Die Frage „Kann Wasser schimmeln?“ begegnet uns im Alltag häufiger, als man denkt – sei es beim Anblick einer vergessenen Wasserflasche im Auto, grünlichen Ablagerungen im Wassertank der Kaffeemaschine oder einem muffigen Geruch aus dem Luftbefeuchter. Während die meisten Menschen Schimmel mit Brot, Käse oder feuchten Wänden assoziieren, scheint die Vorstellung von schimmelndem Wasser paradox. Schließlich ist Wasser die Grundlage allen Lebens, aber kann eine klare Flüssigkeit tatsächlich zum Nährboden für Pilzkulturen werden? In diesem umfassenden Leitfaden räumen wir mit Mythen auf und präsentieren die wissenschaftlichen Fakten zur mikrobiellen Belastung von Wasserquellen in Innenräumen.
Ratgeber und Produkte zum Thema: Schimmel beseitigen sowie Schimmel: Mittel im Überblick.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Reines Wasser schimmelt nicht: Schimmelpilze benötigen organische Nährstoffe (Kohlenstoff), die in chemisch reinem H2O nicht vorhanden sind [1].
- Verunreinigungen sind der Schlüssel: Staub, Hautschuppen oder Speichelreste liefern die notwendige Nahrung für Pilzsporen im Wasser [3].
- Biofilme vs. Schimmel: Was oft wie Schimmel aussieht, sind häufig Bakterienkolonien oder Algen, die jedoch oft gemeinsam mit Pilzen auftreten [1].
- Gefahrenquelle Haustechnik: Luftbefeuchter und Klimaanlagen können bei mangelnder Wartung zu „Sporenschleudern“ werden [6].
- Prävention: Regelmäßige Reinigung und das Vermeiden von stehendem Wasser sind die effektivsten Schutzmaßnahmen.

Die biologische Wahrheit: Warum reines H2O kein Nährboden für Pilze ist
Um zu verstehen, ob Wasser schimmeln kann, muss man die grundlegenden Wachstumsvoraussetzungen von Schimmelpilzen betrachten. Laut dem Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg benötigen Schimmelpilze drei wesentliche Faktoren zum Überleben: Feuchtigkeit, eine geeignete Temperatur und – entscheidend – Nährstoffe [3].
Chemisch reines Wasser besteht ausschließlich aus Wasserstoff und Sauerstoff. Es enthält keine organischen Verbindungen wie Kohlenhydrate, Proteine oder Fette. Da Schimmelpilze heterotrophe Organismen sind, können sie ihre Energie nicht wie Pflanzen aus Licht gewinnen, sondern müssen organische Materie abbauen [1]. In einem absolut sauberen Glas mit destilliertem Wasser wird daher niemals Schimmel wachsen, selbst wenn Sporen hineingelangen. Das Problem in der Realität ist jedoch, dass Wasser in unserem Alltag fast nie „rein“ bleibt.
Die Rolle der „Anflugnahrung“
Sobald ein Wasserbehälter geöffnet wird, gelangen Partikel aus der Luft hinein. Staub, Pollen und mikroskopisch kleine organische Fragmente setzen sich auf der Wasseroberfläche ab. Diese geringen Mengen reichen oft schon aus, um den Keimungsprozess einer Spore einzuleiten [3]. Besonders kritisch ist Wasser, das mit Lebensmitteln oder Körperflüssigkeiten in Kontakt kommt. Eine Wasserflasche, aus der direkt getrunken wurde, enthält Speichelreste und Mundbakterien – ein Festmahl für Mikroorganismen.
Unsere Videos zum Thema Schimmel
Biofilme und Algen: Die häufigsten Verwechslungen
Was wir im Alltag als „Schimmel im Wasser“ bezeichnen, ist biologisch gesehen oft eine komplexe Lebensgemeinschaft aus verschiedenen Mikroorganismen. In feuchten Milieus bilden Bakterien häufig sogenannte Biofilme. Dies sind schleimige Schichten, die Oberflächen (wie die Innenseite eines Wassertanks) überziehen und die Mikroorganismen vor äußeren Einflüssen schützen [1].
Ein Exkurs in die Bakteriologie zeigt, dass bei Feuchtigkeitsproblemen neben Schimmelpilzen fast immer auch Bakterien auftreten [3]. Diese können muffige Gerüche verursachen, die fälschlicherweise dem Schimmel zugeschrieben werden. Insbesondere Aktinobakterien (früher als Strahlenpilze bekannt) sind für den typischen „erdigen“ oder „muffigen“ Geruch verantwortlich, den man oft in der Nähe von stehendem Wasser wahrnimmt [1].

Die Rolle der Wasseraktivität (aw-Wert) bei flüssigem Wasser
Schädlingsberater
Schimmel-Befall? In 60 Sekunden zur passenden Strategie.
Ein paar Klick-Fragen zu deinem Befall – du bekommst eine Einschätzung, die passenden Mittel in der richtigen Menge und einen Zeitplan.
- Befall einschätzen
- Mengen passend berechnet
- Ablauf Woche für Woche
- 30 Tage Rückgaberecht
- Schneller Versand 1-2 Werktage
- 4,4 von 5 · 1.600+ Bewertungen
- Bezahle in 30 Tagen
365 Tage Bestpreisgarantie – Du findest unser Produkt innerhalb von 365 Tagen nach deiner Bestellung irgendwo günstiger? Melde dich bei uns – wir prüfen den Preis und finden eine faire Lösung für dich.
Das Silberkraft Preisversprechen ist ein freiwilliger Service. Deine gesetzlichen Rechte (Widerrufsrecht, Gewährleistung) bleiben unberührt.
In der Bauphysik und Mykologie wird oft der Begriff der Wasseraktivität (aw-Wert) verwendet, um die Verfügbarkeit von Wasser für Mikroorganismen zu beschreiben [5]. Ein aw-Wert von 1,0 entspricht reinem, flüssigem Wasser. Die meisten Schimmelpilze benötigen einen aw-Wert von mindestens 0,80 bis 0,85, um zu wachsen [3].
Interessanterweise bevorzugen viele Schimmelpilze jedoch keine komplett überfluteten Bedingungen. Im stehenden Wasser (aw = 1,0) haben Bakterien oft einen kompetitiven Vorteil und verdrängen Pilze [1]. Echter Schimmelpilzbefall findet daher meist an der Grenzfläche zwischen Wasser und Luft statt – also am Rand des Wasserspiegels oder auf schwimmenden Partikeln. Hier findet der Pilz sowohl die notwendige Feuchtigkeit als auch den für sein Wachstum benötigten Sauerstoff.

Unterhalb von etwa 70 % relativer Feuchte an der Oberfläche (aw 0,7) wachsen Schimmelpilze laut Umweltbundesamt auch unter sonst optimalen Bedingungen nicht[2]. Besonders anspruchslose, sogenannte xerophile Pilze (wie Aspergillus restrictus oder Wallemia sebi) kommen bereits mit aw-Werten um 0,69–0,75 aus, während hydrophile Pilze (wie Stachybotrys chartarum oder Fusarium) Werte nahe der Sättigung, also aw > 0,90 bis 0,95, bevorzugen[2][7].
Gefahrenquelle Luftbefeuchter und Klimaanlagen: Wenn Wasser zur Sporenschleuder wird
Ein besonders kritisches Thema im Bereich der Innenraumhygiene ist die Belastung von wasserführenden Systemen in der Haustechnik. Laut Robert Koch-Institut (RKI) können kontaminierte Luftbefeuchter oder Klimaanlagen Bioaerosole freisetzen [6]. Bioaerosole sind winzige, in der Luft schwebende Partikel biologischen Ursprungs, die Sporen, Bakterien oder deren Stoffwechselprodukte enthalten können.
Das Risiko der „Befeuchterlunge“
Wenn Wasser in Befeuchtern längere Zeit steht, können sich darin Mikroorganismen massenhaft vermehren. Bei Betrieb des Geräts werden diese Keime in die Atemluft vernebelt. Dies kann zur sogenannten exogen-allergischen Alveolitis (EAA) führen, im Volksmund auch Befeuchterlunge genannt [6]. Symptome wie Fieber, Husten und Atemnot treten oft erst Stunden nach der Exposition auf und werden daher häufig nicht sofort mit dem Gerät in Verbindung gebracht.
Wichtiger Tipp zur Wartung
Verwenden Sie für Luftbefeuchter nach Möglichkeit täglich frisches Wasser und reinigen Sie den Tank mindestens einmal pro Woche gründlich. Für raumlufttechnische Anlagen gibt die VDI-Richtlinie 6022 strenge Hygieneanforderungen vor, um die Bildung von Biofilmen und Pilzkulturen zu verhindern [3].
Luftbefeuchter, Zimmerspringbrunnen oder Verdunstungsschalen an Heizkörpern bieten durch stehendes Wasser und oft warme Temperaturen (Heizperiode) den perfekten Brutkasten. Untersuchungen des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg zeigen, dass Befeuchterwasser oft mit Bakterien (z.B. Pseudomonas), aber auch mit Schimmelpilzen und Hefen belastet ist[3].
In solchen Anlagen finden sich oft Pilze wie Fusarium, Acremonium oder Phialophora, die an sehr feuchte Umgebungen angepasst sind[3].
Werden verkeimte Luftbefeuchter betrieben, können Aerosole entstehen, die Bakterienendotoxine und Schimmelpilzsporen enthalten. Dies kann grippeähnliche Symptome (Fieber, Schüttelfrost, Atemnot) auslösen, die oft erst Stunden nach der Exposition auftreten. Langfristig drohen chronische Lungenschäden[3].
Schimmel im Wassertank: Kaffeemaschinen und Trinkwassersysteme
Ein oft übersehener Ort für Schimmelwachstum ist der Wassertank von Kaffeemaschinen oder Wasserspendern. Obwohl das Wasser dort meist klar aussieht, bieten die Kunststoffwände oft genug Anhaftungspunkte für Biofilme. Wenn dann noch Wärme (durch die Nähe zum Heizelement) hinzukommt, beschleunigt sich das mikrobielle Wachstum rasant [5].
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Schimmelpilze wie Aspergillus oder Penicillium in solchen Systemen überleben können, wenn sie durch organische Rückstände (z.B. Kaffeestaub in der Luft) genährt werden [6]. Ein besonderes Risiko stellen auch flexible Schläuche dar, in denen das Wasser stagniert. Hier können sich Bakterien und Pilze festsetzen und bei jedem Pumpvorgang in das Getränk gelangen.
Wiederverwendbare Trinkflaschen, insbesondere solche mit komplexen Trinkverschlüssen oder Strohhalmen, sind anfällig. In den Gewinden und Dichtungen sammelt sich Feuchtigkeit, die nur schwer abtrocknet. Kombiniert mit Speichelresten entsteht hier schnell ein schwarzer Biofilm. Dahinter können verschiedene dunkel gefärbte Pilze stecken, etwa Cladosporium, Aspergillus niger (umgangssprachlich „Schwarzer Gießkannenschimmel“) oder schwarze Hefen; welche es sind, lässt sich nur im Labor bestimmen. Sie können auch Dichtungen besiedeln.
Pilze der Gattung Exophiala (Schwarze Hefen) fühlen sich in diesem Milieu besonders wohl und sind extrem hitzeresistent, was ihre Bekämpfung erschwert.
Essig ist ein beliebtes Hausmittel, aber bei Schimmel nicht immer die beste Wahl. Auf kalkhaltigen Untergründen (wie Wänden) neutralisiert der Kalk die Säure, und der Essig liefert organische Nährstoffe für den Pilz nach. In Wassertanks aus Kunststoff oder Keramik kann Essig zur Entkalkung helfen, zur Desinfektion ist jedoch 70-80%iger Alkohol (Ethanol) oder Wasserstoffperoxid besser geeignet, da sie keine Nährstoffe zurücklassen (danach gründlich mit klarem Wasser nachspülen)[1].
Es gibt keinen allgemeingültigen Grenzwert, ab dem Schimmel krank macht, da jeder Mensch unterschiedlich reagiert. Allergiker und Asthmatiker reagieren schon auf geringe Konzentrationen. Grundsätzlich gilt das Minimierungsgebot: Sichtbarer Schimmelbefall im Innenraum ist ein hygienisches Problem und sollte aus Vorsorgegründen beseitigt werden[3].
3. Kondenswasser an Fenstern und Wänden
Hier schimmelt zwar nicht das Wasser selbst, aber das Wasser ist der Auslöser. Kondenswasser (Tauwasser) entsteht, wenn warme, feuchte Raumluft auf kalte Oberflächen trifft und abkühlt. Sobald die relative Luftfeuchte an der Bauteiloberfläche 80 % übersteigt (aw > 0,8), sind die Wachstumsbedingungen für viele innenraumrelevante Schimmelpilze erreicht[2]. Dies geschieht oft lange bevor sichtbare Wassertropfen entstehen. Typische Pilze in diesen Bereichen sind Cladosporium sphaerospermum oder bei sehr nassen Bedingungen Stachybotrys chartarum[3].
Gesundheitliche Risiken durch "Wasser-Schimmel"
Der Kontakt mit verschimmeltem Wasser oder dessen Aerosolen ist nicht harmlos. Die Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA 460) stufen Schimmelpilze in Risikogruppen ein. Viele der im häuslichen Feuchtbereich vorkommenden Pilze gehören zur Risikogruppe 1 (unwahrscheinlich, Krankheiten zu verursachen), aber es gibt wichtige Ausnahmen[7].
Infektionsgefahr
Bestimmte Schimmelpilze, wie Aspergillus fumigatus, sind als Risikogruppe 2 eingestuft und können bei immungeschwächten Personen schwere Infektionen (Aspergillosen) der Lunge verursachen[7][3]. Diese Pilze sind thermotolerant, das heißt, sie wachsen auch bei Körpertemperatur (37°C) hervorragend, was sie besonders gefährlich macht. Sie kommen häufig in Kompost, aber auch in Blumenerde und feuchten Ecken vor.
Allergien und Toxine
Viel häufiger als Infektionen sind allergische Reaktionen. Schimmelpilze produzieren Proteine, die als Allergene wirken (Typ I Allergie: Schnupfen, Asthma; Typ III/IV: Exogen allergische Alveolitis)[3]. Zudem können einige Arten Mykotoxine (Pilzgifte) bilden. Ein prominentes Beispiel ist Stachybotrys chartarum, der auf sehr feuchten, zellulosehaltigen Materialien (z.B. Gipskartonplatten nach Wasserschaden) wächst. Seine Satratoxine gelten als stark giftig[3]. Auch Aspergillus versicolor, ein häufiger Feuchteindikator, kann das Mykotoxin Sterigmatocystin bilden[3]. Die bisher in Innenräumen gemessenen Mykotoxin-Konzentrationen sind laut Umweltbundesamt aber so niedrig, dass sie keine akuten toxischen Wirkungen auslösen; zu Langzeitwirkungen gibt es bislang keine Erkenntnisse[1].
Nachweismethoden
Um Sicherheit zu erlangen, können verschiedene Tests durchgeführt werden. Für Oberflächen eignen sich Klebefilmpräparate oder Materialproben, wie sie beispielsweise mit einem Schimmeltest Oberfläche im Labor analysiert werden können. Abklatschproben hält das Umweltbundesamt für ungeeignet, weil auch abgesetzte Sporen darauf wachsen und so falsch positive Ergebnisse entstehen. Für die Raumluft gibt es Sedimentationsplatten (weniger genau) oder aktive Luftkeimsammlungen, die auch über einen Schimmeltest Raumluft im Labor bestimmt werden können. Luftmessungen liefern nur Hinweise – ein individuelles Gesundheitsrisiko lässt sich damit laut UBA nicht bewerten. Eine Untersuchung von Wasserproben aus Befeuchtern oder Tanks auf die Gesamtkeimzahl (KBE) und Differenzierung der Pilze ist ebenfalls möglich[3].
Praxis-Tipps zur Vermeidung von "Wasserschimmel"
- Lassen Sie Wasser in Karaffen, Kaffeemaschinen oder Wasserkochern nicht länger als einen Tag stehen.
- Reinigung: Reinigen Sie Trinkflaschen und Deckel täglich heiß und mechanisch (Bürste). Spülmaschinenfestigkeit prüfen!
- Trocknung: Lassen Sie alle wasserführenden Behälter nach der Reinigung vollständig an der Luft trocknen. Pilze brauchen Feuchtigkeit – Trockenheit ist ihr Feind.
- Kondensation vermeiden: Lüften Sie Wohnräume regelmäßig (Stoßlüftung), um die relative Luftfeuchte unter 60 % zu halten. Dies entzieht Schimmelpilzen an Wänden die Lebensgrundlage[1].
Rechtliche Aspekte bei Wasserschäden
Sollte der Schimmelbefall nicht durch abgestandenes Wasser in Gefäßen, sondern durch bauliche Mängel oder Wasserschäden (Rohrbruch, undichtes Dach) entstehen, haben Mieter Rechte. Gerichte haben in Einzelfällen Mietminderungen bei erheblicher Durchfeuchtung und Schimmelbefall zugesprochen; wie hoch sie ausfällt, hängt immer vom Einzelfall ab[8]. Ist die Wohnung erheblich gesundheitsgefährdend, kann auch eine fristlose Kündigung in Betracht kommen (§ 569 Abs. 1 BGB). Diese Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung – im Zweifel den Mieterverein oder eine Fachanwältin bzw. einen Fachanwalt fragen. Wichtig ist jedoch immer die Klärung der Ursache: Liegt es an der Bausubstanz oder am Nutzerverhalten?
Ist der rosa Rand in meiner Dusche Schimmel?
Oft handelt es sich bei rötlichen oder rosafarbenen Belägen in Feuchträumen nicht um Schimmel, sondern um Bakterien wie Serratia marcescens oder Hefepilze wie Rhodotorula. Diese bilden Biofilme, die Seifenreste und Hautschuppen verstoffwechseln. Sie sollten dennoch gründlich entfernt werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann man krank werden, wenn man Wasser mit Schimmelsporen trinkt?
In der Regel ist das Trinken geringer Mengen Schimmelsporen für gesunde Menschen unbedenklich, da die Magensäure die meisten Keime abtötet. Gefährlicher ist die Inhalation von Sporen aus kontaminiertem Wasser (z.B. durch Luftbefeuchter), was zu Atemwegserkrankungen führen kann [6].
Warum riecht Wasser manchmal muffig, obwohl kein Schimmel sichtbar ist?
Dieser Geruch stammt meist von flüchtigen organischen Verbindungen (MVOC), die von Bakterien oder verstecktem Schimmel produziert werden [3]. Oft sind Biofilme in Leitungen oder Tanks die Ursache, die mit bloßem Auge kaum erkennbar sind.
Hilft Abkochen gegen Schimmel im Wasser?
Abkochen tötet lebende Pilzzellen und die meisten Sporen ab. Allerdings werden hitzeresistente Mykotoxine (Schimmelgifte) dadurch nicht immer zerstört. Bei sichtbarem Befall sollte das Wasser daher entsorgt und das Gefäß gründlich gereinigt werden.
Wie erkenne ich echten Schimmel im Wassertank?
Echter Schimmel zeigt sich meist als pelzige, oft schwarze, weiße oder graue Punkte an den Wänden des Tanks oberhalb der Wasserlinie. Schleimige, farblose Beläge unter Wasser sind meist Bakterien-Biofilme.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen: Wasser selbst schimmelt nicht, aber es dient als Transportmittel und Feuchtigkeitsquelle für Schimmelpilze, sobald organische Verunreinigungen ins Spiel kommen. Die größte Gefahr geht dabei nicht vom Trinken, sondern von der Inhalation verunreinigter Wassertröpfchen aus technischen Geräten aus. Um Ihre Gesundheit zu schützen, sollten Sie stehendes Wasser in Tanks und Leitungen vermeiden und auf eine penible Hygiene bei Luftbefeuchtern und Kaffeemaschinen achten. Wenn Sie einen muffigen Geruch wahrnehmen, ist dies ein Warnsignal Ihres Körpers, dem Sie durch gründliche Reinigung oder Austausch der betroffenen Komponenten nachgehen sollten.
Quellenverzeichnis
- Umweltbundesamt (UBA): Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden, 2017.
- WTA Merkblatt E-6-3: Rechnerische Prognose des Schimmelpilzwachstumsrisikos, Ausgabe 12.2023.
- Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg: Schimmelpilze in Innenräumen – Nachweis, Bewertung, Qualitätsmanagement, überarbeitet 2004.
- AWMF-Schimmelpilz-Leitlinie: Medizinisch-klinische Diagnostik bei Schimmelpilzexposition in Innenräumen, 2023.
- Smith, S.L. & Hill, S.T.: Influence of temperature and water activity on germination and growth of Aspergillus, 1982.
- Robert Koch-Institut (RKI): Schimmelpilzbelastung in Innenräumen – Befunderhebung, gesundheitliche Bewertung und Maßnahmen, Bundesgesundheitsblatt 2007.
- TRBA 460, Einstufung von Pilzen in Risikogruppen, Ausgabe Juli 2016 (GMBl 2016, Nr. 29/30).
- Mietmängeltabelle Schimmelbefall und Spakflecken (Sammlung diverser Gerichtsurteile, z.B. LG Berlin Az. 65 S 205/89).
Schädlingsberater
Schimmel-Befall? In 60 Sekunden zur passenden Strategie.
Ein paar Klick-Fragen zu deinem Befall – du bekommst eine Einschätzung, die passenden Mittel in der richtigen Menge und einen Zeitplan.
- Befall einschätzen
- Mengen passend berechnet
- Ablauf Woche für Woche
- 30 Tage Rückgaberecht
- Schneller Versand 1-2 Werktage
- 4,4 von 5 · 1.600+ Bewertungen
- Bezahle in 30 Tagen
365 Tage Bestpreisgarantie – Du findest unser Produkt innerhalb von 365 Tagen nach deiner Bestellung irgendwo günstiger? Melde dich bei uns – wir prüfen den Preis und finden eine faire Lösung für dich.
Das Silberkraft Preisversprechen ist ein freiwilliger Service. Deine gesetzlichen Rechte (Widerrufsrecht, Gewährleistung) bleiben unberührt.

Kommentare (0)
Schreibe einen Kommentar
Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.