- Die Brust der Pfauenfliege ist länger als breit und ihre Oberseite mit mikroskopisch kleinen schwarzen Haaren bedeckt.
- Die ovalen Flügel weisen eine Länge auf, die dem 2,1-fachen ihrer Breite entspricht.
- Der Radius 1 der Flügelader ist kurz beborstet.
- Auf den Flügeln bilden die dunklen und transparenten Flecken in den Diskalzellen eine locker verteilte Musterung ohne durchgehende Querbänder, während am Vorderrand größere Flecken auftreten.
- Der Kopfschild der Fliege ist mäßig stark ausgebildet und von der Seite betrachtet leicht nach außen gewölbt.
- Die Fühler sind an ihrer Basis voneinander getrennt.
- Die Schienen der Tiere weisen eine gelbe Grundfärbung an der Basis sowie nahe den Tarsen auf und sind dreimal dunkel geringelt.
- Der erste publizierte Nachweis der Art in Europa stammt aus dem Jahr 2007 von einem Fund in der Südschweiz.
- In Deutschland liegen frühe Meldungen aus den Jahren 2006 in Hanhofen, 2008 bei Bonn sowie 2009 bei Rottenburg und Gelsenkirchen vor.
- Zu den dokumentierten Nachweisen in Europa gehören zudem Funde in Frankreich aus dem Jahr 2011, in der Slowakei aus dem Jahr 2016 sowie ein Erstnachweis für Brandenburg im Juni 2017.1
Pfauenfliege Callopistromyia annulipes
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Zweiflügler (Diptera)
- Familie
- Ulidiidae
- Gattung
- Callopistromyia
Überblick
Einleitung
Die Pfauenfliege (Callopistromyia annulipes) ist eine Schmuckfliege aus der Familie Ulidiidae, die ursprünglich in der nearktischen Fauna beheimatet ist und sich als Neozoon in Europa in Ausbreitung begriffen zeigt. Der Trivialname leitet sich von den auffälligen, an einen Pfau erinnernden Flügelbewegungen der Männchen ab. Die Larven dieser Art ernähren sich von den Exkrementen holzbohrender Insekten an totem oder absterbendem Holz.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Pfauenfliege (Callopistromyia annulipes) erreicht als Imago eine Körpergröße von 3,5 bis 5,5 mm. Ihr Körper zeigt eine matte, graue Grundfärbung, die mit zahlreichen braunen Tomentflecken besetzt ist. Der Kopf ist etwas höher als lang und etwa 1,5-mal so breit wie hoch, wobei er sich nach vorn verschmälert. Seine Stirn präsentiert sich flach, besitzt keinen Mittelkiel und ist von der Seite betrachtet nach innen gewölbt. Die Augen sind nur sehr wenig höher als breit, und die Wangen nehmen weniger als die Hälfte der Augenhöhe ein. Mittellange Fühler, deren Fühlerborste kahl ist, stehen an der Basis weit voneinander entfernt. Der Thorax ist länger als breit und besitzt eine graue, durchgehend matte Oberseite, die mit mikroskopisch kleinen schwarzen Haaren bedeckt ist. Die ovalen Flügel sind 2,1-mal so lang wie breit und weisen eine charakteristische Zeichnung auf. Ihre Ader Radius 1 is kurz beborstet, während die Diskalzellen zahlreiche kleine dunkle und transparente Flecken tragen. Am Vorderrand der Flügel treten zudem größere Flecken auf, die jedoch locker verteilt sind und keine geschlossenen Querbänder bilden. Das Abdomen ist ebenfalls dunkel gefleckt, und an den Hinterleibsseiten befinden sich Haare. Ein besonderes morphologisches Merkmal der Beine sind die Schienen, die an der Basis sowie nahe den Tarsen gelb gefärbt und dreimal dunkel geringelt sind. Aufgrund dieser spezifischen Ringelung leitet sich auch das Artepitheton annulipes ab. Belastbare morphologische Beschreibungen zu den Eiern, Larven, Puppen sowie zum Sexualdimorphismus fehlen in der aktuellen Datenlage, da diese Stadien im Rahmen der bisherigen Quellen nicht systematisch dokumentiert wurden.1
Porträt
Beschreibung
Die Pfauenfliege (Callopistromyia annulipes) ist eine auffällige Schmuckfliege aus der Unterfamilie Otitinae, deren deutscher Trivialname sich von dem pfauenhaften Hochschlagen der Flügel bei den Männchen ableitet. Der Artname annulipes verweist zudem auf die charakteristisch geringelten Beine. Ursprünglich in der nearktischen Fauna beheimatet, hat sich die Art als Neozoon in Europa ausgebreitet und breitet sich seit den Erstnachweisen in den 2000er Jahren kontinuierlich aus. Im natürlichen Lebensraum halten sich die Tiere bevorzugt an totem oder absterbendem Holz verschiedener Baumarten wie Acer negundo, Populus deltoides und Robinia pseudacacia auf. Die Imagines erreichen eine Körpergröße von 3,5 bis 5,5 Millimetern und zeigen einen matten, grauen Körper mit zahlreichen braunen Tomentflecken. Der Kopf ist etwas höher als lang, rund 1,5-mal so breit wie hoch und verschmälert sich nach vorn. Unter dem Mikroskop offenbaren sich weitere Details wie eine flache, ungekielte Stirn sowie eine kahle Fühlerborste. Die Brust ist länger als breit und trägt eine mikroskopisch kleine, schwarze Behaarung auf grauer Grundfläche. Die ovalen Flügel besitzen ein Längen-Breiten-Verhältnis von 2,1 und sind durch eine spezifische Zeichnung aus dunklen und transparenten Flecken gekennzeichnet, wobei Radius 1 kurz beborstet ist. Der Hinterleib ist ebenfalls dunkel gefleckt und an den Seiten behaart. Ein herausragendes anatomisches Merkmal der Beine sind die Schienen, die an der Basis sowie nahe den Tarsen gelb gefärbt und dreimal dunkel geringelt sind. Bezüglich der Larvalbiologie ist bekannt, dass sich die Larven von Exkrementen holzbohrender Insekten ernähren. Historisch wurde die Gattung 1873 durch Hermann Loew zunächst unter dem Namen Callopistria beschrieben, welcher jedoch aufgrund einer Präokkupation durch Schmetterlinge geändert werden musste. Vergleiche zu nahe verwandten Arten innerhalb der Gattung, die ebenfalls rein nearktischen Ursprungs ist, beschränken sich auf die Zugehörigkeit zu diesem Taxon mit insgesamt zwei Arten. Weitere artspezifische Besonderheiten bezüglich feinerer Entwicklungsstadien der Larven oder exakter Geschlechtsdimorphismen außerhalb der Flügelhaltung sind nach der aktuellen Datenlage nicht detailliert beschrieben.1
Systematik
Name & Einordnung
Die Pfauenfliege (Callopistromyia annulipes) gehört zur Familie der Schmuckfliegen innerhalb der Unterfamilie Otitinae. Der wissenschaftliche Gattungsname wurde ursprünglich von Hermann Loew im Jahr 1873 als Callopistria eingeführt, musste jedoch aufgrund einer Homonymie mit einer Schmetterlingsgattung abgeändert werden. Das Artepitheton annulipes leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet „mit geringelten Beinen“, was auf die charakteristische Zeichnung der Schienen verweist. Der deutsche Trivialname Pfauenfliege ist eine direkte Übersetzung des englischen Namens „peacock fly“. Diese Bezeichnung bezieht sich auf das auffällige Verhalten der Männchen, die ihre Flügel nach Art eines Pfaus nach oben schlagen. Belastbare Daten zu weiteren historischen Synonymen oder früheren Familienzuordnungen jenseits der Gattungsänderung liegen in der Literatur nicht vor. Die Art ist ursprünglich in der nearktischen Region beheimatet und wurde als Neozoon nach Europa eingeschleppt.1
Aus der Community
Kurze Videos
Aus der silbarkrift.community, aufgenommen mit OpenInsect
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Die Biologie und der Lebenszyklus von Callopistromyia annulipes sind eng mit totem oder absterbenden Holz verknüpft. Adulte Fliegen werden ab Anfang April beobachtet und halten sich bevorzugt an Baumstämmen auf. Zu den Substraten, an denen die Tiere gefunden wurden, gehören verschiedene Baumarten wie Acer negundo, Populus deltoides und Robinia pseudacacia. Im Rahmen ihres Fortpflanzungsverhaltens zeigen die Männchen auffällige Flügelbewegungen, bei denen sie die Flügel wie ein Pfau nach oben schlagen. Die Larven ernähren sich von den Exkrementen holzbohrender Insekten.1 Belastbare Daten zu weiteren Entwicklungsstadien, genauen Stadienzahlen der Larven, physiologischen Besonderheiten wie Diapause oder spezifischen Mortalitätsfaktoren fehlen in der aktuellen Datenlage. Bisher sind keine detaillierten Studien zur exakten Entwicklungsdauer, zu konkreten Temperaturabhängigkeiten oder zu natürlichen Feinden wie Parasitoiden für Callopistromyia annulipes publiziert. Daher beschränkt sich das gesicherte Wissen über den Lebenszyklus im Wesentlichen auf die Substratbindung der Larven und das Auftreten der Adulten im Frühjahr.1
Lebensweise
Verhalten
Das Verhalten von Callopistromyia annulipes ist stark an das Leben an holzartigem Substrat angepasst. Die Tiere halten sich häufig an Baumstämmen auf, wo sie an totem oder absterbenden Holz verschiedener Baumarten wie Acer negundo, Populus deltoides und Robinia pseudacacia angetroffen werden. Ein auffälliges Verhaltensmerkmal der Männchen besteht darin, dass sie die Flügel wie ein Pfau nach oben schlagen. Dieser namensgebende Verhaltensaspekt ist Teil der optischen Signale dieser Art. Die Flug- und Aktivitätsphase der Imago beginnt ab Anfang April. Weitere spezifische Daten zum Territorial-, Abwehr- oder komplexen Sozialverhalten liegen nach aktuellem Kenntnisstand nicht vor.1
Lebensweise
Ökologie
Callopistromyia annulipes besiedelt als nearktisches Neozoon in Europa verschiedene Habitate und ist unter anderem an Baumstämmen zu finden. Die Art wurde primär an totem oder absterbenden Holz unterschiedlicher Laubbäume wie Acer negundo, Populus deltoides und Robinia pseudacacia nachgewiesen. In diesem Substrat nehmen die Larven eine spezifische Rolle ein, indem sie sich von den Exkrementen holzbohrender Insekten ernähren. Die Flugzeit der Imago beginnt im April. Weiterführende und belastbare Daten zur genauen Nische, zu mikroklimatischen Anforderungen oder zu spezifischen natürlichen Feinden und Parasitoiden liegen bisher nicht vor.1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Die Pfauenfliege (Callopistromyia annulipes) ist ursprünglich in der nearktischen Fauna beheimatet und kommt dort in Nordamerika vor. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet ist die Art aus Kanada sowie den Vereinigten Staaten gemeldet, wobei zahlreiche Neufunde auf eine anhaltende Ausbreitung hindeuten. Inzwischen hat sich das Areal der Art durch Einschleppung nach Europa erweitert, wo sie als Neozoon in Ausbreitung begriffen ist. Die erste veröffentlichte Meldung aus Europa stammt aus dem Jahr 2007 und dokumentiert den Fund eines Weibchens in einem Weinberg in der Südschweiz. Für Deutschland liegen frühe Nachweise aus den Jahren 2006 in Hanhofen, 2008 bei Bonn sowie 2009 bei Rottenburg und Gelsenkirchen vor. Im Juni 2017 gelang zudem der Erstnachweis für Brandenburg in Potsdam-Golm. Darüber hinaus existieren Nachweise aus weiteren europäischen Ländern wie Frankreich aus dem Jahr 2011 sowie aus der Slowakei aus dem Jahr 2016. Als Lebensräume nutzt die Art primär Habitate mit totem oder absterbendem Holz. Dort halten sich die Imago-Stadien häufig direkt an Baumstämmen auf. Zu den dokumentierten Wirtsbäumen zählen verschiedene Laubgehölze wie der Eschen-Ahorn, Pappeln und Robinien. Die Entwicklung der Art ist eng mit diesen Holzstrukturen verknüpft, da sich die Larven von den Exkrementen holzbohrender Insekten ernähren.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Die Aktivitätsperiode von Callopistromyia annulipes beginnt im Jahresverlauf ab Anfang April, wenn die ersten adulten Fliegen auftreten. Adulte Tiere halten sich bevorzugt an totem oder absterbendem Holz verschiedener Laubbaumarten wie Acer negundo, Populus deltoides und Robinia pseudacacia auf. In diesem Habitat zeigen die Männchen charakteristische, pfauengleiche Flügelbewegungen. Die Larvalbiologie ist eng mit Holzsubstraten verknüpft, da sich die Larven von den Exkrementen holzbohrender Insekten ernähren.1 Belastbare Daten zur genauen Generationenfolge pro Jahr, zu spezifischen Temperaturabhängigkeiten oder zum genauen Überwinterungsstadium fehlen in der wissenschaftlichen Literatur bisher. Bisherige Funde in Europa dokumentieren das Auftreten von Imago-Beobachtungen vor allem in den Frühjahrs- und Sommermonaten, wie unter anderem Nachweise aus den Monaten Juni und Juli belegen. Öffentliche Suchanfragen zum Thema weisen eine unregelmäßige Verteilung über das Jahr auf, wobei vereinzelte Peaks im Wintermonat Dezember auftreten. Letztere spiegeln jedoch kein natürliches Aktivitätsmaximum der Imagines im Freiland wider. Weitere systematische Untersuchungen zur Phänologie der Art im europäischen Neozoen-Areal stehen noch aus.1
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Callopistromyia annulipes wird nach aktuellem Kenntnisstand weder als land- und forstwirtschaftlicher Schädling noch als medizinischer Vektor oder Lästling eingestuft. Das Schadpotenzial der Art ist als irrelevant zu bewerten, da weder Schäden an lebenden Pflanzen noch an verbautem Holz oder Vorräten dokumentiert sind. Die Larven ernähren sich obligat von den Exkrementen anderer, holzbohrender Insekten an totem oder absterbenden Holz. Zu diesem Substrat gehören verschiedene Baumarten wie Acer negundo, Populus deltoides und Robinia pseudacacia. Da keine wirtschaftlichen Schäden verursacht werden, existieren keine spezifischen Schadbilder, Befallsanzeichen für Gebäude oder Früherkennungsmethoden. Präventionsmaßnahmen, bauliche oder hygienische Vorkehrungen sind für Callopistromyia annulipes nicht erforderlich. Ebenso fehlen jegliche artspezifische Monitoring-Methoden wie Fallen sowie biologische, physikalische oder chemische Bekämpfungsmaßnahmen. Ein integriertes Schädlingsmanagement (IPM) ist für diesen Neozoon nicht etabliert. Rechtliche Aspekte, wie Quarantänebestimmungen oder Meldepflichten, sind für die Art nicht relevant. Belastbare Daten zu wirtschaftlichen Bekämpfungsstrategien fehlen, da die Tiere lediglich als harmlose Neozoen in Europa in Ausbreitung begriffen sind.1
Nachweise