häuten; bei einer Fehlplatzierung auf dem Erdboden können sie sich hüpfend fortbewegen. Innerhalb von zwei bis drei Monaten durchlaufen die aquatischen Larven zwölf Häutungen und erreichen eine Länge von 30 Millimetern, wobei sie sich als Räuber von kleinen Wasserlebewesen wie Insektenlarven und Kleinkrebsen ernähren. Anfang Juli verlassen die ausgewachsenen Larven das Gewässer über Pflanzenstängel für ihre letzte Häutung zur Imago. Die geschlechtsreifen adulten Libellen fliegen in einer einzigen Generation pro Jahr bis in die Monate September und Oktober.1

Systematik

Name & Einordnung

Die Weidenjungfer (Chalcolestes viridis) ist eine Kleinlibellenart aus der Familie der Binsenjungfern (Lestidae). Das wissenschaftliche Taxon Chalcolestes wird von vielen Autoren lediglich als Untergattung der Binsenjungfern der Gattung Lestes betrachtet. Der deutsche Trivialname Weidenjungfer, alternativ auch Gemeine Weidenjungfer, Westliche Weidenjungfer oder Große Binsenjungfer genannt, geht auf den bevorzugten Eiablageort dieser Art zurück.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die Weidenjungfer (Chalcolestes viridis) bildet pro Jahr exakt eine Generation aus und zeichndet sich durch eine Überwinterung im Eistadium aus. Mit Hilfe eines Legebohrers platziert das Weibchen etwa 200 Eier in die Rinde von über das Wasser ragenden Zweigen von Weichholzbaumarten wie Weiden, Erlen oder Pappeln. Die Eiablage erfolgt überwiegend in Tandemstellung, gelegentlich bei abklingender Aktivität am Abend auch solitär durch das Weibchen. Die Eier überwintern in dieser Rindenverankerung, womit eine physiologische Anpassung an jahreszeitliche Temperaturschwankungen vorliegt. Im April des darauffolgenden Jahres schlüpfen die etwa zwei Millimeter großen Prolarven aus den Eiern. Diese Prolarven lassen sich auf die Wasseroberfläche fallen oder können bei einer Landung auf dem Erdboden durch hüpfende Bewegungen das Wasser erreichen. Nach dem Kontakt mit Wasser erfolgt die Häutung zur eigentlichen aquatischen Larve. Die Larven ernähren sich räuberisch als polyphage Carnivoren von kleinen Wasserlebewesen wie Insektenlarven und Kleinkrebsen. Innerhalb von zwei bis drei Monaten durchlaufen die Larven insgesamt zwölf Häutungsstadien. Am Ende dieser Wachstumsphase erreichen die Larven eine Körperlänge von 30 mm. Ab Anfang Juli verlassen die ausgewachsenen Larven das Wasser, kriechen an Pflanzenstängeln empor und vollziehen die Metamorphose zur Imago durch ihre letzte Häutung. Nach einer Reifungsphase von zwölf Tagen erreichen die adulten Tiere ihre Geschlechtsreife. Die räuberisch lebenden Imagines ernähren sich polyphag von Kleinstinsekten. Die Flugzeit der adulten Libellen erstreckt sich bis in die Monate September und Oktober.1

Lebensweise

Verhalten

Die Art Chalcolestes viridis zeigt ein spezifisches Fortpflanzungsverhalten, bei dem die Eiablage bevorzugt in Tandemstellung erfolgt. In den Abendstunden bei abklingender Aktivität kann die Eiablage alternativ auch allein durch die Weibchen durchgeführt werden. Mit Hilfe ihres Legebohrers stacht das Weibchen rund 200 Eier in die Rinde von über Gewässer ragenden Weichholzbaumarten ein. Die etwa zwei Millimeter großen Prolarven lassen sich im April des Folgejahres auf die Wasseroberfläche fallen. Für den Fall, dass die Prolarven auf dem Erdboden landen, besitzen sie die Fähigkeit, sich hüpfend zum Wasser zu bewegen. Innerhalb von zwei bis drei Monaten durchlaufen die Larven zwölf Häutungen und erreichen eine Länge von 30 Millimetern. Ab Anfang Juli kriechen die Larven an Pflanzenstängeln aus dem Wasser und vollziehen die Metamorphose zur adulten Libelle. Nach einer Reifezeit von zwölf Tagen sind die Tiere geschlechtsreif. Die Flugzeit der adulten Individuen erstreckt sich bis in die Monate September und Oktober. Als räuberisch lebende Art ernährt sich Chalcolestes viridis überwiegend von Kleinstinsekten. Die aquatilen Larven stellen dabei kleinen Wasserlebewesen wie Insektenlarven und Kleinkrebsen nach.1

Lebensweise

Ökologie

Die ökologische Nische von Chalcolestes viridis ist eng an Gewässer mit spezifischer Ufervegetation aus Weichholzbaumarten gebunden. Als Habitat dienen stehende und langsam fließende Gewässer, in deren unmittelbarer Umgebung Weiden, Erlen, Pappeln oder Faulbäume vorkommen. Die Eiablage erfolgt bevorzugt an über die Wasserfläche ragenden Zweigen dieser Gehölze. Das Weibchen sticht hierfür mit dem Legebohrer rund 200 Eier in die Rinde ein. Die Eier überwintern in der Gehölzrinde, wodurch eine direkte Abhängigkeit von terrestrischem Pflanzenmaterial für die frühe Entwicklungsphase besteht. Im April des Folgejahres lassen sich die etwa zwei Millimeter großen Prolarven auf die Wasseroberfläche fallen. Sollten sie auf dem Erdboden landen, können sie sich hüpfend zum Wasser bewegen. Im aquatischen Lebensraum ernähren sich die Larven als Carnivoren räuberisch von kleinen Wasserlebewesen wie anderen Insektenlarven oder Kleinkrebsen. Innerhalb von zwei bis drei Monaten durchlaufen die Larven zwölf Häutungen und erreichen eine Länge von 30 Millimetern. Ab Anfang Juli verlassen die ausgewachsenen Larven das Wasser über Pflanzenstängel zur Metamorphose. Adulte Chalcolestes viridis leben ebenfalls räuberisch und ernähren sich polyphag von Kleinstinsekten. Pro Jahr wird nur eine Generation ausgebildet, wobei die Flugzeit der adulten Tiere bis September oder Oktober reicht.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Weidenjungfer (Chalcolestes viridis) erstreckt sich primär über West-, Südwest- und Mitteleuropa. In Nord- und Osteuropa fehlt die Art hingegen weitgehend. Die Ausbreitung der Kleinlibelle zeigt eine deutliche Dynamik, was durch den Erstnachweis in Großbritannien im Jahr 2009 belegt wird. Aggregierte Beobachtungsdaten bestätigen das Vorkommen der Art in bewaldeten Regionen sowie an mesischen Standorten. Als typische Habitate besiedelt Chalcolestes viridis stehende und langsam fließende Gewässer. Die Uferzonen dieser Gewässer sind essenziell und müssen eine ausgeprägte Ufervegetation aufweisen. Dabei ist die Art an das Vorkommen von Weichholzbaumarten im unmittelbaren Uferbereich gebunden. Zu den bevorzugten Gehölzen zählen insbesondere Weiden, Erlen, Pappeln sowie der Faulbaum. Diese Gehölze dienen als obligater Ablageort für die Eier, welche in über das Wasser ragende Zweige eingestochen werden. Aggregierte Nachweise zeigen zudem eine Präsenz in Offenland- und Waldstrukturen, während Habitate wie Küstensalzmarschen oder Dünengebiete nicht besiedelt werden. Belastbare Daten zur genauen Vertikalverbreitung in Höhenstufen liegen aus den vorliegenden Quellen nicht vor.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Reitbrook, 21037 Hamburg-Bergedorf, Deutschland

    02.09.2026

  • München-Neuhausen-Nymphenburg, Deutschland

    02.09.2026

  • Müllheim im Markgräflerland, Deutschland

    02.09.2026

  • Lindenthal, Deutschland

    02.09.2026

  • Bonn-Poppelsdorf, Deutschland

    02.09.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

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Zuletzt am 02.09.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die Weidenjungfer (Chalcolestes viridis) zeigt einen univoltinen Entwicklungszyklus mit einer Generation pro Jahr.12 Die Überwinterung erfolgt ausschließlich im Stadium des Eies, welches vom Weibchen im Herbst in die Rinde von Weichholzbaumarten eingestochen wird. Im April des Folgejahres schlüpfen die etwa 2 mm großen Prolarven und lassen sich auf die Wasseroberfläche fallen. Nach dem Kontakt mit Wasser häuten sie sich zur eigentlichen Larve. Die aquatische Entwicklung der Larven beansprucht einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten, in denen sie nach zwölf Häutungen eine Länge von 30 mm erreichen. Ab Anfang Juli verlassen die ausgewachsenen Larven das Wasser, erklimmen Pflanzenstängel und vollziehen die Metamorphose zur adulten Libelle. Nach einer Reifezeit von zwölf Tagen sind die Imago geschlechtsreif. Die Flugzeit der adulten Tiere erstreckt sich bis in die Monate September und Oktober.1 Das öffentliche Suchinteresse spiegelt diesen Aktivitätszeitraum wider und erreicht in den Spätsommermonaten August und September deutliche Peaks.3 Diurnale Aktivitätsmuster zeigen sich insbesondere bei der Fortpflanzung, wobei die Eiablage neben der Tandemstellung auch in den Abendstunden bei abklingender Aktivität durch einzelne Weibchen erfolgt.1

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Weidenjungfer (Chalcolestes viridis) ist als freilebende Kleinlibelle weder ein Schädling noch ein Lästling, sondern erfüllt als carnivore Art eine wichtige ökologische Funktion im Habitat von Gewässern. Ein nennenswertes Schadpotenzial geht von der Art weder in der Landwirtschaft noch im urbanen Raum aus, weshalb keine typischen Schadbilder an Nutzpflanzen existieren. Medizinische oder gesundheitliche Relevanzen wie die Übertragung von Krankheitserregern oder Allergieauslösungen sind durch Chalcolestes viridis nicht bekannt. Befallsanzeichen im Sinne eines klassischen Schädlingsbefalls treten folglich nicht auf, weshalb auch keine spezifischen Früherkennungsmethoden oder Monitoring-Systeme erforderlich sind. Präventions- oder Bekämpfungsmaßnahmen sind für Chalcolestes viridis nicht vorgesehen, da die Tiere weder bauliche Schäden verursachen noch hygienische Probleme nach sich ziehen. Integrierte Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen, physikalische oder chemische Interventionen entfallen ebenfalls, da die Art streng an naturnahe Ufervegetationen gebunden ist und keine wirtschaftlichen Schäden anrichtet. Rechtliche Aspekte wie Quarantänebeschränkungen oder Meldepflichten existieren für diese Libellenart nicht. Belastbare Daten zu artspezifischen Managementstrategien fehlen in der wissenschaftlichen Literatur vollständig, da Chalcolestes viridis als unbedenklicher Bestandteil der aquatischen und Uferfauna gilt.1

Praxiswissen

Wirtschaftliche Bedeutung

Eine wirtschaftliche Relevanz im Sinne von Schädlingsauftreten oder Nutzwert ist für die Weidenjungfer (Chalcolestes viridis) in den vorliegenden Daten nicht belegt.1 Weder in der Forstwirtschaft noch in anderen Wirtschaftszweigen treten durch die Eiablage in Weichholzarten oder die räuberische Lebensweise der Larven messbare Schäden oder wirtschaftlich relevante Effekte auf.12 Belastbare quantitative Daten zu wirtschaftlichen Auswirkungen oder Bekämpfungskosten fehlen vollständig, da die Art als freilebende Libelle keine Schadwirkungen verursacht.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Weidenjungfer
  2. gbif.org/species/5865098
  3. Suchinteresse-Zeitreihe (aggregiert)