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KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Wissenschaftlicher Name Botrytis P.Micheli, 1729
Überblick
Botrytis (Syn.: Botryotinia) ist eine kosmopolitische Gattung der Schlauchpilze (Ascomycota) innerhalb der Familie der Sklerotienbecherlingsverwandten (Sclerotiniaceae).12 Die Arten dieser Gattung leben als Parasiten und induzieren in den befallenen Pflanzenzellen die Apoptose, was zu einem fortschreitenden Zerfall des Gewebes führt.1 Ein besonders bekannter Vertreter ist die Grauschimmelfäule (Botrytis cinerea), die als bedeutendes Phytopathogen unter anderem im Weinbau biochemische Veränderungen und erhebliche Ertragsverluste verursacht.13
Auf einen Blick
Erkennen
Das vegetative Myzel der Gattung Botrytis weist eine gräuliche oder bräunliche Färbung auf. Die Konidienträger sind septiert und zeigen eine mehr oder weniger starke Verzweigung, wobei die asexuellen Sporen (Konidien) an den Zweigenden sitzen. Als Überdauerungsorgane bilden einige Arten in oder an Pflanzenteilen Sklerotien aus, die außen schwarz und innen weiß gefärbt sind. Aus diesen Dauerformen kann bei Arten mit generativer Vermehrung ein gestielter, kelch-, becher- oder schüsselförmiger Fruchtkörper (Apothecium) entspringen, in dem die Ascosporen gebildet werden.1 Auf befallenen Wirtspflanzen, wie beispielsweise Weinreben, manifestiert sich der Befall durch sichtbare Läsionen und Fäule, wobei physiologische Veränderungen wie Chlorophyllabbau oft bereits vor den sichtbaren Symptomen auftreten.3
Porträt
Botrytis (Syn.: Botryotinia) ist eine kosmopolitische Gattung der Schlauchpilze (Ascomycota), die taxonomisch zur Familie der Sklerotienbecherlingsverwandten (Sclerotiniaceae) zählt.12 Historisch und formell wird sie oft der Klasse der Fungi imperfecti zugeordnet, da die Vermehrung dominierend asexuell über Konidien oder rein vegetativ erfolgt. Das Myzel dieser Pilze erscheint typischerweise gräulich oder bräunlich, was dem Trivialnamen Grauschimmel zugrunde liegt. Eine mikroskopische Besonderheit sind die septierten und mehr oder weniger verzweigten Konidienträger, an deren Zweigenden die Sporen sitzen. Diese Konidien werden primär durch den Wind verbreitet, um neue Wirtspflanzen zu besiedeln. Alle Arten der Gattung leben parasitisch und induzieren in den befallenen Geweben der Wirtspflanzen den programmierten Zelltod (Apoptose). Dieser Prozess führt zu einem fortschreitenden Zerfall des Gewebes, der makroskopisch als Fäule sichtbar wird.1 Physiologisch bewirkt der Pilz dabei tiefgreifende biochemische Veränderungen, insbesondere den Abbau von Chlorophyll und die Änderung der optischen Blatteigenschaften, noch bevor die physische Struktur der Pflanze kollabiert.36 Als Überdauerungsorgane bilden einige Arten in oder an Pflanzenteilen Sklerotien aus – harte Strukturen, die außen schwarz und innen weiß gefärbt sind. Diese Sklerotien ermöglichen es dem Pilz, im Boden oder in faulendem Pflanzenmaterial zu überwintern. Aus diesen Dauerformen können bei Arten mit geschlechtlicher Fortpflanzung gestielte, becherförmige Fruchtkörper (Apothecien) entspringen, in denen die Ascosporen gebildet werden. Die Gattung umfasst bislang 22 Arten sowie eine natürliche Hybride. Während die Bezeichnung Botrytis ursprünglich nur für die asexuelle Anamorphe galt und die sexuelle Teleomorphe oft als Botryotinia ausgegliedert wird, hat sich der Name Botrytis inzwischen für beide Formen weitgehend durchgesetzt.1 Der bekannteste Vertreter, Botrytis cinerea, zeichnet sich durch einen enorm großen Wirtspflanzenkreis aus und verursacht als Phytopathogen erhebliche Schäden in der Landwirtschaft.13
Systematik
Die wissenschaftliche Erstbeschreibung der Gattung Botrytis erfolgte im Jahr 1729 durch Pier Antonio Micheli. Systematisch wird die Gattung der Familie der Sklerotienbecherlingsverwandten (Sclerotiniaceae) innerhalb der Abteilung der Schlauchpilze (Ascomycota) zugeordnet.2 Ein taxonomisch relevantes Synonym ist Botryotinia (Whetzel), eine Bezeichnung, die historisch primär für die teleomorphen Arten mit geschlechtlicher Fortpflanzung verwendet wurde. Ursprünglich galt der Name Botrytis lediglich für die Anamorphen (Nebenfruchtformen), weshalb die Gattung traditionell der Formklasse der Fungi imperfecti zugerechnet wurde. In der modernen Nomenklatur hat sich die Bezeichnung Botrytis jedoch weitgehend für beide Erscheinungsformen durchgesetzt. Zu den eng verwandten Gattungen zählen Sclerotinia und Monilinia. Der Gattung werden aktuell 22 Arten sowie eine natürliche Hybride zugerechnet.3 Im deutschsprachigen Raum sind die Vertreter als Grauschimmel bekannt, wobei insbesondere Botrytis cinerea als Erreger der Grauschimmelfäule benannt wird.4
Lebensweise
Die Gattung Botrytis zählt zur Formklasse der Fungi imperfecti, wobei die Vermehrung primär asexuell durch Konidien oder rein vegetativ erfolgt. Einige Arten haben die Fähigkeit zur geschlechtlichen Fortpflanzung bewahrt, während andere diese verloren haben. Bei den teleomorphen (sexuellen) Formen, die oft in die Gattung Botryotinia ausgegliedert werden, bilden sich aus schwarzen, innen weißen Sklerotien gestielte Fruchtkörper (Apothecien), in denen Ascosporen entstehen. Die asexuellen Konidien sitzen an verzweigten Trägern und werden durch den Wind verbreitet. Die Überwinterung erfolgt entweder als Myzel im Boden innerhalb faulender Pflanzenteile oder bei generativen Arten in Form von Sklerotien. Als Parasiten induzieren alle Botrytis-Arten in den befallenen Geweben der Wirtspflanzen Apoptose, was zum Zelltod und zur charakteristischen Fäule führt.7 Physiologisch bewirkt die Infektion, insbesondere durch Botrytis cinerea, biochemische und strukturelle Veränderungen wie den Abbau von Chlorophyll und den Verlust der zellulären Integrität.38 Die Anfälligkeit der Wirtspflanzen kann genetisch bedingt sein, wie beispielsweise durch das Gen CsGRX4 bei Gurken, dessen Überexpression die Infektionsrate erhöht. Zu den natürlichen Gegenspielern und biologischen Kontrollorganismen zählen Bakterien wie Bacillus subtilis sowie Pilze wie Purpureocillium lilacinum, die eine hohe Pathogenität gegenüber Botrytis aufweisen.5
Lebensweise
Da es sich bei Botrytis um eine Pilzgattung handelt, äußert sich das Verhalten primär in Wachstumsstrategien, Infektionsmechanismen und physiologischen Reaktionen auf die Umwelt. Als nekrotropher Parasit zeigt der Pilz ein aggressives Besiedelungsverhalten, indem er aktiv den programmierten Zelltod (Apoptose) in den Zellen des Wirtsgewebes induziert, um das absterbende Material zu verwerten.1 Dieser Infektionsprozess führt zu signifikanten biochemischen und strukturellen Veränderungen in der Pflanze, wobei insbesondere ein Abbau von Chlorophyll stattfindet, der bereits vor dem Auftreten sichtbarer Läsionen messbar ist.3 Zur räumlichen Ausbreitung nutzt Botrytis passive Transportmechanismen, bei denen die asexuellen Konidien durch Luftströmungen verfrachtet werden. Als Überlebensstrategie in nahrungsarmen Zeiten oder während des Winters verharrt der Organismus als Myzel im Boden oder bildet widerstandsfähige Dauerformen (Sklerotien) aus.1 Auf molekularer Ebene interagiert der Erreger gezielt mit der Genetik des Wirts, wobei bestimmte pflanzliche Gene, wie etwa Glutaredoxin-Gene bei Gurken, die Anfälligkeit für die Besiedlung durch Botrytis cinerea beeinflussen können.5
Lebensweise
Alle Botrytis-Arten leben als Parasiten und induzieren in den befallenen Pflanzengeweben den Zelltod (Apoptose), was zu einem fortschreitenden Zerfall des Gewebes führt. Die Verbreitung der Konidien erfolgt über den Wind, während die Überwinterung als Myzel im Boden innerhalb faulender Pflanzenreste oder als widerstandsfähige Sklerotien stattfindet.7 Botrytis cinerea zeichnet sich durch ein extrem breites Wirtsspektrum aus und verursacht physiologische Veränderungen wie Chlorophyllabbau und Strukturverlust in den Wirtspflanzen.73 Die Anfälligkeit für Infektionen ist in Beständen mit dichten Laubwänden erhöht, was auf eine Abhängigkeit von spezifischen mikroklimatischen Bedingungen hindeutet.8 Eine besondere ökologische Interaktion zeigt sich bei Weinreben, wo der Pilz je nach Reifegrad und Witterung entweder als schädliche Rohfäule oder als qualitätssteigernde Edelfäule auftritt.7 Zu den natürlichen Antagonisten im Mikrobiom gehören Bakterien wie Bacillus subtilis, die das Pilzwachstum hemmen können. Zudem fungiert der Pilz Purpureocillium lilacinum als Hyperparasit mit hoher Pathogenität gegenüber Botrytis cinerea. Auch Stoffwechselprodukte von Bakterien wie Photorhabdus luminescens können die Entwicklung des Grauschimmels unterdrücken.5
Verbreitung
Die Gattung Botrytis ist kosmopolitisch verbreitet und zählt taxonomisch zu den Schlauchpilzen (Ascomycota). Alle Arten leben parasitisch und besiedeln pflanzliche Gewebe, wobei sie als bedeutende Pflanzenschädlinge weltweit auftreten.4 Ein besonders prominenter Vertreter ist Botrytis cinerea (Grauschimmelfäule), der einen sehr großen Wirtspflanzenkreis aufweist und massive Schäden an Agrarerzeugnissen verursacht.43 In landwirtschaftlichen Kulturen wie Weinbergen wurde beobachtet, dass eine höhere Anfälligkeit für Infektionen in Bereichen mit dichten Baumkronen und in niedrigen Höhenlagen besteht.3 Neben Nutzpflanzen werden auch Ziergewächse besiedelt, wie etwa Schneeglöckchen durch die Art Botrytis galanthina. Die Pilze überwintern als Myzel im Boden innerhalb faulender Pflanzenteile oder, bei Arten mit generativer Vermehrung, in Form von widerstandsfähigen Sklerotien. Die Verbreitung der asexuell gebildeten Sporen (Konidien) zu neuen Wirtspflanzen erfolgt primär über den Wind.4
Verbreitung
Jahresverlauf
Die Pilze der Gattung Botrytis überwintern als Myzel im Boden innerhalb faulender Pflanzenteile oder, bei Arten mit generativer Vermehrung, in Form von Sklerotien. Die Verbreitung der asexuellen Sporen (Konidien) erfolgt anschließend über den Wind. Im landwirtschaftlichen Kontext, spezifisch im Weinbau, ist der saisonale Zeitpunkt des Auftretens entscheidend für die Art der Schädigung. Ein früher Befall im Sommer führt zur sogenannten Rohfäule, welche die Ernte verdirbt. Tritt der Pilz hingegen kurz vor der Ernte auf vollreifen Trauben auf, kann dies zur Qualitätssteigerung durch Edelfäule führen.5 Wissenschaftliche Datenerhebungen zur Detektion von Botrytis cinerea konzentrieren sich typischerweise auf die Wachstumsperiode der Wirtspflanzen.3
Jahresverlauf
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Praxiswissen
Pilze der Gattung Botrytis sind bedeutende Phytopathogene, die als Parasiten leben und durch die Induktion von Apoptose zum fortschreitenden Gewebezerfall führen.1 Besonders Botrytis cinerea verursacht an zahlreichen Agrarerzeugnissen massive Ertrags- und Qualitätsverluste.13 Im Weinbau ist die Auswirkung ambivalent: Während ein früher Befall im Sommer als schädliche Rohfäule die Ernte verdirbt, kann ein später Befall reifer Trauben als Edelfäule die Weinqualität steigern. Für den Menschen stellt der Pilz ein relevantes Gesundheitsrisiko dar, da er zu den bedeutendsten Allergenen unter den Schimmelpilzen zählt.1 Infektionen induzieren biochemische Veränderungen wie Chlorophyllabbau und Änderungen der optischen Blatteigenschaften, bevor sichtbare Schäden auftreten. Moderne Monitoring-Verfahren nutzen daher Drohnen (UAV) und multispektrale Bildgebung, um über Vegetationsindizes wie CARI (Chlorophyll Absorption Ratio Index) Infektionsherde frühzeitig und geolokalisiert zu erkennen. Dies ermöglicht im Sinne der Präzisionslandwirtschaft gezielte Eingriffe anstelle pauschaler Behandlungen.3 Die chemische Bekämpfung erfolgt häufig mit Fungiziden wie Pyrimethanil, Fludioxonil, Cyprodinil oder Fenhexamid.1 Im Bereich des biologischen Pflanzenschutzes kommen Antagonisten wie Bacillus subtilis oder der Pilzstamm Purpureocillium lilacinum zum Einsatz, die präventiv oder kurativ wirken.13 Auch aus Bakterien gewonnene Wirkstoffe wie DHIS zeigen Effektivität bei Kulturen wie Gurken und Tomaten, ebenso wie aus landwirtschaftlichen Abfällen gewonnene Fungizide.910 In der Resistenzzüchtung wird die Identifikation von Anfälligkeits-Genen, wie etwa CsGRX4 bei Gurken, genutzt, um widerstandsfähigere Sorten zu entwickeln.3
Praxiswissen
Pilze der Gattung Botrytis sind bedeutende Phytopathogene, die an vielen wichtigen Agrarerzeugnissen hohe wirtschaftliche Schäden verursachen. Besonders im Weinbau zählt Botrytis cinerea zu den folgenschwersten Erregern, der signifikante Verluste bei Ertrag und Qualität der Trauben bedingt.3 Neben Weinreben sind zahlreiche weitere Nutzpflanzen wie Tomaten und Gurken sowie Zierpflanzen betroffen.35 Die Infektion führt durch Fäulnis und biochemische Veränderungen zum Gewebezerfall, was die betroffenen Pflanzenteile oft unverkäuflich macht.3 Zur Vermeidung von Ernteausfällen werden häufig chemische Fungizide wie Pyrimethanil oder Fludioxonil eingesetzt, zunehmend aber auch biologische Kontrollmittel auf Basis von Bakterienstämmen entwickelt.35 Eine wirtschaftliche Ausnahme bildet die Edelfäule bei Wein: Während früher Befall (Rohfäule) die Ernte vernichtet, kann der Befall vollreifer Trauben die Qualität hochwertiger Weine steigern. Neue Technologien der Präzisionslandwirtschaft zielen darauf ab, durch automatisierte Überwachung manuelle Inspektionskosten zu senken und Pflanzenschutzmittel effizienter einzusetzen. Zudem stellt der Pilz als potentes Allergen ein Gesundheitsrisiko für Menschen dar, was Arbeitsschutzmaßnahmen in betroffenen Betrieben relevant macht.3
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Wissenschaft
University of Jilin · 2021
Die Erfindung beschreibt ein Verfahren, bei dem landwirtschaftliche Abfälle unter hohem Druck und hoher Temperatur verflüssigt werden. Die daraus gewonnene Flüssigkeit wirkt als Fungizid und hemmt Botrytis cinerea effektiv. Dies stellt eine umweltfreundliche Methode dar, die Abfallverwertung mit Pflanzenschutz kombiniert.
University of Northwest A&F · 2021
Dieses Patent identifiziert das Gen CsGRX4 in Gurken, dessen Überexpression die Anfälligkeit der Pflanze für Botrytis cinerea erhöht. Es handelt sich primär um eine genetische Erkenntnis über den Infektionsmechanismus. Die Information ist wertvoll für die Züchtung resistenterer Pflanzen, indem dieses Anfälligkeits-Gen vermieden oder reguliert wird.
University of Autonoma DE Chile · 2020
Beschrieben wird eine Formulierung, die das Bakterium Bacillus subtilis als biologischen Kontrollorganismus in Kombination mit einem natürlichen Hilfsstoff enthält. Diese Mischung ist speziell für den Einsatz im Weinbau, insbesondere bei Tafeltrauben, entwickelt worden. Sie dient sowohl der präventiven Behandlung als auch der direkten Bekämpfung von Infektionen durch Botrytis cinerea.
University of Shenyang Agricultural · 2018
Es wird die Herstellung und Anwendung der Substanz DHIS (3,5-Dihydroxy-4-isopropyl-stilben) aus der Fermentation von leuchtenden Bakterien (Photorhabdus luminescens) beschrieben. Dieser biologische Wirkstoff zeigt eine hervorragende Wirksamkeit gegen Grauschimmel bei Gurken und Tomaten. Das Verfahren optimiert die Ausbeute und stabilisiert den Wirkstoff durch Antioxidantien für den praktischen Einsatz.
Gardening Research Institute Henan Academy OF Agricultural Science, University of Huazhong Agricultural, Zhumadian Academy OF Agricultural Sciences · 2017
Es wird der Bakterienstamm Purpureocillium lilacinum pt362 vorgestellt, der eine hohe Pathogenität gegenüber Botrytis cinerea aufweist. Der Stamm zeichnet sich durch schnelle Kultivierung, hohe Sporenproduktion und gute Keimraten aus. Er dient als effizientes, ungiftiges biologisches Mittel zur Bekämpfung von Grauschimmel bei Tomaten.
Nachweise