- Ab einem Carapaxdurchmesser von 60 mm stoppt das Körperwachstum bei vielen Individuen meist durch eine abschließende Häutung.
- Die Färbung der Oberseite variiert von dunklen Grüntönen bei frisch gehäuteten Tieren bis zu bräunlichen Tönen mit tiefroter Unterseite bei Tieren, deren letzte Häutung länger zurückliegt.
- Bei älteren Krabben ohne regelmäßige Häutung kommt es zu verstärkten Abnutzungserscheinungen, starkem Bewuchs durch Seepocken und einer sinkenden Toleranz gegenüber Salzgehaltsschwankungen.
- Junge Strandkrabben mit einer Breite von wenigen Millimetern besitzen eine variable Tarnzeichnung aus weißen, schwarzen und roten Mustern sowie gebänderten Laufbeinen.
- Die kräftige Knackschere befindet sich bei den meisten Individuen an der rechten Körperseite, wobei vereinzelt auch Tiere ohne ausgeprägte Knackschere vorkommen.
- Das letzte Laufbeinpaar entspricht der klassischen Krabbenform und unterscheidet sich dadurch von der Gemeinen Schwimmkrabbe.1
Strandkrabbe Carcinus maenas
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Höhere Krebse (Malacostraca)
- Ordnung
- Decapoda
- Familie
- Carcinidae
- Gattung
- Carcinus
Überblick
Einleitung
Die Gemeine Strandkrabbe (Carcinus maenas), auch einfach Strandkrabbe genannt, ist eine sehr häufige Krabbenart an gemäßigten und subtropischen Küsten, die zu den Zehnfußkrebsen (Decapoda) gehört. Als anpassungsfähiger Allesfresser besiedelt sie Salz- und Brackwasserhabitate und kann in Regionen, in denen sie als invasive Art eingeschleppt wurde, einen großen ökologischen Einfluss auf die einheimische Tier- und Pflanzenwelt ausüben. Von der sehr eng verwandten Art Carcinus aestuarii lässt sie sich vor allem durch die Form der gebogenen Pleopoden beim Männchen abgrenzen.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Strandkrabbe Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Gemeine Strandkrabbe (Carcinus maenas) besitzt einen harten, chitinösen Exoskelettpanzer, der den gesamten Körper umgibt und etwa 40 % der Körpermasse ausmacht. Der einteilige, leicht gewölbte Carapax erreicht bei Männchen einen Durchmesser von bis zu 86 mm und bei Weibchen bis zu 70 mm. An den Vorderseitenrändern ist der Rückenschild artspezifisch gesägt und weist auf jeder Seite jeweils 5 Zähne auf. Der vorderste dieser Zähne bildet direkt im Bereich der gestielten Facettenaugen eine schützende Grube, in die das jeweilige Auge eingeklappt werden kann. Der Stirnrand zwischen den Augen zeigt drei eher abgestumpfte Zähne. Die Grundfärbung des Carapax variiert stark und hängt vor allem vom Alter sowie dem Zeitpunkt der letzten Häutung ab. Frisch gehäutete Individuen zeigen eine Oberseite in dunklen Grüntönen, die zur helleren Körperunterseite in ein mattes Gelb übergeht. Mit zunehmender Zeitspanne ohne Häutung verfärbt sich die Oberseite bräunlich und die Unterseite tiefrot, was vermutlich auf eine Pigmentdenaturierung im Integument zurückzuführen ist. Jungtiere mit einer Carapaxbreite von nur wenigen Millimetern besitzen hingegen eine variable Tarnfärbung mit auffälligen weißen, schwarzen und roten Musterungen. Zudem tragen die Laufbeine der Jungstadien zeitweise ein charakteristisches Muster aus dunklen und hellen Bändern. Die Extremitäten umfassen kräftige Scherenbeine, wobei das erste Laufpaar zu massiven Scheren umgewandelt ist. Meist ist die rechte Schere als kräftigere „Knackschere“ ausgebildet, während Tiere mit symmetrischen Scheren seltener vorkommen. Das letzte Laufbeinpaar weist die für Krabben typische Form auf und ist im Gegensatz zur Gemeinen Schwimmkrabbe am Endglied nicht paddelartig verbreitert. Die dritten Maxillipeden bedecken im Ruhezustand das Mundfeld vollständig. Die beiden Antennenpaare sind relativ kurz, wobei die ersten Antennen schräg in spezielle Spalten geklappt werden. Ein deutlicher Sexualdimorphismus zeigt sich am Hinterleib, der beim Männchen schmal und dreieckig, beim Weibchen hingegen breit und rundlich geformt ist. Zudem sind beim Männchen die Segmente 3 bis 5 des Pleons miteinander verschmolzen. Von der sehr ähnlichen Art Carcinus aestuarii lässt sich die Gemeine Strandkrabbe am sichersten durch die Form der männlichen Begattungsorgane (Pleopoden) unterscheiden, die bei Carcinus maenas gebogen statt gerade verlaufen. Die larvalen Stadien beginnen als weniger als einen Millimeter große Prezoea-Larve, die sich rasch zur freischwimmenden Zoea-Larve wandelt. Daraus entsteht schließlich die Megalopa-Larve, aus welcher die kaum einen Millimeter breite, bodenlebende Jungkrabbe hervorgeht. Eier werden in einer Anzahl von bis zu 185.000 Stück als großer Ballen unter dem Pleon des Weibchens getragen. Belastbare morphologische Standardmaße für die Eier und Puppen fehlen in der aktuellen Datenlage.1
Porträt
Beschreibung
Die Gemeine Strandkrabbe (Carcinus maenas) ist eine anpassungsfähige und weit verbreitete Krabbenart der gemäßigten und subtropischen Küsten. Ihr massives Exoskelett bildet einen harten Panzer, der etwa 40 Prozent der Körpermasse ausmacht. Der einteilige Carapax erreicht bei Männchen einen Durchmesser von bis zu 86 mm, während Weibchen eine maximale Breite von 70 mm aufweisen. An den Vorderseitenrändern ist der Rückenschild jeweils mit fünf Zähnen gesägt, wobei der vorderste Zahn eine Grube zur Schutzaufnahme der gestielten Facettenaugen bildet. Der Stirnrand trägt drei eher abgestumpfte Zähne. Die Färbung des Tieres unterliegt einem deutlichen Wandel, der primär vom Alter und dem zeitlichen Abstand zur letzten Häutung abhängt. Jungtiere mit einer Carapaxbreite von wenigen Millimetern zeigen oft eine variable Tarnfärbung mit auffälligen weißen, schwarzen und roten Musterungen sowie Bändern an den Laufbeinen. Regelmäßig gehäutete Individuen besitzen eine dunkle grüne Oberseite und eine matte gelbe Unterseite. Längere intermolt-Phasen führen zu einer tiefroten Unterseite und einer bräunlich gefärbten Oberseite, was vermutlich auf die Denaturierung von Pigmenten im Integument zurückzuführen ist. Ein Paar kräftiger Scherenbeine prägt das Erscheinungsbild, wobei eine Schere als massigere Knackschere ausgebildet ist und meist an der rechten Körperseite getragen wird. Im Gegensatz zur ähnlichen Gemeinen Schwimmkrabbe weist das letzte Laufbeinpaar die klassische Krabbenform auf und ist nicht paddelartig verbreitert. Der Pleon ist beim Männchen schmal und dreieckig mit verwachsenen Segmenten 3 bis 5, während das Weibchen ein rundliches und breites Pleon besitzt. Die Unterscheidung zur Nahverwandten Carcinus aestuarii gelingt vor allem über die gebogenen Begattungsorgane (Pleopoden) der Männchen. Die Entwicklung verläuft über planktonische Larvenstadien, beginnend mit der kurzlebigen Prezoea-Larve, die sich rasch in eine frei schwimmende Zoea-Larve wandelt. Nach einer weiteren Häutung entsteht die Megalopa-Larve, aus der schließlich die bodenlebende Jungkrabbe hervorgeht. Die Geschlechtsreife erreichen Männchen bei einer Carapaxbreite von 25 bis 30 mm und Weibchen zwischen 15 und 31 mm. Belastbare Daten zu weiteren anatomischen Feinstrukturen abseits der makroskopischen Merkmale sind primär im Kontext der respiratorischen Anpassungen und des Salzhaushalts untersucht.1
Systematik
Name & Einordnung
Die Gemeine Strandkrabbe wird wissenschaftlich als Carcinus maenas bezeichnet. Im deutschen Sprachraum ist neben der Hauptbezeichnung auch die vereinfachte Form Strandkrabbe gebräuchlich. International ist die Art unter anderem als Green Crab im englischen Sprachraum bekannt.1 Historisch wurde die Art zu den Portunidae zugeordnet.2 Belastbare Daten zur genauen Etymologie des Gattungs- und Artnamens sowie zur historischen Erstbeschreibung fehlen in den vorliegenden Quellen weitgehend. Ebenso sind detaillierte Angaben zu historischen Synonymen oder älteren Kombinationen in der aktuellen Datenlage nicht systematisch dokumentiert.1 Die Einordnung erfolgt auf Gattungsebene in Carcinus und auf Familienebene in die Carcinidae.3 Weitere Unterteilungen der Nomenklatur sind in der Primärliteratur für diese Sektion nicht spezifisch belegt.1
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Die Fortpflanzungsbiologie der Strandkrabbe (Carcinus maenas) zeigt je nach geographischem Verbreitungsgebiet erhebliche regionale Unterschiede, wobei in manchen Regionen eiertragende Weibchen das ganze Jahr über vorkommen. Vor der eigentlichen Begattung, die zwingend während der Häutung des Weibchens stattfinden muss, bewachen Männchen ausgewählte Partnerinnen und verteidigen sie gegen Konkurrenten. Ein einzelnes Weibchen produziert bis zu 185.000 Eier, die als dichter Ballen unter dem Pleon getragen und bei Bedrohung durch die Laufbeine geschützt werden. Nach einer Entwicklungsdauer von bis zu vier Monaten schlüpfen die Larven, wobei sich die Weibchen dafür meist aus Brackwasserbereichen in salziges Meerwasser zurückziehen. Aus den Eiern schlüpft zunächst eine weniger als einen Millimeter große Prezoea-Larve, die sich innerhalb von Minuten zur planktonischen Zoea-Larve wandelt. Nach der darauffolgenden Metamorphose zur Megalopa-Larve erfolgt der Übergang zur bodenlebenden Jungkrabbe, die kaum mehr als einen Millimeter Carapaxbreite misst. Das individuelle Wachstum und die Entwicklungsdauer sind stark temperaturabhängig, wobei niedrigere Wassertemperaturen zu langsamerem Wachstum und späterer Geschlechtsreife führen. Männchen erreichen die Geschlechtsreife bei einer Carapaxbreite von 25 bis 30 mm, Weibchen zwischen 15 und 31 mm. Die normale Lebensdauer adulter Tiere liegt zwischen 5 und 10 Jahren, wobei kältere Regionen tendenziell höhere Lebenserwartungen begünstigen. Als opportunistische Allesfresser ernähren sich adulte Strandkrabben von einer Vielzahl mariner Organismen wie Weichtieren, Vielborstern, Stachelhäutern und anderen Krebstieren, wobei hartschalige Beute mithilfe einer spezialisierten Knackschere aufgebrochen wird. Larvalstadien sind als Bestandteil des Zooplanktons auf feine Partikel und Mikroorganismen angewiesen. Zu den bedeutenden Mortalitätsfaktoren zählen neben Kannibalismus unter Artgenossen – insbesondere an frisch gehäuteten Weichkrabben – auch zahlreiche natürliche Fressfeinde wie Seevögel, Fische und Kopffüßler. Als physiologische Besonderheit sind die Tiere euryhalin und können weite Schwankungen des Salzgehalts sowie mehrstündiges Trockenfallen unbeschadet überstehen. Parasitärer Befall durch den Kastrationsparasiten Sacculina carcini führt zur vollständigen Sterilität, hemmt das Wachstum und endet für den Wirt letztlich tödlich.1
Lebensweise
Verhalten
Der Aktivitätsrhythmus von Carcinus maenas wird maßgeblich von den Gezeiten und der Tageszeit gesteuert, wobei die höchste Aktivität bei Flut und während der Nacht auftritt. Bei Ebbe wandert die Art entweder mit dem Wasser ab oder sucht Schutz unter Steinen, Seetang oder im Sediment, wobei sie durch die Erzeugung eines Luftstroms mit den Mundwerkzeugen auch ein mehrstündiges Trockenfallen übersteht. Die Fortbewegung erfolgt an Land und im Wasser in der typischen seitlichen Laufweise („dwarslöper“), wobei unter Wasser bei einem Exemplar mit einer Carapaxbreite von 45 mm Geschwindigkeiten von bis zu 1 m/s gemessen wurden. Zur Abwehr von Fressfeinden nehmen die Tiere eine charakteristische Drohstellung ein, bei der die Zangen weit auseinandergespreizt und beim Annähern zusammengeschlagen werden. Zudem können sie als Schutzmaßnahme durch Autotomie Gliedmaßen abwerfen und verfügen über die Fähigkeit zur Thanatose beziehungsweise das Einnehmen einer kompakten Schutzhaltung, die besonders bei Eier tragenden Weibchen beobachtet wird. Untereinander zeigen die Krabben ein aggressives Verhalten mit gegenseitigen Bedrohungen, wobei es zwischen Männchen vor allem um den Zugang zu sich häutenden Weibchen zu Kämpfen kommt. Gleichzeitig tolerieren sie sich in Verstecken oft auf engstem Raum, wenn sie in Gruppen aufeinandersitzen und dabei temporär ihre Häutung unterdrücken, um Kannibalismus zu vermeiden. Letzterer tritt vor allem bei frisch gehäuteten, weichen Individuen (sogenannten „Butterkrebsen“) auf und dient in dicht besiedelten Jungtiergebieten als Populationsregulation.1
Lebensweise
Ökologie
Carcinus maenas besetzt als anpassungsfähiger Allesfresser eine zentrale ökologische Nische im Gezeitenbereich und flachen Küstengewässern. Das Spektrum der Nahrung umfasst Weichtiere, Vielborster, Nesseltiere, Stachelhäuter, Fische sowie andere Krebstiere, wobei hartschalige Beutetiere wie Muscheln und Schnecken mithilfe der kräftigen Knackschere aufgebrochen werden. Als euryhaline Art toleriert die Strandkrabbe breite Schwankungen des Salzgehalts und dringt dadurch auch in das Brackwasser von Flussmündungen vor.1 In ihrem angestammten Verbreitungsgebiet sowie als invasive Art in Nordamerika und Australien reguliert sie als bedeutender Prädator maßgeblich die Populationsdichten von Gastropoden, Bivalven und anderen wirbellosen Tieren.12 Natürliche Fressfeinde wie Seevögel, Fische und Kopffüßler machen die Art zu einem wichtigen Bestandteil des marinen Nahrungsnetzes. Gegenüber Artgenossen zeigt die Krabbe ein ausgeprägtes territoriales und kannibalistisches Verhalten, welches vor allem bei frisch gehäuteten Individuen auftritt und in dichten Populationen regulierend auf die Dichte wirken kann. Zu den Parasiten zählt insbesondere die Kastrationspartnerin Sacculina carcini, die den Wirt sterilisiert, das Wachstum blockiert und schließlich zum Tod führt.1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Gemeinen Strandkrabbe (Carcinus maenas) erstreckt sich über die Küstenregionen des Atlantiks von Nordnorwegen über Island bis nach Nordafrika. In diesem natürlichen Areal gehört sie zu den häufigsten Krebstieren der Gezeitenzone. Durch menschliche Einflüsse hat sich die Art weltweit ausgebreitet und gilt heute als Neozoon in zahlreichen Küstenregionen außerhalb ihrer Heimat. Erste historische Nachweise außerhalb Europas stammen aus dem Jahr 1817 von der Ostküste Nordamerikas, wo sie sich in der Folge flächendeckend etablierte. An der Westküste der Vereinigten Staaten wurde Carcinus maenas erstmals 1989 in der San Francisco Bay entdeckt und breitete sich von dort aus rasch nach Norden aus.1 Weitere erfolgreiche Etablierungen erfolgten im späten 19. Jahrhundert an der australischen Südküste inklusive Tasmanien sowie im Jahr 1983 an der Küste Südafrikas bei Kapstadt. Im Jahr 2003 erreichte die Art zudem die patagonischen Küsten Südamerikas. Für die weltweite Verschleppung waren historisch vor allem Holzrümpfe von Handelsschiffen sowie später Ballastwasser und der Handel mit lebenden Ködern verantwortlich. Die natürliche Ausbreitung über hunderte Kilometer erfolgt zudem oft durch den larvalen Transport via starker Meeresströmungen. Als typische Habitate besiedelt Carcinus maenas geschützte Küstentypen mit unterschiedlichen Substraten wie Sand, Fels oder Schlick. Vertikal kommt die Art vom oberen Gezeitenbereich bis in Wassertiefen von 60 m vor, hält sich jedoch bevorzugt in flachen Uferbereichen auf. Dank ihrer euryhalinen Eigenschaften toleriert sie stark schwankende Salzgehalte und dringt regelmäßig in das Brackwasser von Ästuaren vor. In wärmeren tropischen Meeren schlagen Ansiedlungsversuche hingegen fehl, da die dortigen Wassertemperaturen die Toleranzgrenzen der adulten Tiere und Larven überschreiten.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Der Aktivitätsrhythmus von Carcinus maenas wird primär durch die Gezeiten und den Tagesverlauf gesteuert, wobei die höchste Aktivität während der Flut und in der Nacht auftritt. Während Ebbezeiten wandern die Tiere entweder mit dem zurücklaufenden Wasser ab oder suchen Schutz in Verstecken wie Steinen und Seetangbüscheln. Um den kalten Temperaturen in den Wintermonaten zu entgehen, ziehen sich die Strandkrabben vom flachen Ufer in tiefere Gewässer zurück. Hinsichtlich der Fortpflanzung gibt es aufgrund des großen Verbreitungsgebiets regionale Unterschiede, weshalb in manchen Regionen eier tragende Weibchen das ganze Jahr über gefunden werden können. Unter weniger günstigen Bedingungen existieren hingegen definierte Paarungszeiten, in denen sich die Weibchen an bestimmten Orten zur Begattung versammeln. Die Entwicklung der Eier und das anschließende Schlüpfen der Larven sind stark temperaturabhängig, wobei die Larven nach bis zu vier Monaten freigesetzt werden. Die aus dem Ei schlüpfende Prezoea-Larve wandelt sich innerhalb von Minuten zur planktonischen Zoea-Larve um. Nach einer weiteren Häutung entsteht die Megalopa-Larve, welche als kaum mehr als millimeter große Jungkrabbe die Bodenlebensweise annimmt.1 Das öffentliche Interesse an Carcinus maenas, gemessen an Suchanfragen, zeigt Peaks in bestimmten Monaten wie Januar, was mit der allgemeinen Informationssuche korreliert.3 Belastbare systematische Langzeitdaten zu tageszeitlichen Aktivitätsverschiebungen in Abhängigkeit von saisonalen Temperaturfluktuationen jenseits der Gezeiteneinflüsse fehlen weitgehend.1
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Die Gemeine Strandkrabbe (Carcinus maenas) agiert in ihren neozoischen Verbreitungsgebieten als invasiver Schädling, der durch intensive Prädation gravierende ökologische und ökonomische Schäden anrichten kann.1 In Regionen wie Nordamerika und Australien gefährdet sie als anpassungsfähiger Allesfresser heimische Küstenbiozönosen und dezimiert Bestände von Muscheln, Schnecken sowie anderen Krabbenarten.12 Das Schadpotenzial zeigt sich besonders in der US-amerikanischen ausschließlichen Wirtschaftszone, wo die Art als Hauptprädator kommerziell genutzter Muschelarten wie der hartschaligen Quahog-Muschel (Mercenaria mercenaria) zu massiven Ernteverlusten führt. An der Westküste Nordamerikas bedroht sie zudem sowohl eingeführte als auch native Weichtierarten wie die Pazifische Steinklappe (Leukoma staminea).2 Gesundheitsrelevante Risiken durch Krankheitsübertragungen sind nicht bekannt, jedoch können unvorsichtige Fangversuche an lebenden Tieren zu schmerzhaften Quetschungen durch die kräftigen Scheren führen.1 Als Präventionsmaßnahme gegen eine unbeabsichtigte Ausbreitung dienen strenge Kontrollen des internationalen Schiffsverkehrs, insbesondere hinsichtlich des Ballastwassers, sowie Regulierung des Lebendköderhandels.12 Regierungen gefährdeter Regionen wie Neuseeland setzen zudem auf umfassende Aufklärungsprogramme der Bevölkerung zur Früherkennung und raschen Meldung von Funden. Für das Monitoring und die Reduktion lokaler Populationen werden primär Fallen eingesetzt. Biologische Bekämpfungsversuche mit dem kastrierenden Parasiten Sacculina carcini wurden verworfen, da dieser auch einheimische Krabbenarten befällt. Physikalische und chemische Bekämpfungsmaßnahmen abseits lokaler Absammlungen spielen im großflächigen Management kaum eine Rolle. Belastbare Daten zu flächendeckenden chemischen Bekämpfungsstrategien ohne Kollateralschäden für Nicht-Zielarten fehlen. Gesetzliche Maßnahmen beschränken sich vor allem auf präventive Einreise- und Handelssperren sowie Informationspflichten in potenziellen neuen Habitatregionen.1
Praxiswissen
Wirtschaftliche Bedeutung
Für die kommerzielle Fischerei weltweit ist Carcinus maenas weitgehend bedeutungslos und wird lediglich lokal gefangen und verzehrt.1 In einigen eingeschleppten Regionen wie an der US-amerikanischen Küste verursacht die Art jedoch wirtschaftliche Schäden durch den Verlust von Aquakulturen und kommerziellen sowie rekreaktionellen Erträgen. Als bedeutender Prädator beeinflusst sie dort die Bestände wirtschaftlich wichtiger Muschelarten negativ. Betroffen sind unter anderem die Große Venusmuschel (Mercenaria mercenaria), die Weichschalenmuschel, die Japanische Teppichmuschel (Venerupis philippinarum) sowie die Mittelmeer-Miesmuschel (Mytilus galloprovincialis) und einheimische Pazifische Venusmuscheln (Leukoma staminea). Die Krabbe gefährdet durch das Beutefressverhalten die Rekrutierung und das Überleben dieser kommerziell genutzten bivalven Arten.2 Belastbare finanzielle Gesamtzahlen zu den Bekämpfungskosten oder den genauen Schadenssummen fehlen in den verfügbaren Daten.12
Nachweise
Quellen & Referenzen
- de.wikipedia.org/wiki/Gemeine_Strandkrabbe
- gbif.org/species/5178595
- Taxonomie-Daten (Struktur/Übersetzungen)