- Die ausgewachsenen Larven erreichen eine Körperlänge von bis zu 0,32 cm.
- Nach 3 bis 7 Tagen lassen sich die Larven zu Boden fallen, um sich im Boden zu verpuppen.1
- Exemplare wurden am 19. Juni 2019 an Hieracium im norwegischen Drammen nachgewiesen.2
- Ein weiterer norwegischer Beleg stammt vom 21. August 2019 an Blüten von Senecio viscosus in Oslo.
- Funde aus Lillestrøm dokumentieren das Vorkommen an Turritis glabra in Verbindung mit Blattläusen im Juni 2020.2
Blattlaus-Gallmuecke Aphidoletes aphidimyza
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Zweiflügler (Diptera)
- Familie
- Cecidomyiidae
- Gattung
- Aphidoletes
- Art
- Aphidoletes aphidimyza
Wissenschaftlicher Name Aphidoletes aphidimyza Rondani, 1848
Überblick
Einleitung
Die Blattlaus-Gallmücke (Aphidoletes aphidimyza) ist eine fast kosmopolitisch verbreitete Gallmücke aus der Familie der Cecidomyiidae, deren Larven sich als Prädatoren von über 80 Blattlausarten ernähren.12 Aufgrund dieses Spektrums wird die Art kommerziell zur biologischen Schädlingsbekämpfung in Gewächshäusern eingesetzt.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Adulte Exemplare von Aphidoletes aphidimyza präsentieren sich als kleine, zarte Fliegen, die in ihrer Gestalt an Trauermücken erinnern. Die Körperlänge der adulten Tiere beträgt weniger als 3,2 mm. Die Grundfärbung des Körpers ist schwarz.1 Weibliche Individuen legen winzige Eier ab, die eine Länge von ca. 0,40 mm erreichen. Diese Eier zeichnen sich durch eine glänzende orange Färbung aus. Die Eiablage erfolgt einzeln oder in kleinen Gruppen direkt in Kolonien von Blattläusen. Nach dem Schlupf entwickeln sich daraus kleine, leuchtend orange und madenartig geformte Larven. Im Laufe ihrer Entwicklung erreichen die Larven eine maximale Länge von bis zu 0,32 cm. Für die Verpuppung lassen sich die Larven nach 3 bis 7 Tagen zu Boden fallen und graben sich 1,9 bis 3,8 cm tief in den Boden ein. Belastbare morphologische Detaildaten zu Kopfstrukturen wie Augen und Antennen, Thoraxskulpturen oder spezifischen Flügelmerkmalen fehlen in den vorliegenden Berichten. Ebenso liegen keine dokumentierten Daten zu Sexualdimorphismen, spezifischen Puppenmerkmalen oder genauen Unterscheidungsmerkmalen zu verwechselbaren Arten vor.1
Porträt
Beschreibung
Aphidoletes aphidimyza ist eine weltweit verbreitete Gallmücke, deren Larven sich als spezialisierte Prädatoren von über 80 Blattlausarten ernähren.1 Die Art ist in Europa weit verbreitet und wurde unter anderem in Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland nachgewiesen.2 Im natürlichen Lebensraum fällt die Art durch ihre enge Bindung an Blattlauskolonien auf, wo die Entwicklung der Prädatoren stattfindet. Die adulten Tiere sind kleine, zarte, schwarz gefärbte Fliegen, die optisch an Trauermücken erinnern und eine Körperlänge von weniger als 3,2 mm erreichen. Sie führen eine überwiegend nachtaktive Lebensweise und verbringen den Tag versteckt unter den Blättern, während sie sich von Honigtau ernähren. Die Lebensdauer der Imagines beträgt im Durchschnitt 10 Tage. Weibliche Aphidoletes aphidimyza legen 100 bis 250 winzige, glänzend orangefarbene Eier mit einer Größe von etwa 0,40 mm einzeln oder in kleinen Gruppen direkt in Blattlauskolonien ab. Aus diesen Eiern schlüpfen nach 2 bis 3 Tagen die Larven. Die kleinen, leuchtend orangefarbenen und schneckenförmigen Larven zeigen ein bemerkenswertes Jagdverhalten, bei dem sie ein Toxin in die Beingelenke von Blattläusen injizieren, um diese zu lähmen. Anschließend saugen sie den Körperinhalt der Beute durch ein in den Thorax gebissenes Loch aus. Eine einzelne Larve erreicht eine Länge von bis zu 0,32 cm und kann 4 bis 65 Blattläuse pro Tag erbeuten. Dabei sind die Larven in der Lage, auch deutlich größere Blattläuse als sie selbst zu überwältigen, und töten bei hoher Beutedichte oft mehr Individuen, als sie tatsächlich fressen. Nach einer Entwicklungszeit von 3 bis 7 Tagen lassen sich die Larven zu Boden fallen und graben sich 1,9 bis 3,8 cm in den Boden ein, um dort die Verpuppung zu durchlaufen. Für diese Entwicklung und Aktivität bevorzugen sie Temperaturen von 20 bis 27 °C sowie eine hohe relative Luftfeuchtigkeit. Aufgrund ihrer effizienten Raubgier wird Aphidoletes aphidimyza kommerziell gezüchtet und als Nützling in der biologischen Schädlingsbekämpfung im Gewächshaus eingesetzt. Die Auslieferung erfolgt in der Regel als Puppen in Behältern mit feuchten Substraten wie Vermiculit oder Torfmoos. Nach dem Einbringen in das Gewächshaus schlüpfen die Imagines, welche je nach Temperatur innerhalb von 3 bis 7 Tagen mit der Eiablage beginnen. Belastbare Daten zu artspezifischen Unterschieden zwischen den Geschlechtern über den Lebenszyklus hinaus liegen in den Primärquellen nicht vor.1
Systematik
Name & Einordnung
Die Blattlaus-Gallmücke ist wissenschaftlich als Aphidoletes aphidimyza Rondani, 1848 beschrieben.2 Der wissenschaftliche Artname verweist auf die Ernährungsweise der Larven, die sich von Blattläusen (Aphidoidea) ernähren. Im deutschen Sprachraum wird die Art überwiegend als Blattlaus-Gallmücke bezeichnet. Im englischen Sprachraum ist sie vor allem unter dem Trivialnamen aphid midge bekannt.1 Die Einordnung erfolgt in die Familie der Gallmücken (Cecidomyiidae) innerhalb der Zweiflügler (Diptera). Da in den vorliegenden Daten keine detaillierten Angaben zu historischen Synonymen, früheren Gattungswechseln oder genauen Etymologien der Gattung Aphidoletes überliefert sind, fehlen hierzu belastbare Belege.2
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Die Art Aphidoletes aphidimyza durchläuft einen komplexen Lebenszyklus, der stark von Umweltfaktoren wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflusst wird. Adultenweibchen legen insgesamt 100-250 winzige, glänzend orangefarbene Eier mit einer Größe von 0,40 mm einzeln oder in kleinen Gruppen direkt in Blattlauskolonien ab. Nach einer embryonalen Entwicklung von 2–3 Tagen schlüpfen die kleinen, leuchtend orangefarbenen Larven. Diese Larven ernähren sich räuberisch von über 80 verschiedenen Blattlausarten, wobei sie Beute erbeuten, die oft deutlich größer ist als sie selbst. Zur Nahrungsaufnahme injizieren die Larven ein Toxin in die Beine der Blattläuse, um diese zu paralysieren, bevor sie den Körperinhalt durch ein in den Thorax gebissenes Loch aussaugen. Eine einzelne Larve erreicht eine maximale Länge von 0,32 cm und tötet je nach Nahrungsangebot 4-65 Blattläuse pro Tag. Nach einer Entwicklungsdauer von 3–7 Tagen lassen sich die Larven zu Boden fallen und graben sich 1,9 bis 3,8 cm in den Boden ein, um dort die Verpuppung einzuleiten. Die Imagines schlüpfen nach der Puppenruhe und leben im Durchschnitt 10 Tage lang. Adulte Tiere verbergen sich tagsüber unter Blättern, sind nachtaktiv und ernähren sich in dieser Zeit von Blattlaus-Honigtau. Nach dem Schlupf der Adulten beginnt die erneute Eiablage nach 3–7 Tagen, stark abhängig von den herrschenden Temperaturen. Ihre optimale biologische Aktivität entfaltet die Art bei Temperaturen von 20–27 °C und hoher relativer Luftfeuchtigkeit. Belastbare Daten zu weiteren spezifischen Mortalitätsfaktoren, spezifischen Parasitoiden oder physiologischen Diapause-Mechanismen fehlen in der aktuellen Datenlage weitgehend.1
Lebensweise
Verhalten
Adulte Tiere von Aphidoletes aphidimyza zeigen ein stark nachtaktives Verhalten, während sie den Tag verbringen, indem sie sich unter Blättern verstecken. Die Imagines ernähren sich von Blattlaussekreten (Honigtau) und weisen eine durchschnittliche Lebensdauer von 10 Tagen auf. Weibliche Gallmücken legen 100 bis 250 winzige orangefarbene Eier einzeln oder in kleinen Gruppen direkt in Blattlauskolonien ab. Nach 3 bis 7 Tagen lassen sich die Larven zu Boden fallen und graben sich 1,9 bis 3,8 cm in den Boden ein, um die Verpuppung zu absolvieren. Im larvalen Stadium verhalten sich die Tiere als räuberische Antagonisten, die auf Blattläuse spezialisiert sind. Die Larven injizieren ein Toxin in die Beingelenke der Beute, um diese zu lähmen, und saugen anschließend den Körperinhalt über ein in den Thorax gebissenes Loch aus. Dabei bewältigen sie auch deutlich größere Beutetiere und töten bei hoher Populationsdichte der Beute oft mehr Individuen, als sie tatsächlich fressen. Eine einzelne Larve tötet täglich 4 bis 65 Blattläuse und erreicht eine Endlänge von bis zu 0,32 cm.1
Lebensweise
Ökologie
Aphidoletes aphidimyza nimmt als spezialisierter Prädator eine bedeutende Rolle in trophischen Netzwerken ein, indem sich die Larven von über 80 Blattlausarten ernähren. Die imaginalen Gallmücken erreichen eine Körperlänge von unter 3,2 mm und ernähren sich während ihrer durchschnittlich zehntägigen Lebensdauer von Honigtau. Tagsüber verbergen sich die adulten Tiere in der Vegetation unter Blättern, während sie in der Nacht aktiv sind. Weibliche Mücken legen 100 bis 250 Eier mit einer Größe von etwa 0,40 mm einzeln oder in kleinen Gruppen direkt in Blattlauskolonien ab. Nach dem Schlupf injizieren die hellorangen Larven ein Toxin in die Beingelenke der Blattläuse, um diese zu lähmen, und saugen den Körperinhalt anschließend durch ein Loch im Thorax aus. Eine einzelne Larve verbraucht dabei 4 bis 65 Blattläuse pro Tag und kann bei hoher Populationsdichte deutlich mehr Beute töten als sie tatsächlich frisst. Nach einer Entwicklungsdauer von 3 bis 7 Tagen lassen sich die Larven zu Boden fallen und verpuppen sich in einer Tiefe von 1,9 bis 3,8 cm im Erdreich. Die Art bevorzugt mikroklimatisch warme Bedingungen und hohe relative Luftfeuchtigkeit, wobei sie bei Temperaturen von 20 bis 27 °C die höchste Effektivität aufweist.1 Neben dem Vorkommen in Agrarökosystemen und Gewächshäusern wird die Art weltweit verbreitet nachgewiesen und ist in Europa unter anderem in Skandinavien belegt. Dort wurden adulte Exemplare beispielsweise auf Blütenpflanzen wie Senecio viscosus und Turritis glabra im direkten Umfeld von Blattlauskolonien sowie auf Süßgräsern wie Deschampsia cespitosa angetroffen.2
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Aphidoletes aphidimyza weist eine nahezu kosmopolitische Verbreitung auf und ist weltweit in verschiedenen Klimazonen anzutreffen. In Europa ist die Art flächendeckend verbreitet, was durch zahlreiche Nachweise in skandinavischen Ländern wie Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland belegt wird.2 Die Art besiedelt natürlicherweise vielfältige Habitate, in denen Wirtspflanzen und deren Blattlauskolonien vorkommen.1 Typische Fundorte im Freiland umfassen vegetationsreiche Bereiche mit krautigen Pflanzen wie Habichtskräutern (Hieracium), Greiskräutern (Senecio) oder Turmkraut (Turritis), an denen sich Blattläuse aufhalten. Zudem werden Habitate mit Grasnarben wie Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa) besiedelt.2 Die adulten Gallmücken verbergen sich tagsüber unter Blättern und sind nachts aktiv, wobei sie den Honigtau von Blattläusen als Nahrungsquelle nutzen. Im Rahmen der biologischen Schädlingsbekämpfung wird Aphidoletes aphidimyza weltweit gezielt in geschlossenen Anbausystemen und kommerziellen Gewächshäusern eingesetzt. Dabei erfolgt die Ausbringung meist als Puppen in feuchten Substraten wie Vermiculit oder Torfmoos.1 Belastbare Daten zur genauen Vertikalverbreitung in verschiedenen Höhenstufen fehlen.2 In Siedlungsbereichen tritt die Art primär im Zusammenhang mit gärtnerischen Kulturen oder Gewächshauskulturen auf.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Die Aktivität und Entwicklung von Aphidoletes aphidimyza ist stark an thermische Bedingungen gekoppelt, wobei die Art bei Temperaturen von 20-27 °C ihre maximale Effizienz entfaltet. Im Jahresverlauf treten adulte Tiere als zarte, kleine Mücken in Erscheinung, die eine durchschnittliche Lebensdauer von 10 Tagen aufweisen. Bezüglich ihrer Tagesrhythmik zeigen die Imagines ein verstecktes Verhalten, indem sie sich tagsüber unter Blättern verbergen und primär nachtaktiv sind. Die Eiablage erfolgt durch Weibchen, die jeweils 100-250 Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an Blattlauskolonien ablegen. Aus diesen schlüpfen nach 2-3 Tagen die Larven. Nach 3-7 Tagen lassen sich die Larven zu Boden fallen und graben sich 1,9-3,8 cm in den Boden ein, um die Puppenruhe zu absolvieren. Nach dem Schlupf der Adulten beginnt die Eiablage nach 3-7 Tagen, was je nach Temperatur eine rasche Generationsfolge ermöglicht.1
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Aphidoletes aphidimyza wird als bedeutender Nützling in der biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt, da sich die Larven von über 80 Blattlausarten ernähren. Die hellorangen, schneckenartigen Larven injizieren ein Toxin in die Gelenke der Blattläuse, um diese zu lähmen, und saugen anschließend den Körperinhalt aus. Unter optimalen Bedingungen bei 20–27 °C und hoher relativer Luftfeuchtigkeit arbeiten die Larven am effektivsten. Eine einzelne Larve verbraucht und tötet dabei 4-65 Blattläuse pro Tag. Bei hohen Blattlausdichten töten die Larven deutlich mehr Blattläuse, als sie tatsächlich fressen. Kommerziell werden die Gallmücken von Insektenzuchten für den Einsatz in kommerziellen Gewächshauskulturen gezüchtet. Die Lieferung erfolgt üblicherweise als Puppen in Behältern mit einem feuchten Substrat wie Vermiculit oder Torfmoos. Nach dem Ausbringen in den Bestand schlüpfen die adulten Tiere, welche nach einer temperaturabhängigen Dauer von 3–7 Tagen mit der Eiablage beginnen. Adulte Gallmücken ernähren sich im Gegensatz zu ihren Larven von Blattlaus-Honigtau und stellen selbst keine Schadorganismen dar. Präventive oder bekämpfende Maßnahmen gegen die Art selbst sind nicht erforderlich, da sie als nützlicher Antagonist von Schädlingen gilt. Belastbare Daten zu spezifischen physikalischen oder chemischen Bekämpfungsmaßnahmen fehlen, da die Art gezielt gefördert statt bekämpft wird.1
Praxiswissen
Wirtschaftliche Bedeutung
Aphidoletes aphidimyza besitzt als hochwirksamer Nützling eine bedeutende ökonomische Rolle im kommerziellen Gartenbau und Pflanzenschutz. Die Art wird kommerziell von Insektenzuchten gezüchtet und weltweit in Gewächshäusern zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Dabei dient sie der gezielten Regulation von über 80 verschiedenen Blattlausarten, einschließlich der grünen Pfirsichblattlaus. Kommerzielle Lieferungen erfolgen meist als Puppen in Substraten wie Vermiculit oder Torfmoos, die direkt in Gewächshäusern ausgebracht werden. Nach dem Schlupf beginnen die adulten Tiere nach 3 bis 7 Tagen mit der Eiablage, abhängig von der herrschenden Temperatur. Die räuberischen Larven zeichnen sich durch eine hohe Effizienz aus, indem sie Blattlauskolonien durch das Injizieren von Toxin paralysieren. Eine einzelne Larve tötet täglich 4 bis 65 Blattläuse und kann bei hohem Schädlingsdruck deutlich mehr Tiere vernichten, als sie tatsächlich verzehrt. Ihre optimale Wirksamkeit entfaltet die Art bei Temperaturen von 20 bis 27 °C und hoher relativer Luftfeuchtigkeit.1
Nachweise