Lexikon-Eintrag

Kasuarinen-Baum Casuarina equisetifolia

Kasuarinen-Baum (Casuarina equisetifolia), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Pflanzen (Plantae)
Stamm
Tracheophyta
Klasse
Magnoliopsida
Ordnung
Fagales
Familie
Casuarinaceae
Gattung
Casuarina

Überblick

Einleitung

Der Kasuarinen-Baum (Casuarina equisetifolia) ist ein immergrüner Baum aus der Familie der Kasuarinengewächse (Casuarinaceae).123 Auf den ersten Blick erinnert er mit seinen langen, dünnen, graugrünen Zweigen an eine Nadelholzart, ist aber mit Nadelbäumen nicht verwandt: Die Zweige übernehmen die Aufgabe der Blätter, die zu winzigen Schuppen verkümmert sind.12 Ursprünglich wächst die Art an Küsten Australiens, Südostasiens und der Pazifikinseln; heute ist sie in der gesamten Tropenzone verbreitet, vor allem an Stränden.12 In Mitteleuropa ist die tropische Art nicht heimisch. Ein Verzehr von Pflanzenteilen ist nicht vorgesehen.

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Wissenschaftlicher Name: Casuarina equisetifolia L.123
  • Familie: Kasuarinengewächse (Casuarinaceae), Ordnung Fagales13
  • Wuchs: immergrüner Baum, meist etwa 6–12 m, bis 35 m12
  • Blätter: zu Schuppenzähnen reduziert, in Quirlen zu 7–812
  • Früchte: zapfenähnlich, geflügelte Nüsse von 6–8 mm12
  • Symbiose: Frankia (Stickstoffbindung)12
  • Heimat: Küsten Australiens, Südostasiens und des Pazifiks12

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der Kasuarinen-Baum ist ein schlanker, locker belaubter Baum, dessen Höhe in der Literatur meist mit etwa 6 bis 12 m angegeben wird; einzelne Exemplare erreichen 35 m, in seltenen Fällen mehr.12 Die junge Rinde ist glatt und grau, an älteren Bäumen schuppig bis gefurcht, von hellgrau-braun bis schwärzlich.12 Die hängenden, grüngrauen Zweige sind nadelartig und gegliedert; die eigentlichen Blätter sind nur 0,3 bis 0,5 mm lange Schuppenzähne, die in Quirlen zu je sieben bis acht (selten sechs) stehen.12 Die Zweigglieder zwischen den Quirlen messen etwa 5 bis 13 mm.2

Die Blüten sind unscheinbar und ohne Blütenhülle. Männliche Blüten stehen in kätzchenartigen Ähren an den Zweigenden, weibliche in kleinen, rundlichen Ständen mit langen roten Narben.12 Bei der Frage, ob die Art einhäusig oder zweihäusig ist, weichen die Quellen ab: Die englische Quelle beschreibt sie als einhäusig, die deutsche nennt beide Möglichkeiten.12 Die Früchte sind verholzte, zapfenähnliche Fruchtstände von etwa 10 bis 24 mm Länge; jedes Fach enthält eine geflügelte Nuss (Samara) von 6 bis 8 mm.12

Systematik

Namen & Einordnung (kurz)

Der wissenschaftliche Name lautet Casuarina equisetifolia L.; Carl von Linné beschrieb die Gattung 1759 und diese Art als erste der Gattung.12 Das Epitheton bedeutet sinngemäß „mit pferdehaarartigen Blättern“.2 Anzumerken ist, dass Linnés Beschreibung nur auf einer älteren Beschreibung von Rumphius beruht und keine Typusexemplare existieren.2 Zwei Unterarten werden geführt: equisetifolia und incana, letztere kleinwüchsiger und auf Küstenfelsen im Osten Australiens sowie Neukaledonien und Vanuatu beschränkt.12

Zum deutschen Namen: Im Lexikon wird die Art als Kasuarinen-Baum geführt. Die deutschsprachige Wikipedia verwendet für die Art den Namen Schachtelhalmblättrige Kasuarine und nennt zusätzlich Kängurubaum, Kasuarinabaum und Keulenbaum.1 Englische Namen sind unter anderem „coastal she-oak“, „beach casuarina“, „whistling tree“ und „Australian pine“.2 GBIF führt den Namen als akzeptiert, Familie Casuarinaceae, Ordnung Fagales.3

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Eine ökologische Besonderheit ist die Symbiose mit stickstoffbindenden Strahlenpilz-Bakterien der Gattung Frankia in Wurzelknöllchen (Aktinorhiza-Symbiose).12 Dadurch kann der Baum auch auf sehr nährstoffarmen Sandböden wachsen; zusätzlich werden proteoide Wurzeln beschrieben.1 Die Art toleriert Salz und wächst schnell.1

Die Fortpflanzung erfolgt über Samen. Die Früchte sind geflügelte Nüsse und schwimmfähig, wodurch nach der deutschsprachigen Quelle das große Verbreitungsgebiet erklärt wird.1 Zur Lebensdauer und zum Wachstum einzelner Standorte nennen die ausgewerteten Quellen keine belastbaren Zahlen, sie werden daher hier nicht angegeben. Die Chromosomenzahl beträgt nach der deutschsprachigen Quelle 2n = 18.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Areal umfasst den Nordosten und Norden Australiens, Neuguinea, die Pazifikinseln sowie die Küsten Süd- und Südostasiens.12 Die Art wächst bevorzugt am Meer, hinter Stränden, in Flussmündungen und teils auf felsigen Landzungen und bildet dort mitunter größere Bestände.12 Die schwimmfähigen Früchte tragen zur weiten Verbreitung bei.1 Außerhalb ihres Ursprungsgebiets wurde sie in vielen Regionen eingeführt; in den USA und in Südafrika gilt sie als invasiv.2

Im OpenInsect-Profil sind fünf Scans erfasst, der letzte am 09.07.2026 in Izmir.

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Weißenborn, Saxony, Deutschland

    16.02.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
5
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 09.07.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Als immergrüne Art trägt der Kasuarinen-Baum das ganze Jahr über seine nadelartigen Zweige; die grünen Zweige werden nach der deutschsprachigen Quelle abgeworfen, ein Laubfall im Sinne einer Winterkahlheit ist nicht beschrieben.1 Zu Blüte- und Fruchtzeiten nennen die herangezogenen Quellen keine Monate, da sie vom Standort in den Tropen abhängen. Beobachtungen in Mitteleuropa betreffen angepflanzte Exemplare; Angaben zur Überwinterung in Mitteleuropa enthalten die ausgewerteten Quellen nicht und werden deshalb nicht gemacht. Die OpenInsect-Scans verteilen sich auf wenige Einzelfunde und erlauben keine Aussage zur Saisonalität.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Der Kasuarinen-Baum wird in vielen Küstenregionen gepflanzt, als Zierbaum, als Windschutz und zur Befestigung von Dünen, weil er Salz verträgt und schnell wächst.12 Das Holz ist sehr schwer und dauerhaft und zählt zu den sogenannten Eisenhölzern; auf pazifischen Inseln wurde es traditionell für Kanus und Keulen verwendet.1 In der Forschung wurden Blätter, Zapfen, Rinde und Samen auf ihre Fähigkeit untersucht, Farbstoffe aus Wasser zu binden; aus Zapfen hergestellte Kohle band im Versuch Kupferionen.2

Als gebietsfremde Art kann C. equisetifolia in bestimmten Regionen zum Problem werden: In den USA und Südafrika gilt sie als invasiv, in den USA wurden Gegenspieler wie eine Zehrwespe und Kleinschmetterlinge eingesetzt.2 Zu einer Giftigkeit enthalten die Quellen keine Angaben. Pflanzenteile sind nicht zum Verzehr bestimmt.

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. Wikipedia (deutsch): Schachtelhalmblättrige Kasuarine. de.wikipedia.org/wiki/Schachtelhalmbl%C3%A4ttrige_Kasuarine (abgerufen 30.10.2026)
  2. Wikipedia (englisch): Casuarina equisetifolia. en.wikipedia.org/wiki/Casuarina_equisetifolia (abgerufen 30.10.2026)
  3. GBIF Backbone Taxonomy: Casuarina equisetifolia L. gbif.org/species/2891930 (abgerufen 30.10.2026)