- Die Spinnwarzen von Agelena labyrinthica sind besonders lang und auffällig ausgebildet.
- Bei älteren Exemplaren nutzen sich die Haare des Hinterleibs zunehmend ab, wodurch diese Tiere optisch brauner wirken als Jungtiere.
- Die Beine der Labyrinthspinne entsprechen in ihrer Grundfärbung dem Hinterleib und weisen keine spezifische Musterung auf.
- Bei akuten Störungen zieht sich die Spinne in ihren Schlupfwinkel zurück und kann im Notfall durch den nach hinten offenen Trichter die Flucht ergreifen.
- Während der Paarung verharrt das paarungsbereite Weibchen am Trichtereingang, woraufhin das Männchen es ergreift und die Pedipalpen in die Epigyne einführt.
- Nach der eigentlichen Kopulation erwacht das Weibchen aus seiner Starre und das Männchen versucht zu flüchten, wird dabei jedoch häufig vom Weibchen erbeutet und gefressen.3
Labyrinthspinne Agelena labyrinthica
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Spinnentiere (Arachnida)
- Ordnung
- Webspinnen (Araneae)
- Familie
- Agelenidae
- Gattung
- Agelena
Überblick
Einleitung
Die Labyrinthspinne (Agelena labyrinthica), auch Gemeine Labyrinthspinne oder Große Labyrinthspinne genannt, ist eine Spinnenart aus der Familie der Trichterspinnen (Agelenidae) und wurde zur Spinne des Jahres 2011 gewählt. Sie ist in der gesamten Paläarktis verbreitet und besiedelt bevorzugt trockene Offenlebensräume mit niedriger Vegetation. Charakteristisch ist ihr großes, dicht gewebtes Trichternetz mit einem runden Schlupfwinkel. Die Art ähnelt der deutlich kleineren und selteneren Allagelena gracilens.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Labyrinthspinne Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Labyrinthspinne (Agelena labyrinthica) ist eine auffällige Vertreterin der Trichterspinnen und weist einen moderaten Geschlechtsdimorphismus hinsichtlich der Körpergröße auf. Weibliche Exemplare erreichen eine Körperlänge von bis zu 14 Millimetern, während Männchen maximal 12 Millimeter groß werden. Der Vorderkörper, das Prosoma, ist gelbbraun bis rotbraun gefärbt und trägt zwei breite Längsstreifen, die durch eine graue Mittel- und Randbehaarung entstehen. Der Hinterleib (Opisthosoma) zeigt eine graubraune Grundfärbung mit einer charakteristischen Zeichnung aus leicht schräg nach hinten gerichteten Streifen, die durch eine graue Behaarung gebildet wird. Bei älteren Tieren nutzt sich diese Behaarung ab, weshalb sie im Vergleich zu Jungtieren deutlich brauner erscheinen. Die Beine entsprechen in ihrer Färbung dem Opisthosoma und weisen keine spezielle Musterung auf. Ein diagnostisches Hauptmerkmal der Art sind die besonders lang und auffällig ausgebildeten Spinnwarzen. Ähnliche Arten wie Allagelena gracilens ähneln der Labyrinthspinne stark, bleiben jedoch deutlich kleiner, treten später im Jahr auf und errichten ihre kleineren Trichternetze bevorzugt in höherer Vegetation. Belastbare Daten zu Eigrößen, Larvalstadien oder spezifischen Jugendstadien jenseits der Überwinterung im Kokon fehlen in der aktuellen Literaturlage.1
Porträt
Beschreibung
Die Labyrinthspinne (Agelena labyrinthica) ist eine in der gesamten Paläarktis verbreitete Art der Trichterspinnen und wurde im Jahr 2011 zur Spinne des Jahres gewählt. Als typischer Bewohner offener, trockenes Habitate besiedelt die Art bevorzugt strukturreiche Offenlandschaften wie Trockenrasen, Heidegebiete, Ödland sowie sonnige Wegränder und Gebüsche. Im natürlichen Lebensraum fällt die Art primär durch ihre bodennahen, flächigen Trichternetze auf, die Durchmesser von bis zu 50 cm erreichen können. Die eurasisch verbreitete Art zeigt eine trans-palaearktische Arealstruktur und besiedelt geeignete Habitate von der Iberischen Halbinsel bis nach Japan. Morphologisch zeichnet sich Agelena labyrinthica durch auffällig lange Spinnwarzen aus, die funktionell mit dem charakteristischen, dichten Netzbau im Versteck korreliert sind. Das Erscheinungsbild wandelt sich im Laufe des Lebenszyklus durch Abnutzung der Behaarung, wodurch ältere Individuen im Vergleich zu Jungtieren eine deutlich braunere Färbung des Hinterleibs zeigen. Hinsichtlich der Geschlechterdimorphismen erreichen Weibchen eine Körperlänge von bis zu 14 mm, während Männchen mit maximal 12 mm etwas kleiner bleiben. Ökologisch agieren sowohl die adulten Tiere als auch die heranwachsenden Stadien als polyphage Carnivoren, die univoltin im Jahresverlauf eine Generation ausbilden. Die Überwinterung erfolgt als Ei oder Jungspinne geschützt innerhalb des umgebauten Netzkokons in der Vegetation, bevor die Jungen im nächsten Frühjahr das Nest verlassen. Im Rahmen der Fortpflanzung im Hochsommer betritt das Männchen das Netz des Weibchens, wobei nach erfolgreicher Kopulation ein Kannibalismusrisiko durch das erwachende Weibchen besteht. Als nahe Verwandte im gleichen Lebensraum tritt Allagelena gracilens auf, die sich jedoch durch eine geringere Körpergröße, seltenere Funde und eine bevorzugte Nutzung höherer Vegetation abgrenzt. Belastbare morphologische Details zur mikroskopischen Differenzierung einzelner larvaler Instars fehlen in der aktuellen Literaturlage weitgehend, weshalb eine Artbestimmung primär an adulten Tieren erfolgt.1
Systematik
Name & Einordnung
Die Labyrinthspinne (Agelena labyrinthica) gehört innerhalb der Ordnung der Webspinnen (Araneae) zur Familie der Trichterspinnen (Agelenidae) und wird in die Gattung der Labyrinthspinnen (Agelena) eingeordnet. Im deutschen Sprachraum ist die Art neben dem Hauptnamen Labyrinthspinne auch als Gemeine Labyrinthspinne oder Große Labyrinthspinne geläufig.1 International existieren verschiedene Trivialnamen, wobei die Art im englischen Sprachraum als Labyrinth spider bezeichnet wird. Früher wurde die nahe verwandte Art Allagelena gracilens ebenfalls zur Gattung Agelena gestellt und lief unter der alten Kombination Agelena gracilens.1 Belastbare historische Daten zur genauen Erstbeschreibung sowie zur Etymologie des Artnamens liegen in den Standardquellen nicht vor. Die Art wurde im Jahr 2011 in Deutschland zur Spinne des Jahres gewählt.1 Weitere spezifische Synonyme oder frühere taxonomische Kombinationen für Agelena labyrinthica selbst sind in der aktuellen Datenlage nicht dokumentiert.
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Die Biologie und der Lebenszyklus von Agelena labyrinthica sind an eine univoltine, einjährige Entwicklung in der westlichen bis östlichen Paläarktis angepasst.12 Die Paarung der Labyrinthspinnen findet im Hochsommer statt, wobei das Männchen das Netz des Weibchens betritt und bei Paarungsbereitschaft seine Pedipalpen in die Epigyne einführt. Nach der Kopulation flüchtet das Männchen, wird jedoch häufig vom Weibchen erbeutet und verzehrt. Im Spätsommer konstruiert das Weibchen einen festen Kokon aus Spinnenseide in der Vegetation, in dem die Eiablage und anschließende Überwinterung erfolgen.1 Die Art überwintert primär als Ei oder Jungspinne im geschützten Kokon, wobei auch Larvalstadien im Überwinterungssyklus eine Rolle spielen.12 Im darauffolgenden Frühjahr verlassen die Jungspinnen das Nest. Belastbare physiologische Daten zu exakten Entwicklungsdauern bei bestimmten Temperaturen oder spezifischen Larvenstadien fehlen in der Literatur weitgehend.1 Sowohl die juvenilen Stadien als auch die adulten Spinnen ernähren sich als polyphage Carnivoren von Insekten, die über das bis zu 50 Zentimeter breite Trichternetz laufen.12 Beutetiere werden durch Erschütterungen wahrgenommen, fixiert, mittels Giftbiss gelähmt und im zentralen Schlupfwinkel verzehrt. Über spezifische Mortalitätsfaktoren, Parasitoide oder Symbiosen liegen in den verfügbaren Primärdaten keine quantifizierten Angaben vor.1
Lebensweise
Verhalten
Agelena labyrinthica errichtet ein dicht gewebtes Trichternetz mit einem Schlupfwinkel in der Nähe der Netzmitte, das einen Durchmesser von bis zu 50 cm erreichen kann. Die Spinne lauert meist in oder vor diesem Schlupfwinkel auf Beuteinsekten, die über das Netz laufen oder darauf fallen. Beutetiere werden anhand von Netz-Erschütterungen wahrgenommen, woraufhin die Spinne schnell auf dem Netz zur Beute läuft. Erreicht sie das Insekt, fesselt sie es mit Spinnenseide und immobilisiert es anschließend durch einen Giftbiss. Die gelähmte Beute wird daraufhin in den Schlupfwinkel transportiert und dort verzehrt. Bei Störungen zieht sich Agelena labyrinthica in den Schlupfwinkel zurück und kann im Notfall durch den nach hinten offenen Trichter flüchten. Die Paarung findet im Hochsommer statt, wobei das Männchen das Netz des Weibchens betritt. Ist das Weibchen paarungsbereit, verharrt es am Trichtereingang, woraufhin das Männchen es ergreift und die Pedipalpen in die Epigyne einführt. Nach der Paarung erwacht das Weibchen aus seiner Starre, und das Männchen flüchtet aus dem Netz, wird dabei jedoch nicht selten vom Weibchen eingeholt und als Beute gefangen und verzehrt. Im Spätsommer baut das Weibchen sein Netz zu einem Kokon um, der mit fester Spinnenseide in der Vegetation befestigt wird.1
Lebensweise
Ökologie
Die Labyrinthspinne (Agelena labyrinthica) besiedelt als euryöke Art bevorzugt trockenere Offenhabitate mit niedriger Vegetation wie Trockenrasen, Heideflächen, Ödland, Wegränder und Gebüschstrukturen.1 Darüber hinaus wird sie in geeigneten Regionen in ruderalen Bereichen sowie in lichten Wäldern und im Kulturland angetroffen.12 Als carnivore Art ernährt sich die Spinne polyphag von Beuteinsekten, die sie über ein am Boden oder in geringer Vegetation angelegtes Trichternetz erbeutet. Dieses dichte Netz kann einen Durchmesser von bis zu 50 Zentimetern erreichen und dient sowohl als Fangorgan als auch als Aufenthaltsort im zentralen Schlupfwinkel. Erschütterungen des Netzes durch laufende oder herabfallende Insekten lösen den Beutefang aus, bei dem die Beute fixiert, durch einen Giftbiss gelähmt und im Schlupfwinkel verzehrt wird. Intra- und interspezifische Interaktionen zeigen sich unter anderem bei der Fortpflanzung, bei der das Männchen nach der Paarung im Netz des Weibchens bisweilen als Beute erbeutet und gefressen wird. Die Überwinterung erfolgt als Ei oder Jungspinne in einem festen Kokon, der im Spätsommer in der Vegetation verankert wird und im nächsten Frühjahr verlassen wird.1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Die Labyrinthspinne (Agelena labyrinthica) ist in der gesamten Paläarktis beheimatet und erstreckt sich in ihrer Verbreitung von der Iberischen Halbinsel bis nach Japan. Sie weist ein eurasisches beziehungsweise trans-paläarktisches Areal auf. In geeigneten Lebensräumen ist die Art flächendeckend anzutreffen und gilt in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet als häufig. Das natürliche Vorkommen umfasst zahlreiche Länder Europas, Russlands sowie Zentralasiens und Ostasiens bis nach China und Korea. Auch in Vorderasien, darunter im Iran und der Türkei, ist die Art nachgewiesen. In Mitteleuropa und im DACH-Raum besiedelt sie bevorzugt trockenere Offenlandbiotope im Freien. Typische Habitate umfassen Trockenrasen, Heidegebiete, Ödländer, Wegränder sowie lichte Gebüsche. Darüber hinaus belegt die Datenlage ein Vorkommen in Wäldern, im Grasland sowie in urbanen beziehungsweise ruderalen Bereichen. Die Netze werden direkt am Boden oder in geringer Höhe in niedriger Vegetation angelegt. In gebirgigen Regionen reicht die Vertikalverbreitung bis in Höhenlagen von 1400 m. Belastbare Daten zu spezifischen Wirtspflanzen fehlen, da die Art strukturelle Vegetationsmerkmale zur Netzbefestigung nutzt.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Die Aktivitätsdynamik von Agelena labyrinthica ist an einen univolinen Jahreszyklus gebunden, der sich über die warmen Monate erstreckt. Die Paarung der Art findet im Hochsommer statt, wodurch adulte Tiere primär in dieser Periode anzutreffen sind. Im weiteren Verlauf des Spätsommers baut das Weibchen sein Netz zu einem protektiven Kokon um, welcher in der Vegetation befestigt wird. Die Überwinterung erfolgt als Ei oder in Form von Larvenstadien innerhalb dieses Kokons. Nach Abschluss der Winterruhe verlassen die Nachkommen im darauffolgenden Frühjahr das Nest.1 Das öffentliche Suchinteresse verzeichnet in diesem Zusammenhang deutliche Peaks im April, was mit dem Erscheinen der Jungtiere und dem Beginn der saisonalen Aktivitätsphase korreliert. Ergänzende aggregierte Suchanfragen zeigen hierbei eine Konzentration der Aufmerksamkeit im Frühlingsmonat April.2
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Die Labyrinthspinne (Agelena labyrinthica) gilt als Nützling in Freiflächen, da sie als polyphager Carnivor zur Regulation von Insektenpopulationen beiträgt. Ein Schadpotenzial im Sinne eines Material- oder Vorratsschädling existiert nicht, weshalb sie weder als Schädling noch als medizinisch relevante Gefährdung für den Menschen einzustufen ist. Da die Art bevorzugt in trockeneren Freilandbiotopen wie Trockenrasen, Heiden und Gebüschen lebt und Netze bodennah anlegt, tritt sie in Innenräumen in der Regel nicht als Lästling auf. Spezifische Schadbilder, bauliche Präventionsmaßnahmen oder chemische Bekämpfungsstrategien sind für Agelena labyrinthica mangels wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Relevanz nicht dokumentiert. Belastbare Daten zu Monitoring-Methoden oder integrierten Bekämpfungsverfahren für diese Art fehlen in der fachlichen Literatur. Ebenso existieren keine gesetzlichen Regelungen, Quarantänebestimmungen oder Meldepflichten im Zusammenhang mit der Labyrinthspinne.1
Praxiswissen
Wirtschaftliche Bedeutung
Belastbare Daten zur wirtschaftlichen Bedeutung von Agelena labyrinthica als Schädling oder Nützling fehlen in der aktuellen Fachliteratur. Die Art ist weder als Forst- oder Vorratsschädling von Relevanz, noch existieren Belege für nennenswerte Schadwirkungen in der Landwirtschaft. Positive ökonomische Effekte, etwa durch eine gezielte Regulation von Insektenpopulationen im Agrarbereich, sind ebenfalls nicht dokumentiert. Entsprechende wirtschaftliche Kennzahlen, Bekämpfungskosten oder Berichte über Ertragsausfälle liegen für diese Art nicht vor.
Nachweise
Quellen & Referenzen
- de.wikipedia.org/wiki/Labyrinthspinne
- gbif.org/species/2139576
- Literaturzusammenfassung: Agelena labyrinthica