- Weibliche Carausius morosus besitzen in manchen Fällen ein kleines Hörnchen über dem vorderen Beinpaar.
- Die Antennen der Weibchen weisen genau dieselbe Länge auf wie ihre Vorderbeine.
- Männliche Individuen besitzen im Gegensatz dazu Antennen, die länger sind als ihre Vorderbeine.
- Von den etwa 1.200 abgelegten Eiern eines Weibchens überleben in der Natur meist nur rund 100 Tiere.
- Die Embryonalentwicklung der Eier dauert temperaturabhängig 2,5 bis 4 Monate, wobei sie bei 23 °C nach etwa 80 Tagen und bei 16 bis 18 °C nach 14 bis 20 Wochen abgeschlossen ist.
- Die Entwicklung von der geschlüpften Nymphe bis zur Imago nimmt drei bis acht Monate in Anspruch, während derer sich das Insekt viermal bis fünfmal häutet.
- Durch eine ein- bis zweiwöchige Temperatureinwirkung von ungefähr 30 °C während der Eientwicklung lassen sich gezielt Männchen oder Intersexe erzeugen.1
Indische Stabschrecke Carausius morosus
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Phasmida
- Familie
- Lonchodidae
- Gattung
- Carausius
Überblick
Einleitung
Die Indische Stabschrecke (Carausius morosus) ist ein flügelloses Insekt aus der Ordnung der Gespenstschrecken und der Familie Lonchodidae. Ihr natürlicher Lebensraum umfasst tropische Wälder in Vorder- und Südindien, China, Japan sowie den Bereich der großen Sundainseln. Die Art ernährt sich phytophag von Laubpflanzen wie Brombeeren und Himbeeren.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Indische Stabschrecke Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Indische Stabschrecke (Carausius morosus) zeichnet sich durch einen stabförmig langgestreckten und komplett flügellosen Körperbau aus. Weibliche Adulttiere erreichen eine maximale Körperlänge von bis zu 9 cm, während Männchen mit 5 bis 6 cm deutlich graziler und kleiner ausfallen. Die Grundfärbung der Weibchen variiert zwischen Grüntönen und Brauntönen, wobei die Ausprägung von Umweltfaktoren wie Licht, Temperatur und Nahrungsangebot beeinflusst wird. Zudem weisen ausgewachsene Weibchen charakteristische rötliche Färbungen an den Innenseiten der Vorderbeine auf. Männliche Individuen sind überwiegend dunkelbraun gefärbt. Bezüglich der Kopfanhänge besitzen Weibchen Antennen, die exakt die Länge der Vorderbeine erreichen. Im Gegensatz dazu sind die Antennen der Männchen länger als deren Vorderbeine. Ein weiteres morphologisches Merkmal mancher Weibchen ist ein kleines Hörnchen, das sich direkt über dem vorderen Beinpaar befindet. Beide Geschlechter teilen den typischen, flügellosen Habitus der Lonchodidae. Die harten, schalenartigen Eier ähneln in ihrer Form und Färbung pflanzlichen Samen. Belastbare morphologische Daten zu Larvenstadien oder konkreten Abgrenzungen zu verwechselbaren Arten fehlen in der Primärliteratur.1
Porträt
Beschreibung
Die Indische Stabschrecke (Carausius morosus) ist ein Insekt aus der Ordnung der Gespenstschrecken und der Familie Lonchodidae, welches in der Phasmid Study Group unter der PSG-Nummer 1 geführt wird. Ihr natürlicher Lebensraum umfasst tropische Wälder sowie Strauchvegetationen in Vorder- und Südindien, China, Japan und den großen Sundainseln. Im Freiland besiedelt die Art zudem Waldränder, Lichtungen, Hochstaudenfluren sowie gärtnerisch genutzte Kulturlandschaften. Die Tiere sind strikt dämmerungs- und nachtaktiv, wodurch sie tagsüber regungslos an ihrer Position verharren. Bei Störungen oder Berührungen zeigen sie ein typisches Schutzverhalten, bei dem sie sich fallen lassen und stundenlang in Schreckstarre verharren. Als phytophage Art ernähren sie sich von Laubpflanzen wie Brombeeren, Himbeeren, Haseln, Hainbuchen, Efeu und Brennnesseln. Die Flüssigkeitsaufnahme erfolgt primär über die Nahrungsaufnahme sowie das Trinken von Wassertropfen an der Vegetation. Die Imagines erreichen eine Lebensdauer von etwa einem Jahr. Weibliche Exemplare werden bis zu neun Zentimeter lang, während die grazileren Männchen eine Länge von fünf bis sechs Zentimeter erreichen. Beide Geschlechter zeichnen sich durch einen flügellosen, stabförmig langgestreckten Körperbau aus. Weibliche Tiere können ihre Grundfärbung je nach Lichteinfall, Temperatur und Nahrungsangebot zwischen Grün und Braun anpassen und besitzen gelegentlich ein kleines Hörnchen über dem vorderen Beinpaar sowie rötlich gefärbte Innenseiten der Vorderbeine im ausgewachsenen Zustand. Männchen sind meist dunkelbraun gefärbt und besitzen längere Antennen als die Vorderbeine, deren Länge bei beiden Geschlechtern ansonsten den Vorderbeinen entspricht. Da auf 500 bis 1.000 Weibchen meist nur ein Männchen kommt, pflanzen sich die Tiere in Gefangenschaft oder bei Abwesenheit von Männchen vorwiegend parthenogenetisch durch Jungfernzeugung fort. Die harten, samenförmigen Eier werden meist nachts einzeln am Boden abgelegt, wobei ein Weibchen bis zu drei Eier täglich und rund 1.200 Eier in seinem Leben produziert. Die embryonale Entwicklung und die anschließende Schlüpfdauer der Nymphen sind stark temperaturabhängig und dauern bei 23 °C etwa 80 Tage beziehungsweise bei 16 bis 18 °C rund 14 bis 20 Wochen. Die Temperatur während der Eientwicklung steuert zudem das Geschlechtsverhältnis; so führt eine ein- bis zweiwöchige Exposition gegenüber etwa 30 °C vermehrt zur Entstehung von Männchen oder Intersexen mit gemischten Geschlechtsmerkmalen. Nach dem Schlupf durchlaufen die Nymphen vier bis fünf Häutungen, wobei die gesamte Entwicklung von der Nymphe bis zur Imago drei bis acht Monate in Anspruch nimmt. In freier Natur überleben von den abgelegten Eiern meist nur etwa 100 Nachkommen.1
Systematik
Name & Einordnung
Die Indische Stabschrecke wird wissenschaftlich als Carausius morosus bezeichnet und gehört zur Familie der Lonchodidae innerhalb der Ordnung der Gespenstschrecken. Im Rahmen zivilgesellschaftlicher und wissenschaftlicher Organisationen wird die Art zudem von der Phasmid Study Group unter der standardisierten PSG-Nummer 1 geführt. Im deutschen Sprachraum hat sich der Trivialname Indische Stabschrecke etabliert. Belastbare historische Daten zur genauen Erstbeschreibung, zu Autoren sowie zur Etymologie des Gattungs- und Artnamens sind in den verfügbaren Primärquellen nicht dokumentiert. Ältere Kombinationen oder Synonyme können auf Basis der vorliegenden Datenlage ebenfalls nicht benannt werden. Gleiches gilt für frühere Familien- oder Gattungszuordnungen außerhalb der aktuellen systematischen Einordnung. Regionale Varianten der deutschen Trivialnamen fehlen in der aktuellen Literaturlage gänzlich.
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Die Indische Stabschrecke (Carausius morosus) zeichnet sich durch eine überwiegend parthenogenetische Fortpflanzung aus, bei der in Gefangenschaft oder bei Abwesenheit von Männchen unbefruchtete Eier gebildet werden. Das Geschlechterverhältnis ist stark verschoben, da auf 500 bis 1.000 Weibchen meist nur ein Männchen kommt. Die Eiablage erfolgt nachts, wobei die Weibchen die Eier einzeln auf den Boden abwerfen. Ein Weibchen legt bis zu drei Eier pro Tag und insgesamt etwa 1.200 Eier im Laufe seines Lebens. Die hartschaligen, samenähnlichen Eier entwickeln sich temperaturabhängig, wobei bei 23 °C der Schlupf nach etwa 80 Tagen erfolgt und bei 16 bis 18 °C eine Dauer von 14 bis 20 Wochen benötigt wird. Insgesamt liegt die Eientwicklungsdauer bei 2,5 bis 4 Monaten. Eine kurzzeitige Temperatureinwirkung von etwa 30 °C für ein bis zwei Wochen während der Eientwicklung kann zur Entstehung von Männchen oder Intersexen führen, die sowohl männliche als auch weibliche Merkmale aufweisen. Nach dem Schlupf durchlaufen die Nymphen eine Entwicklung zur Imago, die drei bis acht Monate dauert. In dieser Phase häuten sich die Tiere viermal bis fünfmal. Die Lebenserwartung der ausgewachsenen Imagines beträgt ungefähr ein Jahr.1 Als phytophage Insekten ernähren sich sowohl Nymphen als auch Adulte von Pflanzenblättern.12 Das Nahrungsspektrum umfasst Brombeer-, Himbeer-, Hasel-, Hainbuchen-, Efeu- und Brennnesselblätter. Flüssigkeit wird primär über die nahrungsbezogene Aufnahme oder durch das Trinken von Wassertropfen auf den Blättern gedeckt. Belastbare Daten zu spezifischen Mortalitätsfaktoren oder natürlichen Feinden im natürlichen Habitat fehlen in der aktuellen Literatur weitgehend, jedoch überleben in der Natur meist nur etwa 100 Tiere pro Gelege.1
Lebensweise
Verhalten
Carausius morosus zeigt ausgeprägte Verhaltensweisen zur Tarnung und aktiven Abwehr von Fressfeinden. Bei Störungen oder Berührungen lassen sich die Tiere oft fallen und verharren anschließend für mehrere Stunden in einer Starre am Boden. Tagsüber verweilen die Insekten meist regungslos am selben Standort, wodurch sie in ihrer Umgebung kaum zu entdecken sind. Die Aktivität verlagert sich primär in die Dämmerungs- und Nachtphase. Während der Dunkelheit gehen die Individuen auf aktive Nahrungssuche. Die Flüssigkeitsaufnahme erfolgt überwiegend durch das Trinken von Wassertropfen, die zuvor auf Blättern appliziert wurden. Die Fortbewegung am Boden oder an Pflanzen wird durch flügellose, stabförmige Körperstrukturen und eine an die Vegetation angepasste Phytophagie bestimmt.1
Lebensweise
Ökologie
Die ökologische Nische von Carausius morosus ist die eines phytophagen Bausteins in tropischen und subtropischen Waldökosystemen.12 Ihr natürlicher Lebensraum umfasst tropische Wälder sowie Landschaften mit ausgeprägter Strauchvegetation in Vorder- und Südindien, China, Japan und auf den großen Sundainseln.1 Als terrestrische Art besiedelt sie zudem Habitatstrukturen wie Waldränder, Lichtungen und kultivierte Gartenanlagen.2 Die Nahrungsernährung erfolgt strikt herbivor, wobei die Tiere als Pflanzenfresser Laub verschiedener Gehölze und Kräuter nutzen. Zu den dokumentierten Futterpflanzen zählen Brombeer- und Himbeerblätter sowie die Gemeine Hasel, Hainbuche, Efeu und Brennnessel. Flüssigkeit nehmen die nacht- und dämmerungsaktiven Insekten primär über die nahrungsbedingte Feuchtigkeit oder durch das Aufnehmen von Wassertropfen auf. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet fungieren sie als konsumierende Komponente im Nahrungsnetz, wobei die Mortalitätsrate der Nachkommen hoch ist und in der Natur meist nur etwa 100 Tiere aus den artspezifisch bis zu 1.200 abgelegten Eiern pro Weibchen überleben.1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Das natürliche Verbreitungsgebiet von Carausius morosus erstreckt sich über tropische Wälder in Vorder- und Südindien sowie Regionen wie Gujarat, Maharashtra und Rajasthan.12 Darüber hinaus umfasst das ursprüngliche Areal Vorkommen in China, Japan sowie im Bereich der großen Sundainseln. In diesen Herkunftsgebieten besiedelt die Art bevorzugt Landschaften mit ausgeprägter Strauchvegetation.1 Als terrestrisch lebender Pflanzenfresser ist die Indische Stabschrecke eng an vegetationseinteilige Habitate gebunden. Nach Datenlage besiedelt sie neben natürlichen Waldstrukturen auch Waldränder, Lichtungen sowie Hochstaudenfluren. Anthropogen geprägte Habitate wie kultivierte Bereiche in Gärten und Parkanlagen werden ebenfalls genutzt.2 Außerhalb ihres natürlichen Areals wurde die Art weltweit verbreitet, was primär auf ihre Nutzung und Zucht als Terrarientier zurückzuführen ist. Belastbare Daten zu einer flächendeckenden Einbürgerung in Mitteleuropa fehlen. Die vertikale Verbreitung sowie spezifische Höhenstufen im natürlichen Habitat sind in der Fachliteratur bisher nicht systematisch quantifiziert.12
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Die Indische Stabschrecke (Carausius morosus) zeigt als tropische Art keine jahreszeitlich gebundenen Aktivitätszyklen im Freiland, sondern verhält sich ganzjährig aktiv. Ihre Aktivität ist primär von tageszeitlichen Rhythmen geprägt, da die Tiere tagsüber regungslos verharren und erst in der Dämmerung sowie nachts auf Nahrungssuche gehen. Im Jahresverlauf erreichen die Imagines eine Lebensdauer von ungefähr einem Jahr. Die Eiablage erfolgt kontinuierlich, wobei die hartschaligen Eier einzeln auf den Boden abgelegt werden. Die Dauer der Embryonalentwicklung ist stark temperaturabhängig und beträgt bei 23 °C etwa 80 Tage, während sie bei 16 bis 18 °C auf 14 bis 20 Wochen ansteigt. Insgesamt beansprucht die gesamte Inkubationszeit je nach thermischen Bedingungen 2,5 bis 4 Monate. Nach dem Schlupf durchlaufen die Nymphen eine dreimonatige bis achtmonatige Entwicklungsphase bis zur Imago, in der sie sich viermal bis fünfmal häuten.1 In Mitteleuropa zeigt das öffentliche Interesse an der Art in den Sommermonaten Juni eine merkliche Steigerung. Belastbare Freilanddaten zu saisonalen Populationsdynamiken im natürlichen Habitat fehlen weitgehend.1
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Die Indische Stabschrecke (Carausius morosus) hat keine ökonomische oder medizinische Bedeutung als Schädling oder Vektor, wird jedoch weltweit als Terrarientier gehalten.1 Da es sich um phytophage Insekten handelt, ernähren sie sich ausschließlich von pflanzlicher Kost wie Brombeer-, Himbeer- oder Efeublättern.1 Gesundheitsgefahren für den Menschen durch Allergien oder Toxine sind für diese Art nicht bekannt. Präventionsmaßnahmen im Sinne einer klassischen Schädlingsbekämpfung sind nicht erforderlich. Ein gezieltes Monitoring oder spezifische Bekämpfungsmaßnahmen existieren mangels Schadwirkung nicht.1 Entweichten Exemplaren aus Terrarienhaltung wird durch bruchsichere Behältnisse und sorgfältige Handhabung vorgebeugt. Belastbare Daten zu gesetzlichen Quarantänebestimmungen oder Meldepflichten für Carausius morosus liegen nicht vor.12
Nachweise