- Wissenschaftlicher Name: Carabus coriaceus Linnaeus, 1758
- Familie: Laufkäfer (Carabidae)
- Körperlänge: etwa 30 bis 40 mm
- Merkmale: schwarz, Flügeldecken runzlig, flugunfähig
- Nahrung: Insekten, Schnecken, Würmer, Aas
- Aktivität: nachts, Mai bis Oktober
- Generationen: eine pro Jahr, Larven überwintern
- Laufkäfer-Familie: über 40.000 Arten weltweit
- Schutz: in Deutschland gesetzlich geschützt
Lederlaufkäfer Carabus coriaceus
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Käfer (Coleoptera)
- Familie
- Carabidae
- Gattung
- Carabus
Überblick
Einleitung
Der Lederlaufkäfer (Carabus coriaceus) gehört zu den größten Laufkäfern Mitteleuropas. Er ist schwarz, kann nicht fliegen und hat runzlige, lederartig wirkende Flügeldecken, denen er seinen Namen verdankt. Der nachtaktive Räuber jagt am Waldboden Schnecken, Würmer und Insekten und versteckt sich tagsüber unter Moos oder Steinen 12.
In Deutschland ist die Art gesetzlich geschützt. Gefangen oder getötet werden darf die Art nach dem Schutzstatus nicht ohne Genehmigung 14.
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Lederlaufkäfer Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Mit 30 bis 40 mm Länge zählt der Lederlaufkäfer zu den größten Laufkäfern Mitteleuropas 1. Der Körper ist schwarz, die Flügeldecken sind gerunzelt, die Kiefer kräftig. An den Fühlern und Körpergliedern befindet sich orangefarbenes Sinnesgewebe, und das mittlere Beinpaar trägt einige rostfarbene Borsten 1.
Der Käfer ist flugunfähig 1. Das lederartige Aussehen der Flügeldecken ist das wichtigste Erkennungsmerkmal im Feld. Zu Verwechslungsarten machen die genutzten Quellen keine Angaben.
Laufkäfer insgesamt haben meist einen abgeflachten, langgestreckten Körper mit nach vorn gerichtetem Kopf, elf Fühlergliedern und deutlichem Winkel zwischen Halsschild und Flügeldecken; die meisten Arten sind schwarz oder dunkel gefärbt 4.
Systematik
Namen & Einordnung (kurz)
Der wissenschaftliche Name lautet Carabus coriaceus Linnaeus, 1758 13. Der Artname coriaceus bedeutet „ledrig“ und bezieht sich auf die Oberfläche der Flügeldecken 12. Die Art gehört zur Familie der Laufkäfer (Carabidae) und zur Gattung Carabus 1. Im Englischen heißt sie „leather beetle“ 2.
Die deutsche Quelle führt sechs Unterarten auf: cerisyi, coriaceus, excavatus, kindermanni, mediterraneus und rugifer 1. Andere Laufkäfer der Gattung im Lexikon sind der Hainlaufkäfer, der Goldglänzende Laufkäfer und der Violette Laufkäfer.
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Der Lederlaufkäfer ist ein nachtaktiver Räuber. Er jagt Insekten, Schnecken und Würmer am Waldboden, frisst aber auch Aas und gelegentlich Früchte 1. Bei Bedrohung gibt er aus Drüsen am Hinterleib eine übel riechende Flüssigkeit ab 1.
Die Art hat eine Generation pro Jahr. Die Larven häuten sich mehrfach, verpuppen sich im Boden und überwintern 1. Erwachsene Käfer leben nach der deutschen Quelle etwa zwei bis drei Jahre 1.
Laufkäfer verdauen ihre Nahrung teilweise außerhalb des Körpers, indem sie Verdauungssaft auf die Beute abgeben; auch die Larven der Familie leben überwiegend räuberisch 4. Obwohl die Art nicht fliegen kann, wurde für Käfer der Gattung Carabus eine nächtliche Ausbreitung von etwa 77 m festgestellt 4.
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Der Lederlaufkäfer ist in Europa weit verbreitet 12. Sein Hauptlebensraum sind Laub- und Mischwälder, wo er am Boden jagt 12. Tagsüber ist er unter Moos oder Steinen verborgen und wird nur selten bei Tageslicht gesehen 1.
Bei Hitze und Trockenheit im Sommer fällt der Käfer nach englischsprachigen Angaben in eine Sommerruhe (Aestivation) 2.
Die Familie der Laufkäfer ist auf allen Kontinenten außer der Antarktis vertreten; in Deutschland sind 557 Arten nachgewiesen 4.
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Die erwachsenen Käfer sind überwiegend von Mai bis Oktober aktiv, am häufigsten im August oder September 1. Während der heißesten und trockensten Phase des Sommers kann eine Sommerruhe eintreten 2. Die Tiere laufen nachts über den Waldboden; tagsüber verstecken sie sich 1.
In der OpenInsect-Community wurden bisher 39 Scans dieser Art erfasst, der letzte am 28.10.2026.
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Der Lederlaufkäfer frisst nach den Quellen Schnecken, Würmer und Insekten und ist damit Teil der Räuberfauna am Waldboden. Er ist kein Schädling an Vorräten, Pflanzen oder Gebäuden.
In Deutschland ist die Art nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) gesetzlich geschützt. Nach dem Familienartikel sind in Deutschland alle Arten der Gattungen Carabus, Calosoma und Cychrus geschützt 4. Als Folge dürfen die Tiere nicht ohne Genehmigung gefangen oder getötet werden. Der Rote-Liste-Status wird in den genutzten Quellen nicht genannt. Die Abwehrflüssigkeit riecht unangenehm; ein Gesundheitsrisiko für Menschen wird in der Literatur nicht beschrieben.
Laufkäfer gelten insgesamt als überwiegend nützlich, da viele Arten Wirbellose im Boden fressen; nur zwei der etwa 760 mitteleuropäischen Arten sind landwirtschaftliche Schädlinge 4. Besonders große, spezialisierte Arten sind durch die Zerstörung von Lebensräumen gefährdet, mehrere stehen auf der Roten Liste 4.
Nachweise
Quellen & Referenzen
- Wikipedia: Lederlaufkäfer. de.wikipedia.org/wiki/Lederlaufk%C3%A4fer (abgerufen 30.10.2026)
- Wikipedia: Carabus coriaceus. en.wikipedia.org/wiki/Carabus_coriaceus (abgerufen 30.10.2026)
- GBIF Backbone Taxonomy: Carabus coriaceus Linnaeus, 1758. gbif.org/species/4470451
- Wikipedia: Laufkäfer. de.wikipedia.org/wiki/Laufk%C3%A4fer (abgerufen 30.10.2026)