Lexikon-Eintrag

Schönbär Callimorpha dominula

Schönbär (Callimorpha dominula), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie
Erebidae
Gattung
Callimorpha

Überblick

Einleitung

Der Schönbär (Callimorpha dominula) ist ein Schmetterling aus der Unterfamilie der Bärenspinner (Arctiinae) und wurde im Jahr 2010 zum Schmetterling des Jahres gewählt. Die Art besiedelt bevorzugt feuchte und halbschattige Habitate in ganz Europa und Asien. Ähnlich wie der Russische Bär besucht der nacht- und tagaktive Falter Blüten zur Nektaraufnahme.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Raupe erreicht eine Körperlänge von etwa 40 Millimetern und zeigt eine dunkelgraue Grundfärbung mit unterbrochenen gelben Streifen sowie kleinen weißen Punkten an den Seiten.
  • Das Integument der Larven ist mit grauen und schwarzen Haaren besetzt.
  • Im süddeutschen Bergland sowie in niederen Lagen der Alpen tritt die Art stellenweise sehr häufig auf, während sie in Norddeutschland selten zu finden ist.
  • Zu dem bekannten Nahrungsspektrum der polyphagen Raupen gehören neben anderen Pflanzen auch die Salweide (Salix caprea), die Gemeine Hasel (Corylus avellana), Wegerich-Arten (Plantago spec.), die Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), das Fuchssche Greiskraut (Senecio fuchsii), das Echte Mädesüß (Filipendula ulmaria) sowie die Kohldistel (Cirsium oleraceum).1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der Schönbär (Callimorpha dominula) ist ein schlank gebauter Nachtfalter aus der Unterfamilie der Bärenspinner. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 45 bis 60 Millimetern. Die Vorderflügel zeigen eine schwarze Grundfärbung, die durch charakteristische gelbe bis orange sowie weiße Flecken ergänzt wird. Auf den Hinterflügeln dominiert eine rote, selten auch gelbe Färbung, welche durch schwarze Flecken ergänzt wird.1 Neben den imaginalen Merkmalen zeichnet sich die Art durch eine spezifische Raupenmorphologie aus. Die voll entwickelte Larve erreicht eine Körperlänge von etwa 40 Millimetern. Ihre Färbung ist dunkelgrau, wobei an den Flanken unterbrochene gelbe Streifen sowie kleine weiße Punkte verlaufen. Zusätzlich ist die Raupe mit grauen und schwarzen Haaren besetzt. Weitere morphologische Details zu Eiern, Puppen oder dem Sexualdimorphismus liegen in der gegenwärtigen Datenbasis nicht vor.1

Porträt

Beschreibung

Der Schönbär (Callimorpha dominula) repräsentiert als auffälliger Nachtfalter die Unterfamilie der Bärenspinner innerhalb der Familie der Erebidae. Die Art wurde im Jahr 2010 zum Schmetterling des Jahres gewählt. Im natürlichen Lebensraum fällt der schlanke Falter durch eine markante Flügelzeichnung auf. Die Vorderflügel zeigen eine schwarze Grundfärbung, die mit gelben bis orangen sowie weißen Flecken durchsetzt ist. Ergänzt wird dieses Warnkleid durch rote oder in seltenen Fällen gelbe Hinterflügel, die ebenfalls schwarze Flecken aufweisen. Hinsichtlich ihrer Aktivitätsdynamik zeigt die Art eine kathemale Ausprägung, womit sie sowohl nachtaktiv ist als auch tagsüber fliegt. Ähnlich wie der Russische Bär sucht der Falter aktiv Blüten auf, um Nektar zu saugen. Die Verbreitung erstreckt sich über ganz Europa und Asien, wobei feuchte und sonnige bis halbschattige Habitate wie Bachufer, Sumpfgebiete, Teichlandschaften sowie feuchte Wälder und Waldwiesen bevorzugt werden. In niederen Lagen der Alpen und im süddeutschen Bergland tritt die Art stellenweise sehr häufig auf, während sie in Norddeutschland eher selten anzutreffen ist. Der Fortpflanzungszyklus ist univoltin, weshalb pro Jahr exakt eine Generation ausgebildet wird. Die Eiablage erfolgt durch die Weibchen in kleinen Gruppen direkt unter Blättern. Daraus schlüpfen die Raupen, die zunächst ein sozial strukturiertes Verhalten in Gruppen zeigen und gemeinsam zwischen Laub überwintern. Nach der Überwinterung verändern die Larven ihre Verhaltensweise grundlegend und leben als Einzelgänger.1 In diesem Stadium erreichen die Raupen eine Körperlänge von ca. 40 Millimetern. Sie sind dunkelgrau gefärbt, besitzen unterbrochene gelbe Streifen sowie kleine weiße Punkte an den Seiten und tragen eine Behaarung aus grauen und schwarzen Borsten. Als polyphage Herbivoren ernähren sich die Larven von Blättern einer Vielzahl verschiedener Kräuter und Sträucher. Dazu gehören unter anderem die Himbeere (Rubus idaeus), die Salweide (Salix caprea), die Gemeine Hasel (Corylus avellana), die Große Brennnessel (Urtica dioica), diverse Wegerich-Arten (Plantago spec.), die Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), das Fuchssche Greiskraut (Senecio fuchsii), das Echte Mädesüß (Filipendula ulmaria) sowie die Kohldistel (Cirsium oleraceum). Für die Verpuppung suchen die Larven den Boden auf, wo sie ein weiches, weiß-graues Gespinst anlegen. Die Falter schlüpfen schließlich im Juni aus diesem Kokon.1

Systematik

Name & Einordnung

Der Schönbär (Callimorpha dominula) ist ein Schmetterling aus der Unterfamilie der Bärenspinner (Arctiinae). Die Art wurde im Jahr 2010 in Deutschland zum Schmetterling des Jahres gewählt. Im deutschen Sprachraum ist neben dem Hauptnamen Schönbär vereinzelt auch die Zuordnung zu den Nachtfaltern gebräuchlich.1 Internationale Trivialnamen oder historische Erstbeschreibungen sind in den verfügbaren Daten nicht detailliert belegt, weshalb hierzu keine Angaben gemacht werden können. Die gattungs- und arteinheitliche Zuordnung verbleibt beim Taxon Callimorpha dominula. Belastbare Daten zu historischen Synonymen, früheren Gattungswechseln oder detaillierten etymologischen Herleitungen des wissenschaftlichen Namens fehlen in der aktuellen Quellenlage.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Der Lebenszyklus von Callimorpha dominula ist an eine Generation pro Jahr gebunden. Die Falter schlüpfen im Juni nach einer Überwinterung im Larvalstadium und sind überwiegend nachtaktiv, fliegen jedoch auch tagsüber. Zur Nahrungsaufnahme besuchen die adulten Falter Blüten, um Nektar zu saugen. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier in kleinen Gruppen nebeneinander unter den Blättern der Wirtspflanzen ab. Aus den Eiern schlüpfen die Raupen, die zunächst in Gruppen leben. Das Larvalstadium umfasst eine Überwinterung, bei der die Raupen gemeinsam geschützt zwischen Laub verbringen. Nach dem Winter trennen sich die Wege der Raupen und sie setzen ihre Entwicklung als Einzelgänger fort.1 Die Raupen erreichen eine maximale Länge von ca. 40 Millimetern und zeichnen sich durch eine dunkelgraue Färbung mit unterbrochenen gelben Streifen sowie kleinen weißen Seitenpunkten aus. Als polyphage Pflanzenfresser ernähren sich die Raupen von den Blättern einer Vielzahl verschiedener Kräuter und Sträucher. Zu den dokumentierten Nahrungspflanzen gehören unter anderem die Himbeere (Rubus idaeus), die Salweide (Salix caprea), die Gemeine Hasel (Corylus avellana), die Große Brennnessel (Urtica dioica) sowie verschiedene Wegerich-Arten (Plantago spec.). Auch die Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), das Fuchssche Greiskraut (Senecio fuchsii), das Echte Mädesüß (Filipendula ulmaria) und die Kohldistel (Cirsium oleraceum) dienen als Nahrungssubstrate. Nach Abschluss des Larvalwachstums verpuppen sich die Raupen in einem weichen, weiß-grauen Gespinst am Boden. Belastbare quantitative Daten zu spezifischen Entwicklungstemperaturen, genauen Dauerangaben einzelner Stadien oder spezifischen Parasitoiden und natürlichen Feinden fehlen in der aktuellen Datenlage.1

Lebensweise

Verhalten

Der Schönbär (Callimorpha dominula) zeigt eine tag- und nachtaktive Lebensweise und besucht aktiv Blüten zur Nektaraufnahme. Die Art bildet in ihrem Lebenszyklus eine Generation pro Jahr aus. Nach der Ablage der Eier in kleinen Gruppen unter Blättern durch die Weibchen leben die schlüpfenden Raupen zunächst in sozialen Verbänden. Auch die Überwinterung erfolgt gemeinsam im Laub, bevor die Larven nach der Winterruhe eine solitäre Lebensweise als Einzelgänger annehmen. Die Verpuppung findet in einem weichen, weiß-grauen Gespinst direkt am Boden statt. Als polyphage Fresser ernähren sich die Raupen von einer Vielzahl verschiedener Kräuter und Sträucher wie Himbeere (Rubus idaeus), Salweide (Salix caprea) oder Großer Brennnessel (Urtica dioica).1

Lebensweise

Ökologie

Callimorpha dominula besiedelt als hygrophile Art bevorzugt sonnige bis halbschattige und feuchte Habitate wie Bachufer, Sumpf- und Teichgebiete, feuchte Wälder sowie Waldwiesen. Die ökologische Nische der Falter ist durch eine kathemere Aktivität gekennzeichnet, wobei sie sowohl nachtaktiv sind als auch tagsüber fliegen und Blüten zur Nektaraufnahme besuchen.1 Als univoltine Art bildet die Population genau eine Generation pro Jahr aus. Die polyphagen Raupen ernähren sich herbivor von einer Vielzahl unterschiedlicher Kräuter und Sträucher, darunter Himbeere (Rubus idaeus), Salweide (Salix caprea), Gemeine Hasel (Corylus avellana), Große Brennnessel (Urtica dioica), Wegerich-Arten (Plantago spec.), Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), Fuchssches Greiskraut (Senecio fuchsii), Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria) und Kohldistel (Cirsium oleraceum). Nach der Eiablage unter Blättern in Gruppen leben die schlüpfenden Raupen zunächst gesellig.1 Sie überwintern gemeinsam als Larven im Laubstreubereich am Boden.12 Nach der Überwinterung lösen sich die Verbände auf, sodass die Raupen als Einzelgänger weiterleben, bevor sie sich in einem weichen, weiß-grauen Gespinst am Boden verpuppen.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Der Schönbär (Callimorpha dominula) besiedelt ein natürliches Verbreitungsgebiet, das sich über weite Teile Europas und Asiens erstreckt. Innerhalb dieses Areals ist die Art an spezifische klimatische und strukturelle Bedingungen gebunden, wobei sie sonnige bis halbschattige und gleichzeitig feuchte Biotope bevorzugt. Zu den typischen natürlichen Lebensräumen zählen Bachufer, Sumpf- und Teichgebiete sowie feuchte Wälder und angrenzende Waldwiesen. Aggregierte Beobachtungsdaten bestätigen die starke Bindung an wald- und feuchtbiotopspezifische Strukturen, während Habitate wie Offenland-Agrarflächen, Dünen oder urbane Räume nicht besiedelt werden. In Deutschland zeigt sich ein stark gefälltes regionales Vormerkungsbild, da die Art im süddeutschen Bergland und in niederen Lagen der Alpen stellenweise sehr häufig auftritt, in Norddeutschland hingegen als selten gilt.1 Die vertikale Verbreitung erstreckt sich von niederen Lagen bis in alpine Tallagen, wobei präzise Höhenmetergrenzen in der Literatur nicht quantifiziert werden. Das Habitattspektrum der Raupen umfasst polyphage Ernährungsweisen an einer Vielzahl krautiger Pflanzen und Gehölze, darunter die Himbeere (Rubus idaeus), Salweide (Salix caprea), Gemeine Hasel (Corylus avellana), Große Brennnessel (Urtica dioica), Wegerich-Arten (Plantago spec.), Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), Fuchssches Greiskraut (Senecio fuchsii), Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria) und Kohldistel (Cirsium oleraceum). Siedlungsbereiche oder Gebäude werden von der Art im Rahmen ihrer Lebensraumwahl gemieden. Die Überwinterung erfolgt obligatorisch als Larve zwischen laubbedeckten am Boden liegenden Strukturen.1 Historische Einschleppungen außerhalb des natürlichen eurosibirischen Areals sind für Callimorpha dominula durch belastbare Daten nicht belegt.

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Naturpark Lahn-Dill-Bergland, Herborn, Hessen, Deutschland

    17.04.2026

  • Großhansdorf, 22927 Großhansdorf, Deutschland

    17.04.2026

  • Deutschland

    16.04.2026

  • Bayern, Deutschland

    16.04.2026

  • Deutschland

    16.04.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
7
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 27.08.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Callimorpha dominula tritt in einer Generation pro Jahr auf und zeigt damit eine univoltine Lebensweise. Die adulten Falter schlüpfen im Juni. Bezüglich der Tagesaktivität ist die Art vorwiegend nachtaktiv, fliegt jedoch ergänzend auch am Tag. Die Eiablage erfolgt durch die Weibchen in kleinen Gruppen unter Blättern. Daraus schlüpfende Raupen leben zunächst gesellig und verbringen gemeinsam den Winter versteckt zwischen Laub. Nach der Überwinterung trennen sich die Wege der Larven, sodass sie als Einzelgänger weiterleben. Die anschließende Verpuppung findet in einem weichen, weiß-grauen Gespinst direkt am Boden statt.1 Das öffentliche und wissenschaftliche Interesse an der Art zeigt im Jahresverlauf deutliche Peaks in den Monaten April und Mai, welche der Aktivitätsphase im Frühjahr entsprechen. Belastbare Daten zu exakten temperaturabhängigen Flugschwellen fehlen in der Literatur.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Der Schönbär (Callimorpha dominula) hat keine wirtschaftliche Bedeutung als Schädling, da die Art weder in der Landwirtschaft noch im urbanen Raum nennenswerte Schäden verursacht.12 Als polyphager Herbivor fressen die Raupen an einer Vielzahl von Kräutern und Sträuchern wie der Großen Brennnessel (Urtica dioica) oder der Himbeere (Rubus idaeus), ein Schadauftreten in Kulturpflanzenbeständen ist jedoch nicht belegt. Deshalb sind weder präventive Schutzmaßnahmen noch chemische Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich oder üblich. Belastbare Daten zu spezifischen Monitoring-Methoden oder Fallen für diese Art fehlen in der Fachliteratur. Die Raupen besitzen graue und schwarze Haare, eine medizinische oder gesundheitliche Relevanz im Sinne von giftigen Brennhaaren oder Allergieauslösungen ist für diese Art jedoch nicht dokumentiert.1 Da Callimorpha dominula vorwiegend in feuchten Wäldern, Bachufern und Sumpfgebieten vorkommt und keine Gebäude befällt, besteht kein hygienisches Schadpotenzial.12 Rechtliche Aspekte wie Quarantänevorschriften oder Meldepflichten existieren für diesen Falter nicht. Die Art tritt in einer Generation pro Jahr auf, wobei die Raupen nach der Überwinterung solitär leben. Bislang sind keine integrierten Schädlingsbekämpfungsstrategien für den Schönbär entwickelt worden, da er als unbedeutend eingestuft wird.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6nb%C3%A4r
  2. gbif.org/species/4532534