Lexikon-Eintrag

Mausgrauer Schnellkäfer Agrypnus murinus

Mausgrauer Schnellkäfer (Agrypnus murinus), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Käfer (Coleoptera)
Familie
Elateridae
Gattung
Agrypnus

Überblick

Einleitung

Der Mausgraue Schnellkäfer (Agrypnus murinus) ist ein Käfer aus der Familie der Schnellkäfer (Elateridae). Wie alle Vertreter der Familie kann er sich aus der Rückenlage mit einem Schnappmechanismus in die Luft katapultieren. Sein Körper ist oval, dunkelbraun und mit dichten grauen und rötlich-braunen Härchen oder Schuppen besetzt, was ihm das mausgraue Aussehen verleiht 123.

Die Art lebt an Waldrändern, auf Lichtungen und Feldern. Ihre Larven leben im Boden und ernähren sich nach der deutschen Quelle räuberisch; die englischsprachige Quelle nennt zusätzlich Wurzeln 12.

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Wissenschaftlicher Name: Agrypnus murinus (Linnaeus, 1758)
  • Familie: Schnellkäfer (Elateridae), Unterfamilie Agrypninae
  • Körperlänge: etwa 13 bis 17 mm
  • Färbung: schwärzlich-braun mit grauen und rötlich-braunen Schuppen
  • Larven: im Boden, nach den Quellen räuberisch (en. zusätzlich Wurzeln)
  • Aktivität der Käfer: ab spätem Frühjahr, etwa Ende April bis Juni
  • Verbreitung: Paläarktis, Nordamerika
  • Besonderheit: Schnappmechanismus zum Hochspringen

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der Käfer ist etwa 13 bis 17 mm lang; die englische Quelle nennt 10 bis 17 mm 12. Der Körper ist oval und schwärzlich-braun, bedeckt mit dichten weißen und rötlich-braunen Schuppen. Das erste Fühlerglied ist schwarz, Fühler, Taster, Fußglieder und Knie sind rostbraun, die übrigen Beine dunkelbraun 1. Der Halsschild ist breiter als lang, dicht punktiert und trägt in der hinteren Hälfte zwei glatte Höcker. Die Flügeldecken zeigen feine Punktreihen und sind in der Mitte am breitesten 1.

Schnellkäfer besitzen einen Fortsatz am Vorderbrustbein (Prosternum), der in eine Grube der Mittelbrust einschnappt. Wird dieser Fortsatz plötzlich bewegt, löst sich gespeicherte Muskelenergie, und der Käfer springt hoch. Der Sprung wird meist aus der Rückenlage ausgelöst und dient vor allem der Flucht vor Fressfeinden 3. Die Larven sind nach englischsprachigen Angaben dunkelbraun und leben im Boden 2.

Systematik

Namen & Einordnung (kurz)

Der wissenschaftliche Name lautet Agrypnus murinus (Linnaeus, 1758) 14. Im Deutschen wird die Art auch Mausgrauer Sandschnellkäfer genannt 1. Sie ist der einzige Vertreter ihrer Gattung in Mitteleuropa 1 und gehört innerhalb der Schnellkäfer zur Unterfamilie Agrypninae 2. Im Englischen heißt sie „mottled dingy-brown click beetle“ 2.

Die Familie der Schnellkäfer umfasst weltweit knapp 10.000 Arten in über 400 Gattungen 3.

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die Larven sind nach der deutschen Quelle Räuber und ernähren sich von Insektenlarven und kleinen Würmern 1; die englischsprachige Quelle nennt zusätzlich Wurzeln 2. Sie leben im Boden. Larven der Unterfamilie Agrypninae gehören nach der Familienübersicht zu einem Larventyp mit abgeflachtem Körper und sichelförmigen Mandibeln, der aktiv in Erde, unter Rinde und in Totholz gräbt 3. Sie unterscheiden sich damit von den zylindrischen „Drahtwürmern“ der Unterfamilie Elaterinae, die nur vorhandene Hohlräume nutzen 3.

Die Entwicklungsdauer der Schnellkäfer liegt für die Familie allgemein bei ein bis zwei Jahren, unter ungünstigen Bedingungen bei fünf bis acht Jahren 3. Für Agrypnus murinus selbst nennen die Quellen keine eigenen Zahlen. Erwachsene Schnellkäfer überwintern in gemäßigten Gebieten in der Puppenkammer und erscheinen im Frühjahr 3.

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Der Mausgraue Schnellkäfer ist in der Paläarktis und in Nordamerika verbreitet. In Europa reicht sein Areal bis in den Süden Fennoskandiens und auf die Britischen Inseln 12. Er lebt unter Steinen oder auf niedriger Vegetation an Waldrändern, auf Lichtungen und auf Feldern, vom Tiefland bis in Berglagen. In Baden-Württemberg kommt er auch in Binnendünen vor 1. Englischsprachige Quellen nennen offene Flächen, Bergregionen, niedrige Wälder und Grasland 2.

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Trier

    18.03.2026

  • Deutschland

    13.11.2025

  • Deutschland

    16.08.2025

  • Leipzig, Saxony, Deutschland

    11.08.2025

  • Deutschland

    08.08.2025

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
7
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 27.07.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die erwachsenen Käfer fliegen nach der deutschen Quelle ab dem späten Frühjahr 1. Die englischsprachige Quelle nennt als Hauptzeit Ende April bis Juni 2. Erwachsene Schnellkäfer leben im Durchschnitt ein bis zwei Monate und werden in der Vegetation sowie nachts an Lichtquellen gefunden 3.

In der OpenInsect-Community wurden bisher 7 Scans dieser Art erfasst, der letzte am 27.07.2026.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Der Mausgraue Schnellkäfer ist in den genutzten Quellen nur beiläufig als Schädling erwähnt: Die englischsprachige Quelle führt ihn als gelegentlich an Kulturpflanzen schädlich 2. Die deutsche Quelle beschreibt die Larven überwiegend als räuberisch und nennt keine Schäden 1. Als wirtschaftlich relevante Schädlinge an Getreide und Futterpflanzen nennt die Literatur Drahtwürmer vor allem aus Gattungen wie Agriotes, Athous oder Melanotus 3.

Das Klicken und Springen dient nach der Familienübersicht vor allem der Flucht vor Fressfeinden 3. Wird ein Tier auf dem Rücken gefunden, kann es sich selbst wieder aufrichten.

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. Wikipedia: Mausgrauer Schnellkäfer. de.wikipedia.org/wiki/Mausgrauer_Schnellk%C3%A4fer (abgerufen 30.10.2026)
  2. Wikipedia: Agrypnus murinus. en.wikipedia.org/wiki/Agrypnus_murinus (abgerufen 30.10.2026)
  3. Wikipedia: Schnellkäfer. de.wikipedia.org/wiki/Schnellk%C3%A4fer (abgerufen 30.10.2026)
  4. GBIF Backbone Taxonomy: Agrypnus murinus (Linnaeus, 1758). gbif.org/species/4428942