Lexikon-Eintrag

Klee-Spinnmilbe Bryobia praetiosa

Klee-Spinnmilbe (Bryobia praetiosa), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung
Laufmilben (Trombidiformes)
Familie
Tetranychidae
Gattung
Bryobia

Überblick

Einleitung

Die Klee-Spinnmilbe (Bryobia praetiosa) ist eine weltweit verbreitete Art aus der Familie der Spinnmilben (Tetranychidae).12 Als polyphag ernährendes Spinnentier nutzt sie eine Vielzahl niedriger Wirtspflanzen aus zahlreichen Pflanzenfamilien als Nahrungsquelle.13 Gelegentlich tritt die Art in Massen auf, gilt als gelegentlicher Lästling in Gebäuden und kann an Pflanzen saugbedingt silbrige Verfärbungen verursachen.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Behaarung der Beine (Leg chaetotaxy) weist an den Genua spezifisch 8, 6, 6 und 5 Borsten auf, während an den Femora 21, 11, 5 sowie 4 oder 3 Borsten ausgebildet sind.
  • Auf den Tarsen des dritten und vierten Beinpaares sind Solenidien eng mit Tastborsten zu sogenannten Duplexborsten verschmolzen.
  • Das Wirtspflanzenspektrum umfasst neben zahlreichen anderen Pflanzen auch spezifisch Chloris gayana aus der Familie der Süßgräser (Poaceae) sowie Sida schimperiana (Malvaceae).
  • Historische Nachweise belegen das Vorkommen der Art an Getreidearten wie Weizen, Roggen und Gerste im US-Bundesstaat Arizona.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Klee-Spinnmilbe (Bryobia praetiosa) ist ein oval geformtes Spinnentier mit einer Körperlänge von 0,75–0,85 mm und einer rötlich-braunen Grundfärbung. Ein charakteristisches morphologisches Merkmal sind die auffällig langen Beine, wobei das erste Beinpaar leicht länger als die gesamte Körperlänge ist und oft irrtümlich für Antennen gehalten wird. Am Kopf besitzen sie stechend-saugende Mundwerkzeuge zur Aufnahme von Pflanzensaft. Jungtiere und Eier unterscheiden sich von den adulten Exemplaren durch eine leuchtend rote Färbung. Die Eizahl beträgt etwa 70 Eier pro Weibchen, die parthenogenetisch abgelegt werden. In ihrer Entwicklung durchlaufen die Milben ein sechsbeiniges Larvenstadium sowie zwei achtbeinige Nymphenstadien bis zur Reife. Beim Zerdrücken hinterlassen die Tiere aufgrund ihrer Pigmentierung einen charakteristischen roten Fleck. Belastbare morphologische Daten zur genauen Unterscheidung von ähnlichen Arten fehlen in den Quellen weitgehend.1

Porträt

Beschreibung

Bryobia praetiosa ist eine weltweit verbreitete Spinnmilbenart, die auf zahlreichen Kontinenten außer der Antarktis vorkommt. Die Art besiedelt vor allem bodennahe Vegetationen, Gärten und Felslandschaften, wobei sie ein breites Spektrum an Wirtspflanzen nutzt.1 Im natürlichen Lebensraum zeigt sich die Art besonders in den Frühlings- und frühen Sommermonaten aktiv.2 Dabei bevorzugt sie sowohl im Freiland als auch im Gebäudeumfeld stark sonnenexponierte Bereiche. Morphologisch zeichnen sich die oval geformten Spinnmilben durch eine Körperlänge von 0,75–0,85 mm aus. Ein auffälliges anatomisches Merkmal sind die stark verlängerten, nach vorne gerichteten Vorderbeine, die oft fälschlicherweise für Antennen gehalten werden.1 Diese Beine übertreffen sogar die Gesamtkörperlänge und weisen spezifische Borstenanordnungen auf.2 Die Färbung variiert je nach Entwicklungsstadium von leuchtend rot bei Larven und Eiern bis zu einem dunklen Rot oder Rötlich-Braun bei adulten Tieren.12 Bei mechanischer Beschädigung hinterlassen die Tiere aufgrund ihrer Pigmentierung einen charakteristischen roten Fleck. Die Nahrungsaufnahme erfolgt über stechend-saugende Mundwerkzeuge, mit denen Pflanzensaft aus dem Laub gesaugt wird. Dies führt bei starkem Befall zu einer silbrig verfärbten Aufhellung der Blätter und Gräser. Die Fortpflanzung erfolgt parthenogenetisch, wodurch die Populationen fast ausschließlich aus Weibchen bestehen, die jeweils etwa 70 Eier legen. Aus diesen Eiern schlüpfen zunächst sechsbeinige Larven, gefolgt von zwei nymphalen Entwicklungsstadien mit jeweils acht Beinen.1 Unter bestimmten Bedingungen überwintern die Weibchen, wodurch die Art in manchen Regionen auch in den Wintermonaten nachgewiesen werden kann.2 Gelegentlich wandern große Populationen durch kleine Öffnungen in Gebäude ein, wo sie als Lästlinge auftreten, für Menschen, Haustiere oder Möbel jedoch völlig harmlos sind.1

Systematik

Name & Einordnung

Die Klee-Spinnmilbe wird wissenschaftlich als Bryobia praetiosa bezeichnet und gehört zur Familie der Spinnmilben (Tetranychidae).12 Im englischsprachigen Raum wird die Bezeichnung clover mite verwendet.1 Belastbare historische Daten zur genauen Erstbeschreibung, zu Autorennamen, Jahreszahlen sowie zu Synonymen und etymologischen Herleitungen der Gattung Bryobia oder des Artnamens praetiosa fehlen in den vorliegenden Quellen gänzlich. Die Art wurde historisch und aktuell in der Gattung Bryobia geführt, weiterführende Angaben zu früheren oder abweichenden Familien- und Gattungszuordnungen sind jedoch nicht dokumentiert.12 Aufgrund der dünnen Quellenlage zu nomenklatorischen Details können weder frühere Kombinationen noch Homotypica oder Heterotypica benannt werden.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Bryobia praetiosa ist eine weltweit verbreitete Milbenart, die sich primär durch Parthenogenese fortpflanzt, weshalb die Nachkommenschaft ausschließlich aus Weibchen besteht. Jedes Weibchen legt im Laufe seines Lebens etwa 70 Eier ab. Die Art durchläuft mehrere Entwicklungsstadien, beginnend beim Ei über ein sechsbeiniges Larvenstadium sowie zwei darauffolgende achtbeinige Nymphenstadien bis hin zum adulten Tier. Die oval geformten Adulten erreichen eine Körperlänge von 0,75–0,85 mm und zeichnen sich durch eine rötlich-braune Färbung sowie besonders lange Vorderbeine aus. Eier und Jungtiere sind auffällig hellrot gefärbt. Die Ernährung erfolgt mithilfe stechend-saugender Mundwerkzeuge, mit denen Pflanzensaft aufgenommen wird.1 Als polyphage Art nutzt Bryobia praetiosa ein sehr breites Spektrum an Wirtspflanzen aus zahlreichen Pflanzenfamilien, darunter Rasengräser, Zierblumen, Klee und Löwenzahn.12 Besonders hohe Populationen treten häufig in intensiv gedüngten, saftigen Rasenflächen auf. Die Saugtätigkeit führt zu silbrig verfärbten Blättern und kann bei starkem Befall zu einer sichtbaren Stippung der Pflanzen führen.1 Das Auftreten und die Aktivität der Milben konzentrieren sich vor allem auf die Frühjahrs- und frühen Sommermonate. Bestimmte Rassen der Art sind in der Lage, als adulte Weibchen zu überwintern.2 Bei Störung oder mechanischer Einwirkung hinterlassen die Tiere einen charakteristischen roten Fleck, der auf ihre Pigmentierung zurückzuführen ist.1

Lebensweise

Verhalten

Bryobia praetiosa besiedelt weltweit verschiedenste Habitate wie Vegetation und felsige Untergründe, wobei die Tiere sowohl im Freiland als auch an Gebäuden anzutreffen sind. Die Art zeigt eine deutliche Präferenz für sonnige Bereiche und ist sowohl im Freien als auch beim Eindringen in Gebäude häufiger in sonnigen als in dunklen Arealen zu finden. Die Fortbewegung erfolgt überwiegend auf der Vegetation oder an angrenzenden Oberflächen, wobei das erste Beinpaar stark verlängert ist und oft fälschlicherweise für Fühler gehalten wird. Die Nahrungsaufnahme erfolgt phytophag durch das Anstechen von Pflanzenzellen mittels spezialisierter Mundwerkzeuge. Bei starkem Auftreten kann die Saugtätigkeit zu sichtbaren Aufhellungen und einer silbrig verfärbten Blattoberfläche führen. Gelegentlich wandern die Tiere in großen Gruppen durch kleine Öffnungen und Fensterrisse in Gebäude ein. Belastbare Daten zu spezifischen Pheromonen, Kommunikationsmechanismen oder detailliertem Abwehrverhalten fehlen in der bisherigen Datenlage.1

Lebensweise

Ökologie

Bryobia praetiosa ist eine weltweit verbreitete, polyphage Milbenart, die auf einer Vielzahl von niederen Wirtspflanzen aus zahlreichen Pflanzenfamilien vorkommt.12 Die Art besiedelt Vegetation, Felsen sowie ähnliche Oberflächen und ernährt sich mithilfe von piercing-sucking Mundwerkzeugen von Pflanzensaft.1 Das Spektrum an Wirtspflanzen umfasst unter anderem Rasengräser, Zierblumen, Klee, Löwenzahn und Erdbeeren.12 Besonders hohe Populationen treten in Rasenflächen mit üppigem, gut gedüngtem Gras auf. Durch ihre Saugtätigkeit verursacht Bryobia praetiosa zwar keine offensichtlichen Schäden am Rasen, bei starkem Befall kann sich das Gras jedoch silber verfärben und Pflanzen können Stippen aufweisen. Neben Vegetation werden die Milben häufig in sonnigen Bereichen angetroffen. Unter bestimmten Bedingungen wandern sie in großen Zahlen durch Risse und Öffnungen in Gebäude ein, gelten dort gelegentlich als Schädlinge, sind jedoch für Menschen, Haustiere oder Möbel harmlos.1 Die Fortpflanzung erfolgt parthenogenetisch, wobei rein weibliche Nachkommen entstehen, und die Art zeigt eine ausgeprägte Aktivität in den Frühjahrs- und ersten Sommermonaten.12

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Bryobia praetiosa besitzt eine weltweite Verbreitung und ist auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis nachgewiesen.1 Die Art besiedelt in der Paläarktis zahlreiche Länder und ist flächendeckend präsent.2 Natürliche Habitate umfassen vegetationsreiche Bereiche, Savannengrasländer, Sandgruben sowie felsige Untergründe. Als polyphage Art nutzt sie eine Vielzahl niedrig wachsender Wirtspflanzen aus unterschiedlichen Familien, darunter Gräser, Kleearten und diverse Kräuter. Darüber hinaus besiedelt die Art Kulturlandschaften, Weideflächen sowie Gärten und Obstplantagen mit gut gedüngtem Rasen.12 In diesen vom Menschen beeinflussten Umgebungen konzentrieren sich Populationen häufig in sonnenexponierten Bereichen. Bei massenhaftem Auftreten wandern die Tiere in der Nähe von dichter Vegetation gelegentlich in Gebäude ein und dringen durch Spalten an Fenstern oder Türen ein.1 Belastbare Daten zur genauen historischen Ausbreitung und zur vertikalen Obergrenze der Verbreitung fehlen bisher weitgehend.12

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Berlin, Berlin, Germany

    30.04.2022

  • Germany

    25.03.2021

  • Berliner Innenstadt, Berlin, Germany

    14.06.2020

  • Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin, Germany

    18.05.2020

  • Berliner Innenstadt, Berlin, Germany

    16.05.2020

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
2
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 24.05.2026
Werde Teil der Community
Lade ein Foto hoch und hilf uns, Arten zu erfassen.

Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Bryobia praetiosa tritt überwiegend in den Frühjahrs- und ersten Sommermonaten aktiv in Erscheinung.2 In Nordamerika wird die Art insbesondere im späten Frühjahr extrem häufig angetroffen.1 Die Aktivität im Jahresverlauf ist eng an die Vegetation gekoppelt, wobei Bestandsnachweise von Mai bis September dokumentiert sind. Das Überwinterungsverhalten zeigt sich spezifisch, da eine bekannte Rasse als erwachsenes Weibchen überwintert, was durch Funde im Januar belegt wird.2 Ergänzende Auswertungen zum öffentlichen Informationsinteresse verzeichnen Peaks im Januar und März.1 Belastbare Daten zur genauen Generationenfolge pro Jahr sowie zur Temperaturabhängigkeit der Aktivität fehlen für Bryobia praetiosa weitgehend. Larvalstadien treten im Rahmen der saisonalen Entwicklung in den Frühlingsmonaten auf. Das Auftreten an verschiedenen Wirtspflanzen erstreckt sich primär über die wärmere Jahreshälfte. Spezifische Untersuchungen zu tages- oder nachtzeitlichen Aktivitätsmustern liegen bisher nicht vor.2

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Klee-Spinnmilbe (Bryobia praetiosa) gilt primär als Lästling, der bei starkem Auftreten gelegentlich als wirtschaftlich bedeutsamer Schädling in Erscheinung tritt. Durch ihre saugende Ernährungsweise entziehen sie Pflanzensaft, wodurch Rasenflächen eine silberne Färbung annehmen und befallene Pflanzen Stippen aufweisen können. Eine direkte Gefährdung für Menschen, Haustiere oder Möbel geht von den Tieren nicht aus. Allerdings können sie bei Massenauftreten in Gebäude eindringen und beim Zertreten rote Farbflecken auf Oberflächen hinterlassen. Als Früherkennung dient das gezielte Monitoring von sonnenexponierten Hauswänden und Fenstern in den Frühlingsmonaten, da die Tiere besonders gerne in warme, sonnige Bereiche wandern. Präventiv hilft das Vermeiden von dichtem Pflanzenwuchs direkt am Gebäude sowie das Abdichten von Rissen und kleinen Öffnungen an Türen und Fenstern. Belastbare Daten zu spezifischen biologischen oder chemischen Bekämpfungsmaßnahmen innerhalb eines integrierten Pflanzenschutzes fehlen in der aktuellen Quellenlage für diese Art weitgehend.1

Praxiswissen

Wirtschaftliche Bedeutung

Bryobia praetiosa gilt als Art von gewisser wirtschaftlicher Bedeutung, da sie weltweit auf zahlreichen Wirtspflanzen vorkommt.2 Die Tiere ernähren sich von Pflanzensaft und können bei starkem Auftreten zu einer silbrigen Verfärbung von Rasenflächen sowie zu Saugstellen an verschiedenen Pflanzen führen. Eine direkte Schädigung von Rasengräsern ist jedoch nicht nachweisbar. Wirtschaftlich relevant wird die Art primär als lästiger Hausinvalide, wenn die Milben in großer Zahl durch Risse und Öffnungen in Gebäude einwandern. Menschliche Gesundheit, Haustiere oder Möbel nehmen durch diese Infiltrationen keinen Schaden. Beim Zertreten hinterlassen die Tiere jedoch charakteristische rote Flecken durch ihre Pigmentierung.1 Belastbare quantitative Daten zu wirtschaftlichen Schäden oder spezifischen Bekämpfungskosten fehlen in den Quellen weitgehend.21

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. en.wikipedia.org/wiki/Clover_mite
  2. gbif.org/species/2128763
  3. Migeon, A. and Dorkeld, F. (2006-2017): Spider Mites Web